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Ein schwarzer Tag für die Liberalen im Kanton Zug

Während die Umweltparteien profitieren, verlieren in Zug SP und Bürgerliche. Besonders hart trifft es die FDP.
Laura Sibold
Spitzenkandidatin Karen Umbach konnte den FDP-Nationalratssitz nicht halten (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Spitzenkandidatin Karen Umbach konnte den FDP-Nationalratssitz nicht halten (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Es ist ein schwarzer Tag für die FDP Kanton Zug: Die Liberalen verloren am Wahlsonntag, 20. Oktober, den Nationalratssitz des zurückgetretenen Bruno Pezzatti. Die ehemalige Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard sicherte sich den Sitz für die Alternative – die Grünen. Die FDP-Spitzenkandidatin Karen Umbach holte ganze 1588 Stimmen weniger als Weichelt und war dementsprechend enttäuscht. «Ich bedaure den Sitzverlust im Nationalrat sehr. Dass nach 54 verpassten Chancen endlich eine Zugerin den Sprung nach Bern schafft, freut mich aber dennoch», sagte Umbach und führte ihre wenigen Stimmen primär auf die nationale Umweltpolitik der FDP zurück. Die Basis habe zu lange gebraucht, um die Themen Klima und Umwelt auf die eigene Agenda zu setzen. Dies habe sich nun wohl gerächt.

Bürger und GLP haben die FDP abgestraft

Ähnlich klang es am Wahlsonntag bei Carina Brüngger, Präsidentin FDP Kanton Zug. Man sei diesmal im Wahlkampf viel präsenter gewesen als vor vier Jahren. Die Frage sei, wieso das bei der Bevölkerung nicht ankomme, so Brüngger und ging mit ihrer Partei hart ins Gericht: «Die FDP gewinnt national über 90 Prozent der Abstimmungen. Die relevante Frage ist nun, warum uns die Bürger dennoch nicht mehr wählen.» Die FDP-Präsidentin verortete den Hauptgrund in der schweizweiten «grünen Welle», betonte jedoch auch, dass die Stimmen der GLP-Wähler merklich gefehlt hätten, die man sich vor vier Jahren noch durch eine Listenverbindung sichern konnte.

FDP-Präsidentin Carina Brüngger führt die Wahlverluste der FDP primär auf die «grüne Welle» zurück. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

FDP-Präsidentin Carina Brüngger führt die Wahlverluste der FDP primär auf die «grüne Welle» zurück. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Stefan W. Huber, Vorstandsmitglied der GLP Kanton Zug, betonte nach der Wahl, dass der Verzicht auf die Listenverbindung mit der FDP ein bewusster Schritt gewesen sei. «Die FDP ignorierte unser Anliegen einer nachhaltigen Umweltpolitik komplett, was für uns eine Zusammenarbeit hinfällig machte», so Huber. Er sei zufrieden, dass die GLP auch dank ihrer grünen Agenda ihren Wähleranteil von 3,6 auf 5,5 Prozent steigern konnte.

«Wer Grün im Namen trägt, hat seinen Glückstag»

Grün übertrumpft Bürgerlich: Dieses Bild zeigte sich auch anhand des Wähleranteils. Während die Umweltparteien ALG und GLP zulegten, hatten FDP, CVP und SVP das Nachsehen. Die ALG stockte ihren Wähleranteil um 12,1 Prozent auf gesamthaft 19,3 Prozent auf. Demgegenüber verloren die bürgerlichen Parteien zwischen 2 und 4 Prozent, was auch die folgende Grafik illustriert:

Ebenfalls zu den Wahlverlierern zählt die SP mit minus 4,3 Prozent. Es scheint, als hätten die Sozialdemokraten von der «grünen Welle» zu wenig profitieren können. Barbara Gysel, Präsidentin SP Kanton Zug, ist dennoch zufrieden. «Wer Grün im Namen trägt, hat heute seinen Glückstag. Unser Ziel war aber ein linker Nationalratssitz und das haben wir erreicht.» Trotz des Verlusts von 4,3 Prozent Wähleranteil betont Gysel, dass die Strategie mit sieben Listen aufgegangen sei.

Zu den grossen Wahlverlieren zählen auch die Sozialdemokraten, rechts SP-Präsidentin Barbara Gysel. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Zu den grossen Wahlverlieren zählen auch die Sozialdemokraten, rechts SP-Präsidentin Barbara Gysel. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Wahlbeteiligung im Kanton Zug

(ls) Nationalrat  Die Wahlbeteiligung lag im Kanton Zug mit 52,1 Prozent leicht tiefer als vor vier Jahren. Damals gingen 53,7 Prozent der Stimmberechtigten wählen, im Jahr 2011 waren es gar 55,1 Prozent. Die höchste Stimmbeteiligung kann in diesem Jahr die Gemeinde Walchwil verzeichnen: 60,1 Prozent der Walchwilerinnen und Walchwiler haben gewählt. Die tiefste Wahlbeteiligung weist mit 44,9 Prozent die Gemeinde Risch aus.

Zug: 54,5 Prozent
Oberägeri: 57,5 Prozent
Unterägeri: 53,8 Prozent
Menzingen: 55,7 Prozent
Baar: 50,0 Prozent
Cham: 48,5 Prozent
Hünenberg: 56,2 Prozent
Steinhausen: 49,7 Prozent
Risch: 44,9 Prozent
Walchwil: 60,1 Prozent
Neuheim: 54,6 Prozent

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