Vormundschaftsbehörde wird zentralisiert

Die Zuger Vormundschaftsbehörde wird in einem neuen kantonalen Amt angesiedelt. Das hat der Zuger Kantonsrat mit 40 zu 25 Stimmen entschieden. Gegen die Vorlage sprach sich einzig die SVP aus.

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Eine mehrheit der Zuger Parlamentarier stimmte einer kantonalen Lüsung zu. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Eine mehrheit der Zuger Parlamentarier stimmte einer kantonalen Lüsung zu. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Heute gibt es im Kanton Zug 22 Vormundschaftsbehörden. Nächstes Jahr sollen diese in einem Amt angesiedelt werden. Die Kantonsräte stellten sich an ihrer Sitzung von Donnerstag mehrheitlich hinter den Vorschlag der Regierung, die Vormundschaftsbehörde zu zentralisieren. Einzig die SVP war dagegen. Mit dieser Stelle werde die Autonomie der Gemeinden beschnitten, hiess es aus der Fraktion.

Uneinigkeit in der Frage der Beistände

Uneinig waren sich die Zuger Kantonsräte darüber, ob auch Beistände bei diesem kantonalen Amt angestellt werden sollen. Berufsbeistände werden erst dann eingesetzt, wenn keine Privatperson im Umfeld der Betroffenen gefunden werden kann. Die SVP und die vorberatende Kommission argumentierten, dass die Berufsbeistände näher bei den Bedürftigen seien, wenn sie wie bisher bei den Gemeinden angestellt blieben. Zudem seien sie autonomer. Der Rat entschied sich mit 40 zu 25 Stimmen aber für die kantonale Lösung. Es folgt jedoch noch eine 2. Lesung Ende Januar.

Das Vormundschaftwesen muss aufgrund eines neuen Bundesgesetzes umorganisiert werden: Das Vormundschaftsrecht wurde auf Bundesebene Ende 2008 grundlegend erneuert. Es soll professionalisiert und zentralisiert werden.

Mehrheit für eine separate Kinderschutzgruppe

Weiter debatierte der Kantonsrat über eine separate Kindesschutzgruppe. Die Regierung möchte eine solche im Gesetz festschreiben. Das Fachgremium soll bei schwierigen Entscheiden Empfehlungen abgeben. Die Mehrheit der Kantonsräte (53) war von der Wichtigkeit dieses Gremiums überzeugt. Auch hier sprach sich die SVP-Fraktion dagegen aus.

sda