WACHSTUM: Ein neuer Zuger Stadtteil nimmt klare Formen an

Im Westen der Stadt soll ein neues Quartier entstehen. Jetzt ist klar, wie und wann es in der äusseren Lorzenallmend weitergeht.

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In der äusseren Lorzenallmend soll ein neues Quartier mit zahlreichen Hochhäusern, einer durchgehenden Chollerstrasse und einem Park entstehen. Rund 5000 Leute werden hier dereinst arbeiten. Ausserdem entsteht Wohnraum für 3000 Personen. (Bild: Visualisierung PD)

In der äusseren Lorzenallmend soll ein neues Quartier mit zahlreichen Hochhäusern, einer durchgehenden Chollerstrasse und einem Park entstehen. Rund 5000 Leute werden hier dereinst arbeiten. Ausserdem entsteht Wohnraum für 3000 Personen. (Bild: Visualisierung PD)

Noch führt vom Choller zum Sumpf und der alten Lorze entlang lediglich ein Schotterweg. Doch schon bald soll in der äusseren Lorzenallmend mit dem Bau eines neuen Stadtteils begonnen werden entstehen sollen entlang einer neuen Strasse Wohn-, Gewerbe- und Bürobauten. Von einer Stadt in der Stadt ist seit 2007 die Rede, als die Korporation die Projektstudien vorstellte, die sie in Zusammenarbeit mit der Stadt zwei Jahre zuvor in Auftrag gegeben hatte.

Gegen die Büros aus Köln, Zürich, und Rotterdam setzte sich das Bieler Architekturbüro «:mlzd» durch. Der Kern von dessen Konzept ist die Integration eines Zentrums ins neue Quartier. «Ein Park soll die beiden Seiten der alten Lorze verbinden, den neuen Stadtteil mit dem Quartier Riedmatt verknüpfen und so ein Zentrum bilden. Die Flächen zwischen den einzelnen Gebäuden sind gemäss Konzept öffentlich zugänglich, und es sind Aufenthaltsräume, Sport- und Spielplätze, aber auch Flaniermeilen möglich. In den Erdgeschossen sollen Läden, Restaurants und andere Dienstleistungsunternehmen einziehen. So soll erreicht werden, dass alle Bereiche des Quartiers immer belebt sind.

Wegweisende Entscheide

In diesem Jahr soll das Projekt einen grossen Schritt vorwärtsmachen, wie eine Information der Stadt an die Adresse der Landeigentümer zeigt (siehe Box). Schon im Mai soll der Gestaltungsplan durch den Stadtrat festgesetzt und im August beschlossen werden. Bereits ab Herbst 2015 können dem Stadtrat Gesuche für einzelne Bebauungspläne eingereicht werden.

Wie schon vor Jahren angedacht soll den Landbesitzern und Investoren eine Art Setzkasten bereitstehen. Die immer gleichen und wenigen Elemente können von diesen beliebig zusammengestellt werden. Definiert ist nur der grobe Rahmen: 50 Prozent Wohnen und je 25 Prozent Dienstleistungen und Sondernutzung sind nach der letzten Überarbeitung geplant. Das ist die Vorgabe der Mischzone, die anfänglich auf dem 100 000 Quadratmetern grossen Land der Korporation Zug entstehen soll. Es gibt aber die Vision, dass sich das Quartier bis an die Steinhauser­strasse ausdehnen soll. So kämen noch weitere 200 000 Quadratmeter hinzu, die dem gleichen Prinzip und Plan folgend überbaut werden könnten.

Platz für rund 3000 Einwohner und zirka 5000 Arbeitsplätze soll alles in allem entstehen, sagt Stadtplaner Harald Klein und erklärt: «In den letzten Jahren hat sich am Projekt rein äusserlich nur wenig geändert.» Aus zuvor zwei Sockelgeschossen seien nun definitiv drei geworden. Dies, weil deren Bau mit den obligatorischen Arkaden sehr teuer, so nun aber wirtschaftlicher und flexibler sei. «An der Chamerstrasse wird zudem auf ein 60 Meter hohes Gebäude verzichtet», ergänzt Klein. Dort seien nun zwei 30-Meter-Gebäude geplant, und in Richtung Norden ginge es hoch bis 40 Meter, um dann, hin zur Steinhauserstrasse, höhenmässig wieder tiefer zu werden. So sei nun alles ausgewogen und korrespondiere gut mit der unmittelbaren Umgebung.

Natürlich werde der neue Stadtteil nicht auf einen Schlag gebaut. «Schwerpunktmässig sicher zuerst beim unverbauten Teil. Im Norden strebt die Alfred Müller AG eine rasche Überbauung ihres Areals an», verrät Klein. Das alte Gebäude an der Steinhau­serstrasse sei ja bereits abgebrochen worden, und die Firma warte nun, damit sie gemäss Bebauungskonzept äussere Lorzenallmend einen Neubau erstellen könne.

«Städtischster Teil der Stadt»

Wichtig seien natürlich die neue und durchgehende Chollerstrasse sowie deren Baulinie. Alle Bauten haben sich daran auszurichten und sind mit Arkaden zu versehen. «Wir wollen keine Gewerbebauten, wie man sie in der ganzen Schweiz sieht, sondern einen städtischen Eindruck auch dank des angrenzenden Parks. «Der neue Stadtteil wird wohl in rund 30 Jahren und nach der Realisation der städtischste Teil der Stadt sein.»

Charly Keiser

Die Visualisierung zeigt den geplanten Stadtteil vom zentralen Park an der alten Lorze aus, der die Verbindung zum Riedmatt Quartier herstellen soll. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt den geplanten Stadtteil vom zentralen Park an der alten Lorze aus, der die Verbindung zum Riedmatt Quartier herstellen soll. (Bild: PD)