Walchwiler Panoramaweg nimmt einen Umweg

Aus dem Spaziergang durch den Walchwiler Büelwald wird nichts. Widerstand kam nicht nur von den Anwohnern.

Raphael Biermayr
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Der Panoramaweg soll unterhalb der Bahnlinie und oberhalb des Eichofwegs durchführen. Das Bild zeigt die Blickrichtung Walchwil. (Bild: Stefan Kaiser, 25. November 2019)

Der Panoramaweg soll unterhalb der Bahnlinie und oberhalb des Eichofwegs durchführen. Das Bild zeigt die Blickrichtung Walchwil. (Bild: Stefan Kaiser, 25. November 2019)

Die Gemeinde wird das Baugesuch für den Panoramaweg nochmals auflegen. Dies, weil das kantonale Amt für Wald und Wild während der ersten Auflage im August Bedenken bei der geplanten Weggestaltung durch den Büelwald äusserte. Nun soll der Weg oberhalb vom Wald vorbeiführen – so wie es die ursprünglichen Pläne vorgesehen hatten. Dies bedeutet für die Spaziergänger wegen der Steilheit eine grössere Anstrengung.

Gemäss dem Walchwiler Bauchef René Peyer (FDP) konnte die Gemeinde nach einer Begehung mit dem ehemaligen Leiter des genannten Amts Anfang Jahr jedoch davon ausgehen, dass die Wegführung durch den Kastanienwald im Büel bewilligt würde. «Es gab eine mündliche Zusage», sagt Peyer, der bei der Begehung nicht dabei war.

Wegführung durch den Wald ist keine Option

Auch Martin Ziegler war dort nicht zugegen. Der heutige Co-Leiter des Amts für Wald und Wild erwähnt Dokumente, denen zufolge die Direktion des Innern die Pläne «einer praktisch baugleichen Variante der Gemeinde» bereits im Jahr 2013 als nicht bewilligungsfähig erachtet habe.

Das Problem sei der Einschnitt in den steilen Hang mit einer Stützmauer oberhalb und unterhalb des 1,20 Meter breiten Wegs durch den Schutzwald. «Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit und des Walderhalts ist das problematisch», sagt Ziegler. Man habe der Gemeinde stattdessen Optionen aufgezeigt. So hätten Spaziergänger die rund 100 Meter lange Strecke beispielsweise auf einem Steg zurücklegen können.

Von einer alternativen Wegführung durch den Wald sieht die Gemeinde ab. Dies, weil sich Anwohner und die Naturschutzorganisation Pro Natura bei der ersten Auflage mittels Einsprachen dagegen gewehrt hätten, erklärt René Peyer.

Fertigstellung für 2020 geplant

Nach Gesprächen mit den Einsprechern hofft der Gemeinderat, dass es gegen das abgeänderte Baugesuch keine Einsprachen geben wird. Jenes werde voraussichtlich im Amtsblatt vom 29. November erstmals ausgeschrieben werden. Baubeginn und Fertigstellung des Panoramawegs sind – parallel zu den Arbeiten an der Bahnlinie – für das kommende Jahr vorgesehen.

Der Baukredit ist auf 1,96 Millionen Franken veranschlagt und soll gemäss dem Walchwiler Bauchef trotz der Wegänderung eingehalten werden. Die Gemeindeversammlung im Dezember 2018 hatte den Kredit mit nur fünf Stimmen Unterschied bewilligt. Der erste Kredit im Zusammenhang mit dem Panoramaweg wurde schon 2008 gesprochen: Für die Personenunterführung beim Hörndli, deren Verbindung mit der Stadtbahnhaltestelle sowie die Erschliessung des Quartiers Chlimattli sah der Kostenvoranschlag 755000 Franken vor. Abgerechnet wurden diese Arbeiten mit rund 752000 Franken.