WAHLEN: SP entscheidet sich für eine Frau und den Alleingang

Christina Bürgi ist die Hoffnungsträgerin für die Rückkehr in den Regierungsrat. Fürs Parlament sucht die Partei noch Kandidaten.

Freddy Trütsch
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Parteipräsidentin Barbara Gysel (rechts) gratuliert Christina Bürgi Dellsperger. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Parteipräsidentin Barbara Gysel (rechts) gratuliert Christina Bürgi Dellsperger. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Was Männer in den letzten acht Jahren nicht geschafft haben, soll nun eine Frau richten – die SP in den Regierungsrat zurückführen. Für die rund 30 Genossen war am Dienstagabend klar: Die Geschäftsleitung hatte in Christina Bürgi Dellsperger (54) eine ideale Kandidatin gefunden, die auch willens sei, zu kämpfen und sich für die SP-Ideen einzusetzen.

Es erstaunte daher auch nicht, dass sie von Parteipräsidentin Barbara Gysel, Fraktionschef Markus Jans und Kantonsratspräsident Hubert Schuler in höchsten Tönen gelobt wurde. Sie sei fähig, kompetent, wahlerfahren und verfüge als Diplomatin über internationale Erfahrung. Und dies sei gerade im Kanton Zug mit den vielen internationalen Firmen von grosser Bedeutung. «In diesem Bereich kann kein Kandidat und keine Kandidatin ihr das Wasser reichen», ist sich Markus Jans sicher. Eine Regierungsrätin Bürgi sei für den Kanton Zug eine grosse Bereicherung. Sie selber will nach dem Motto ihrer Tante Emilie Lieberherr «eine Welle reissen» und Farbe in den Zuger Regierungsrat bringen. «Ich will dazu beitragen, dass in Zug die richtigen Entscheide gefällt werden, damit es dem Kanton und seinen Einwohnern auch noch in 50 Jahren gut geht», sagte Bürgi. Sie gehörte während zweier Jahre auch dem Kantonsrat an (2006 bis 2008), ehe sie als Diplomatin ins Ausland wechselte.

Links unterstützt sich

Die SP tritt wie die Alternativen mit je einer Kandidatin an und dies eigenständig. Aber beide Parteien würden die andere Kandidatur offiziell unterstützen, betonte Barbara Gysel.

Im Kantonsrat will die Partei ihre 9 Sitze trotz zahlreicher Rücktritte unbedingt verteidigen. Das neue Wahlrecht, der Doppelte Pukelsheim, erfordere aber, dass die Partei in möglichst allen Gemeinden antrete. Doch dafür müssen noch einige Gespräche geführt werden, denn die Partei hat weder in allen Gemeinden eine Sektion noch Kandidaten. Aber man ist guten Mutes, vorhandene Lücken schliessen zu können. Die Mitglieder erteilten deshalb dem Wahlausschuss das Mandat, Listen zusammenzustellen und einzureichen in den Gemeinden, in denen keine SP-Sektion besteht. Entschieden ist hingegen, dass SP und Juso auf einer gemeinsamen Liste antreten. Und auch über den Listentitel haben sich die Genossen gestern geeinigt. Sie heisst Sozialdemokratische Partei: SP, Juso, SP-Frauen.