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WAHLEN: Die CVP hat mit der FDP ein Problem

Am 18. Oktober werden die National- und Ständeräte für die nächste ­Legislatur gewählt. Einigen sich die Bürgerlichen auf einen Schulterschluss?
Debatte des Nationalrats in Bern. (Bild: Keystone)

Debatte des Nationalrats in Bern. (Bild: Keystone)

Freddy Trütsch

Vor vier Jahren haben die CVP und FDP des Kantons ihre Nationalratslisten verbunden und damit einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Neben Gerhard Pfister wählten die Zuger im Oktober 2011 auch Bruno Pezzatti in die grosse Kammer auf Kosten des Grünen Josef Lang. Gespräche führten die Parteistrategen damals auch mit der SVP und den Grünliberalen, doch zu einer Einigung kam es nicht. Sowohl bei den Christdemokraten als auch bei den Freisinnigen meldete die Basis Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit der SVP an. Und deshalb liess man es dann bleiben. Mit den Grünliberalen meinte man sich hingegen einig, doch am Schluss liess die GLP den unterschriftsbereiten Vertrag auf dem Tisch unbenützt liegen. Die SVP verteidigte ihr Mandat souverän im Alleingang – mit Thomas Aeschi.

Wer springt über den Schatten?

Kommt es nun diesmal zu einem bürgerlichen Schulterschluss, nachdem SP und Alternativ-Grüne nicht nur mit vielen Listen in die Wahlen steigen, sondern sich auch wieder für ein linkes Wahlbündnis ausgesprochen haben? Dass SVP, CVP und FDP miteinander erfolgreich Wahlkampf machen können, haben sie bereits bei den letzten kantonalen Wahlen in der Stadt Zug bewiesen. Und in den Nachbarkantonen Zürich und Luzern hat man ebenfalls sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Weshalb sollte dies nun bei eidgenössischen Wahlen im Kanton Zug nicht auch möglich sein?

Grundsätzlich, wenn man sich ein bisschen umhört, eigentlich schon, denn man hat ja ein gemeinsames Ziel: die Verteidigung der drei Nationalratssitze durch CVP, SVP und FDP. Und wenn sich die drei grossen Parteien des Kantons wirklich für eine Listenverbindung entscheiden, dann werden sie dies höchstwahrscheinlich auch erreichen. In Tat und Wahrheit haben sich die Chefs in dieser Frage jedoch noch nicht wirklich gross angenähert. Nach wie vor sind die Vorbehalte innerhalb von CVP und FDP gegenüber der SVP gross. Ob sie in den kommenden Wochen über ihren Schatten springen und der Volkspartei die Hand reichen möglich. Aber auch wahrscheinlich?

Es geht um Martin Pfister

Denn: Fast noch grösser scheint zumindest momentan – der Graben zwischen FDP und CVP zu sein. Dabei geht es aber nicht um die nationalen Wahlen. Gegen das politische Schwergewicht Gerhard Pfister hat niemand was einzuwenden, schliesslich könnte der Mann aus Oberägeri auch problemlos in der FDP oder in der SVP mitpolitisieren. Es geht um die Nachwahlen in den Regierungsrat. Sollte nämlich Peter Hegglin als Nachfolger von Peter Bieri in den Ständerat gewählt werden – und davon ist auszugehen – dann braucht der Kanton einen neuen Regierungsrat. Der CVP-Sitz ist von niemandem bestritten. Es geht um die Person. Als Hegglin-Nachfolger hat sich nämlich Parteipräsident Martin Pfister (Baar) im letzten Herbst als Nummer 3 der CVP-Regierungsratsliste bereits in Position gebracht. Und jetzt will seine Partei dies auch umsetzen. Sie knüpft deshalb eine Listenverbindung für die nationalen Wahlen mit der FDP schlicht an die Verpflichtung: Ihr müsst in der Nachwahl Martin Pfister als Regierungsrat unterstützen. Doch da bockt die FDP-Parteileitung. Nur: Das will natürlich keine der Parteien weder bestätigen noch darüber diskutieren. Es herrscht «silenzio stampa».

Aber: Martin Pfister ist, das wiederum ist kein Geheimnis, nicht der Wunschkandidat der Freisinnigen. Auch nicht der SVP. Er politisiert ihnen zu weit der Mitte will heissen links. Deshalb forderte man den möglichen Partner offensichtlich auf, für die Regierungsratsnachwahl doch eine Auswahl zu präsentieren. Am liebsten sähe man neben Martin Pfister eine Frau, nämlich Sylvia Thalmann als Kandidatin. Doch dies geht den CVP-Exponenten dann doch zu weit. Sie finden solche Forderungen oder Ansprüche fast ein bisschen dreist. Deshalb versuchen die Wahlkampfverantwortlichen der CVP nun, zumindest die FDP weichzuklopfen – im Sinne der Sache.

Heute wird weiterverhandelt

Ob da FDP-Wahlkampfleiter Ueli Bollmann mitmacht? Fraglich. Wahrscheinlich auch deshalb wünschen sich die CVP-Chefs, dass FDP-Parteipräsident Jürg Strub den Lead übernimmt. Er wird offensichtlich als kompromissfreudiger angeschaut als Bollmann.

Heute Freitag wird zwischen den Parteien weiterverhandelt. Und vielleicht kommt es dabei auch zu einem Kompromiss. Oder aber die CVP geht in sich und fragt sich, ob sie denn als wählerstärkste Partei des Kantons wirklich Selbstvertrauen demonstriert, wenn sie für einen kantonalen Wahlgang die Schützenhilfe des Freisinns braucht. Und sie müsste eigentlich auch die Frage beantworten, ob sie ihren Parteipräsidenten und Wunschkandidaten nicht in einem schlechten Licht darstellt, wenn sie sich nicht getraut, ihm noch eine Kandidatin oder einen Kandidaten an die Seite zu stellen. Majorzwahlen sind Persönlichkeitswahlen, begründete man die Änderung des Wahlgesetzes.

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