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WAHLEN: Grünliberale hadern mit Pezzatti

Das kürzlich veröffentlichte Umweltranking sorgt bei der GLP Zug für Unmut. Ausgerechnet jener Kandidat, der nur dank der Stimmen der GLP in den Nationalrat gewählt wurde, stimmt gegen Umweltthemen.
Zoe Gwerder
Bruno Pezzatti soll seinen Sitz im Nationalrat verteidigen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Bruno Pezzatti soll seinen Sitz im Nationalrat verteidigen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

«Ich politisiere wie eh und je und deklariere meine Linie auch ­offen.» Der Zuger FDP-Nationalrat Bruno Pezzatti hält vom aktuellen Rummel um seinen Platz auf den hintersten Rängen eines Umweltrankings nichts. Grund für seinen Unmut sind die jüngsten Äusserungen des kantonalen GLP-Vizepräsidenten Daniel Stadlin. Der Kantonsparlamentarier zeigte sich in einem Leserbrief in der «Zuger Zeitung» enttäuscht über das Abstimmungsverhalten Pezzattis in Bern.

So hatte vor zwei Wochen ein Ranking von WWF, Greenpeace, Pro Natura und VCS gezeigt, wie die nationalen Politiker in den vergangenen 12 Monaten in ausgewählten Umweltthemen stimmten. Pezzatti stimmte bei keinem der 19 Themen für die Umwelt. «Als liberaler, freisinniger Politiker kann ich den vielen Verboten der Umweltvorlagen nicht zustimmen», so Pezzatti.

«Freisinn der Zukunft wird anders aussehen»

Störend ist das Abstimmungsverhalten des FDP-Politikers für Daniel Stadlin insbesondere deshalb, weil die GLP bei den vergangenen nationalen Wahlen ausschlaggebend für den Sitz von Pezzatti war. Hätte sich die GLP für eine Listenverbindung mit der Linken entschieden – anstatt mit CVP und FDP –, wäre nun ein SP-Vertreter im Nationalrat und nicht Pezzatti. «Wir wussten, dass er nicht nur auf unserer Linie abstimmt», erklärt Stadlin. «Dass es aber dermassen signifikant ist, haben wir nicht gewusst.» Stadlin räumt ein, dass es möglicherweise in diesem Parlamentsjahr einfach mehr umweltspezifische Abstimmungen gegeben habe und dies daher mehr zum Vorschein kam. Aus seiner persönlichen Sicht muss die Partei nun über die Bücher und diskutieren, ob man eine solche Listenverbindung bei den nächsten Wahlen in zwei Jahren nochmals eingehen will.

Der kantonale FDP-Präsident Andreas Hostettler sieht den Nationalratswahlen trotzdem gelassen entgegen. «Ob Bruno Pezzatti nochmals antreten wird, ist sowieso offen» – er ist 66 Jahre alt. Die FDP suche schon heute mögliche neue Kandidaten. «Wenn jemand Jüngeres nachkommen würde, sähe dies dann wieder anders aus.» Nach seiner Erfahrung denken liberale 30- bis 40-Jährige in Umweltthemen und Fa­milienthemen anders als ihre ­äl­teren Parteikollegen. «Der ­Freisinn der Zukunft wird diesbezüglich anders aussehen als heute.» Für die FDP sei aber noch völlig offen, ob sie wieder die gleiche Listenverbindung eingehen wolle.

Eine Frage, die nun wohl auch bei der GLP völlig offen ist. Wobei die Grünliberalen mit ihrer Mischung aus linken und rechten Anliegen wohl stärker in einen Clinch kommen. «Bei den Bürgerlichen werden unsere grünen Werte zu wenig vertreten, bei den linken Parteien unsere ­liberale Gesinnung. Vielleicht wäre ein Alleingang das Beste», meint Stadlin.

Doch auch wenn jetzt aufgrund des Umweltrankings die Wogen hochgehen: Ganz un­vorhersehbar war das Abstimmungsverhalten Bruno Pezzattis nicht – auch der «einfache» Stimmbürger konnte dies einsehen. Denn schaut man Pezzattis «Spinnennetzdiagramm» an, welches bei den letzten Wahlen von der Plattform «Smartvote» erstellt wurde, ist klar zu sehen, dass er beim Punkt «Ausgebauter Umweltschutz» bei unter 10 Prozent der Fragen mit Ja geantwortet hat. Es ist der Punkt, dem er am wenigsten zustimmt. Sogar die Rubrik «Ausgebauter Sozialstaat» erhielt vom liberalen Pezzatti mehr Zustimmung als der Umweltschutz.

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