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WAHLEN: Die Freisinnigen zieren sich noch

Die FDP stellt sich nicht vorbehaltlos hinter den CVP-Regierungsratskandidaten Martin Pfister. Sehr zum Ärger der Christdemokraten.
Die Stadt Zug aus der Vogelperspektive. (Bild: Stefan Kaiser)

Die Stadt Zug aus der Vogelperspektive. (Bild: Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Die CVP will ihren frei werdenden Regierungsratssitz bei den Ersatzwahlen am 17. Januar mit Martin Pfister verteidigen. Das steht seit Mittwochabend fest. Die 133 Delegierten der Partei haben ihren Präsidenten und Kantonsrat einstimmig nominiert. Es sei wichtig, ein starkes Zeichen zu setzen und sich voll und ganz hinter den Kandidaten zu stellen, betonte Nationalrat und Wahlkampfleiter Gerhard Pfister im Rahmen der Nominationsversammlung.

Diese Aufforderung kam nicht grundlos. Denn Martin Pfister ist im bürgerlichen Lager und vor allem ausserhalb der eigenen Partei nicht unbedingt der Wunschkandidat. Zu weit links von der Mitte politisiere er, wurde immer wieder kritisiert – wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand. Deutliche und öffentliche Forderungen stellte dann schliesslich die FDP nach den Wahlen vom 18. Oktober. So liess Parteipräsident Jürg Strub verlauten, dass aus demokratischer Sicht die Forderung «nach einer echten Wahl» bestehe. Sprich, man wolle mehr als einen Kandidaten sehen. Je nach Wahlvorschlag behalte man sich ausserdem vor, entsprechend zu reagieren (Ausgabe vom 21. Oktober).

FDP will abwarten

Wie reagiert denn nun die FDP auf die Nomination von Martin Pfister? Verhalten trifft es wohl am besten. «Martin Pfister ist aufgrund seiner politischen Erfahrung als Parteipräsident und Kantonsrat ein valabler Kandidat», befindet FDP-Kantonalpräsident Jürg Strub. Dass die CVP nun nicht mehrere Kandidaten aufstellt, wie von der FDP gewünscht, hat man zur Kenntnis genommen. «Wir hätten gerne eine Auswahl gesehen, verstehen aber den Entscheid der CVP», so Strub. Die Kritik, dass Pfister zu weit links der Mitte politisiere, ist Strub bestens bekannt. «Das Thema wurde verschiedentlich angesprochen, und es gibt dazu durchaus unterschiedliche Meinungen auch in unserer Partei.» Allerdings sei dies in der Politik als Basis für Diskussionen auch erwünscht. «Wir schätzen die politische Erfahrung, die Martin Pfister mitbringt», so Strub weiter.

Das klingt alles sehr versöhnlich. Dennoch stellt sich die FDP nicht vorbehaltlos hinter den CVP-Mann. Die Freisinnigen wollen sich nämlich noch nicht dazu äussern, ob sie Martin Pfister unterstützen werden. «Wir haben noch nichts beschlossen», sagt Jürg Strub. Man habe entschieden, die Eingabefrist vom 9. November abzuwarten. «Die Geschäftsleitung wird erst über die Unterstützung eines Kandidaten entscheiden, wenn, wir definitiv wissen, wer sich alles zur Wahl stellt.»

Aber auf wen wartet denn die FDP? Sie selbst will laut Strub und entgegen aller Gerüchte nicht mit einem eigenen Kandidaten aufwarten. Und auch die SVP hat an ihrer Parteiversammlung beschlossen, bei den Ergänzungswahlen nicht anzutreten. «Wir wissen nichts von weiteren Kandidaten und wir warten auch nicht auf etwas Besseres», betont Strub. Man wolle nicht vorschnell handeln und ein Entscheid sei auch nicht dringlich.

Bei der CVP kommt dieses Verhalten allerdings nicht gut an. «Natürlich hat die FDP das Recht, erst einmal zu warten, bis alle Kandidierenden klar sind», sagt Gerhard Pfister. Jürg Strubs verhaltene Position gegenüber dem CVP-Vorschlag sei aber eigentlich auch ein Infragestellen des Sitzanspruchs der CVP. «Das ist äusserst enttäuschend. Vor allem auch angesichts der Unterstützung, die wir in den Nationalratswahlen für die Kandidierenden der FDP leisteten.» Pfister erinnert damit daran, dass die FDP vor vier Jahren und auch in diesem Jahr, ohne Listenverbindung mit der CVP den Sitz im Nationalrat wohl nicht geholt und gehalten hätte.

Von dieser Vermischung der beiden Wahlen will Jürg Strub hingegen nichts wissen. «Wir schulden der CVP nichts. Es ging im Oktober um die Sicherung der bürgerlichen Sitze, sowohl im Stände- wie im Nationalrat. Und das haben wir gemeinsam geschafft.» Wen die FDP im Wahlkampf unterstützen wird, will sie Ende November festlegen.

CVP ist überzeugt von ihrem Weg

Es könnte also sein, dass die CVP die Ergänzungswahlen alleine bestreiten muss. Denn auch mit Unterstützung der SVP kann sie wohl nicht rechnen. Parteipräsident Thomas Aeschi kommentiert die Kandidatur von Martin Pfister nur knapp: «Die SVP anerkennt den Anspruch der CVP auf den freiwerdenden Regierungsratssitz.» Die Nomination von Martin Pfister habe man zur Kenntnis genommen.

Gerhard Pfister lässt sich davon allerdings nicht einschüchtern. Er ist nach wie vor der Meinung, dass die CVP auf dem richtigen Weg ist. «Eine Zweierkandidatur wäre taktisch völlig falsch, wenn es um die Besetzung eines einzigen Sitzes geht, den heute ein CVP-Vertreter innehat», ist der Nationalrat überzeugt. Man würde damit nur die Stimmen splitten. Pfister: «Die Freisinnigen würden wohl ähnlich handeln.»

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