VORMUNDSCHAFT: Kritisierte Behörde nimmt Stellung

Das neue Amt sei aufgebläht und viel zu teuer, sagen Politiker. Das sei eine Folge von politischen Entscheiden, kontert die Amtsleiterin.

Christian Glaus
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Die neue Behörde des Kantons Zug wurde mit Anträgen regelrecht überschwemmt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die neue Behörde des Kantons Zug wurde mit Anträgen regelrecht überschwemmt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Die Umstände waren sehr schwierig.» So fasst Gabriella Zlauwinen, die Leiterin des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz, die ersten zwölf Monate zusammen. Das kantonale Amt wurde per 1. Januar letzten Jahres geschaffen. Es löste die bisherigen Vormundschaftsämter der Gemeinden ab. Kurz vor dem Start – Ende November 2012 – strich aber der Kantonsrat die Gelder zusammen. Statt eines Budgets von 5,6 Millionen Franken bewilligte er lediglich 4,3 Millionen. «Die fehlenden Ressourcen hatten einen Einfluss auf die Arbeit und auf die Belastung der Mitarbeitenden», sagt Zlauwinen und erklärt: «Per Oktober 2013 häuften sich rund 1360 Überstunden an.»

Zusätzlich zu den knappen personellen Ressourcen wurde das Amt mit viel mehr Arbeit konfrontiert. Ursprünglich ging man von knapp 1000 Fällen aus, die das Amt von den Gemeinden übernehmen müsse. Tatsächlich waren es aber 1400 – also 40 Prozent mehr. Doch damit nicht genug: Allein in den ersten drei Monaten gingen über 140 neue Fälle und 80 Anträge ein. Auch damit hatte man nicht gerechnet. «Wir wurden regelrecht überschwemmt», so Zlauwinen.