Kolumne

Vorwärts Blau-Wiis

Ein Seitenblick zur Faszination EVZ.

Vanessa Varisco
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Vanessa Varisco.

Vanessa Varisco.

Freitagabend: Wehende Fahnen in Blau-Weiss, Jubel und Trubel, euphorische Fans in der Bossardarena. Auf der Eisfläche unsere Zuger Helden. Zweifellos, es ist Matchtag. Zugegeben, ich bin absoluter Neuling in der Fankurve. Vor einigen Wochen bin ich eher zufällig ins Stadion gestolpert, bereit mich auf etwas Neues einzulassen und neugierig, woher die Faszination für den EVZ rührt.

Ich erinnere mich zu gut an meinen ersten Match: Mein Wissen beschränkte sich darauf, dass der Puck ins gegnerische Tor zu schmettern sei und wir diejenigen in den blau-weissen Trikots sind. Das Spiel ging mir zu schnell, ich konnte grösstenteils der Scheibe mit den Augen kaum folgen und dass wir sie versenkt hatten, bemerkte ich nur daran, dass die ganze Fankurve in Jubelstürme ausbrach, sich abklatschte und die Fäuste gen Himmel streckte. Nichtsdestotrotz packte mich irgendwo zwischen zweitem und letztem Drittel die Euphorie und ich sang lauthals die Lieder mit, deren Texte ich nicht wirklich kannte.

Eigentlich sollte mir die Liebe zum EVZ in die Wiege gelegt worden sein, ist ein Teil meiner Familie doch sehr eishockeyaffin. Und – unglaublich, aber wahr – ich stand selber schon in Vollmontur auf dem Eis und bin dem Puck nachgejagt. Eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen, hechtete ich doch stolz wie Anton der Scheibe hinterher in der Gewissheit, selbst würde ich das Gleichgewicht verlieren und jämmerlich auf die Spielfläche klatschen, wäre ich dank Schonern und dem Gitter vor dem Gesicht geschützt vor ernsthaften Verletzungen. Für eine Profikarriere hat‘s dann aber nicht gereicht.

Stattdessen verfolge ich also die Zuger Profis. Denn es blieb nicht bei einem Besuch. Mittlerweile begreife ich längst nicht alle Regeln, aber stehen die Spieler still, kann ich sie unterscheiden, ich weiss, was ein Offside ist und kann mich darüber echauffieren, dass die Zuger ein wahnsinnig schlechtes Boxplay abliefern. Der kleine Kosmos, diese eigene Welt im Stadion, vermochte mich zu begeistern.

Zur Glückseligkeit fehlt dann nur noch eines: der Meistertitel. Lieber EVZ, 22 Jahre ist es nun her. 2020 ist es an der Zeit, dass ihr den Sieg wieder nach Hause holt. In diesem Sinne: Hopp Zug!