WAHLEN: Jetzt geht es in den Schlussspurt

Die Stadt bereitet derzeit die Sporthalle für den Super Sunday vor. Das Ganze sei eine echte logistische Herausforderung, erklärt der Koordinator.

Samantha Taylor
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Bis Ende Woche soll die Halle vollständig eingerichtet sein. (Bild Stefan Kaiser)

Bis Ende Woche soll die Halle vollständig eingerichtet sein. (Bild Stefan Kaiser)

Der Super Sunday rückt näher. Noch zehn Tage dauert es, dann werden die Zugerinnen und Zuger ihre Stimmen abgegeben haben. Die Vorbereitungen für den grossen Tag laufen auf Hochtouren. Auch in der Stadt Zug. Diese braucht – neben dem Kanton – für den 5. Oktober die grösste Anlage. Einquartiert ist diese in der Zuger Sporthalle in der Herti. Dies zum Leidwesen des LK Zug, der während dreier Wochen auswärts trainieren muss (wir berichteten).

Derzeit wird die Halle eingerichtet. «Wir brauchen wesentlich mehr Platz als vor vier Jahren», sagt Franco Keller, Leiter zentrale Dienste, der die Vorbereitungen koordiniert. Die Sporthalle sei ideal, weil man sie in drei Teile gliedern könne. «Zudem ist viel Infrastruktur schon vorhanden wie etwa Stromanschlüsse. Es braucht keine baulichen Massnahmen», so Keller. Dennoch sei einiges an Vorbereitungen nötig. So wird derzeit der Hallenboden abgedeckt, Tische werden angeliefert und aufgestellt, Leitungen müssen verlegt und Computer installiert und vernetzt werden. «Das Ganze ist logistisch aufwendig», so Keller.

Bis ins Detail durchorganisiert

Der Grund für den Mehraufwand ist der Majorz, nach dem im Kanton Zug erstmals die Exekutive gewählt wird. «Wir müssen jeden Wahlzettel für die Exekutive von Hand erfassen. Weil es keine vorgedruckten Zettel gibt. Das gibt viel mehr Arbeit», so Keller. Um dies abzufedern, habe man einen Drittel mehr Erfassungsstationen. Insgesamt sind es 70 Computer, die jeweils von zwei Personen bedient werden.

Bevor die 140 Erfasser zum Einsatz kommen, arbeiten ab 7 Uhr zehn Personen der Arbeitsvorbereitungsgruppe. «Sie öffnen die schriftlich eingereichten Couverts und kontrollieren, ob die Stimmabgaben rechtens sind», erklärt Keller. Danach kommen die Zettel in die Sortierabteilung, in der weitere 40 Personen tätig sind. Dort werden sie nach Gremium verteilt. «Wir rechnen mit rund 40 000 Wahlzetteln, die wir verarbeiten müssen», schätzt Keller. Die Abläufe seien bis ins Detail durchorganisiert. «Jeder Schritt ist nachvollziehbar. Sollte es irgendwo zu einem Fehler oder zu Unstimmigkeiten kommen, können wir zurückverfolgen, wo er entstanden ist.»

Genügend Helfer

Insgesamt benötigt die Stadt für den Wahltag rund 200 Helfer. Bis vor kurzem fehlte noch fast die Hälfte. Das habe sich glücklicherweise geändert. «Wir haben genügend Personen», sagt Stadtschreiber Martin Würmli. Viele Studenten hätten sich gemeldet. «Wir haben aber auch Personen mit Erfahrung», so Würmli. Wer mithelfen will, muss 18 Jahre alt, aber nicht in der Stadt Zug wahlberechtigt sein. Die Helfer werden mit 50 Franken pro Stunde entlöhnt. Nächste Woche finden die Schulungen statt. Keller: «Bis dahin muss die Halle bereit sein.»

Am Wahltag gelten für die Helfer dann strenge Regeln. So müssen Handys ausgeschaltet und abgegeben werden. Grössere Pausen gibt es nur in grösseren Gruppen zu festgelegten Zeiten. «Wir wollen nicht, dass in der Halle Leute rumlaufen und wir nicht wissen, wohin sie gehören», sagt Würmli. Ausserdem dürfe nichts nach aussen dringen. «Darum empfehlen wir, das Mobiltelefon am besten gleich daheim zu lassen.»

Am Tag danach muss Stadt raus

Die Stadt hat 175 000 Franken für die gesamten Arbeiten rund um den Wahlsonntag budgetiert. Martin Würmli schätzt allerdings, dass die ganze Sache wohl etwas mehr kosten werde. «Das hängt unter anderem davon ab, wie schnell wir fertig sind», so der Stadtschreiber.

Ein Termin ist für die Stadt jedoch schon jetzt fix. Am Tag nach den Wahlen, am 6. Oktober, muss die Sporthalle in der Herti wieder leer geräumt sein. «Wir müssen sie am Montagabend wieder freigeben», so der Stadtschreiber. Für einen allfälligen zweiten Wahlgang wird sich die Stadt dann im Feuerwehrdepot einquartieren. Würmli: «Dann brauchen wir nicht mehr so viel Infrastruktur.»