Vorerst kein Doppelspurausbau am Zugersee

Der geplante Doppelspurausbau in Walchwil ist vorerst vom Tisch. Landammann Matthias Michel (FDP) hat die geplante Richtplanänderung am Donnerstag im Zuger Kantonsrat überraschend zurückgezogen.

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Die Bahnstrecke zwischen dem Hörndli in Walchwil (im Bild). (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Bahnstrecke zwischen dem Hörndli in Walchwil (im Bild). (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Eigentlich hätte der Kantonsrat den geplanten Spurausbau im Richtplan festschreiben sollen. Doch dazu kam es nicht. «Uns werden voraussichtlich Steine in den Weg gelegt von der SBB», sagte der Baudirektor zu Beginn der Sitzung.

Laut Michel hat sich die Ausgangslage kurzfristig grundlegend geändert. Grund sei ein neues Gotthard-Konzept der SBB. Dieses falle für Zug ungünstig aus.

Wie Michel weiter sagte, überdenke die SBB die heutige Linienführung zwischen Zürich und Mailand. Die betroffenen Kantone würden nun zur Mitsprache eingeladen. «Für den Kanton Zug sehe ich ein gewisses Gefahrenpotenzial», sagte er. Vor diesem Hintergrund wolle der Regierungsrat nun den Ausbau der Strecke Zug-Arth Goldau neu planen. Michel sprach von einem «klaren Zeichen an die SBB».

Die SBB nahm den Schritt der Zuger Regierung mit Bedauern zur Kenntnis. Es handle sich um «offensichtliche Missverständnisse», die man mit der Zuger Regierung abschliessend klären will, sagte SBB- Sprecherin Lea Meyer.

Ein Abbau des Bahnangebots zwischen Zug und Arth Goldau wird es laut Meyer nicht geben. Eine Arbeitsgruppe, der Vertreter der Kantone Schwyz, Uri, Zug, Luzern, Zürich und Tessin angehören, suche derzeit nach Lösungen, wie der dichter werdende Regional- und Fernverkehr künftig aneinander vorbeikommen können.

100 Millionen Franken für zweites Gleis

Im Hinblick auf die Inbetriebnahme der Neat-Strecke auf der Nord- Süd-Achse und dem künftigen Halbstundentakt im Fernverkehr soll die Strecke ausgebaut werden. Die SBB will dazu zwischen Walchwil und der Stadtbahnhaltestelle Hörndli auf der Länge von 1,7 Kilometer für 100 Millionen Franken ein zweites Gleis legen. Die Zuger Regierung hat diese Lösung bisher unterstützt.

Gegen diese Lösung gibt es allerdings auch Widerstand: Anwohner favorisieren eine Tunnellösung, um Lärm zu vermeiden. Ein Komitee hatte zudem ein alternatives Konzept mit einer Ausweichstelle im Gebiet Murpfli entworfen. Diese kostengünstigere Lösung sei von der SBB gar nicht erst geprüft worden, wird kritisiert.

sda