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VORSTOSS: Kurse für Angestellte werfen Fragen auf

Der Kanton zahlt seinen Angestellten und künftigen Pensionären ein zweitägiges Seminar. Ein Kantonsrat stellt der Regierung dazu Fragen und nimmt auch einen Verein ins Visier.
Wie viel Geld geht nach der Pensionierung ins Portemonnaie? Darüber streitet sich das Parlament. (Symbolbild: Getty)

Wie viel Geld geht nach der Pensionierung ins Portemonnaie? Darüber streitet sich das Parlament. (Symbolbild: Getty)

Die Pro Senectute Zug bietet für angehende Pensionäre den zweitägigen Kurs «Pensionierung» an. Die Kurse sind öffentlich ausgeschrieben und kosten inklusive Seminarunterlagen und Verpflegung 750 Franken für Einzelne und 1400 Franken für Paare. Die Moderation des Kurses macht ein Bildungsfachmann von Avant-Age, der Fachstelle Alter und Arbeit von Pro Senectute.

Ältere Mitarbeiter des Kantons Zug hätten zurzeit offenbar die Möglichkeit, kostenlos an diesem Kurs teilzunehmen, schreibt Philip C. Brunner (SVP, Zug) in einer Interpellation an die Regierung. Er fragt: «Teilt der Regierungsrat die Haltung, dass die persönliche Lebensgestaltung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim Kanton Zug durch die zukünftigen Pensionäre in erster Linie eigenverantwortlich anzugehen ist?»

Er verweist auf einen Abklärungsauftrag aus dem Jahr 2013, wo geschrieben steht, dass der Kanton bei angeordneten Weiterbildungen, sogenannten «Fringe Benefits» (siehe Box), die vollen Kosten übernimmt. An die Kosten der freiwilligen Fort- und Weiterbildung könne der Kanton einen Beitrag und bezahlten Urlaub bewilligen und eine Rückzahlungspflicht vereinbaren, heisst es da weiter. «Offenbar übernimmt heute bei diesen Pensionsseminaren der Kanton Zug die vollen Kosten der Weiterbildung», schreibt Brunner und fragt: «Kann davon ausgegangen werden, dass somit die Teilnahme an diesem Seminar von den Vorgesetzen jeweils angeordnet wird?»

Kostenaufstellung verlangt

Brunner verlangt vom Regierungsrat ausserdem die Zahlen des Gesamtaufwandes dieser Kurse für die künftigen Pensionäre des Zuger Staatspersonals für die letzten drei Jahre. Er fragt zudem: «Wie hoch ist das latente und potenzielle Sparpotenzial für den Kanton einzuschätzen; und kann sich der Regierungsrat vorstellen, dass die Pensionäre einen persönlichen finanziellen Beitrag an diese Kurse leisten, beispielsweise einen Anteil von 50 Prozent?»

Ob der Regierungsrat den Betrag von 750 Franken für einen öffentlich ausgeschriebenen Kurs durch den vom Kanton Zug subventionierten Verein Pro Senectute nicht exorbitant finde, fragt Brunner weiter und listet den Betrag von 1,05 Millionen Franken auf, die Pro Senectute 2015 von der öffentlichen Hand für Dienstleistungen erhalten hat.

«Wie viele angehende kantonale Pensionäre haben in den letzten drei Jahren an diesen Kursen jeweils teilgenommen?», fragt Brunner und will zudem vom Regierungsrat wissen: «Wie hoch ist das direkte zeitliche und finanzielle Engagement von Mitarbeitern der kantonalen Verwaltung bei diesen Pro-Senectute-Veranstaltungen als Vortragende, Referenten, Moderatoren?»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

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