WAHLEN: Stefan Moos: «Ich will eine bürgerliche Mehrheit»

Stefan Moos von der FDP kandidiert als Stadtrat

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Stefan Moos. Seine Vision: «Zug bleibt eine liebens- und lebenswerte Stadt, in welcher sich die Leute wohl fühlen!» (Bild: PD)

Stefan Moos. Seine Vision: «Zug bleibt eine liebens- und lebenswerte Stadt, in welcher sich die Leute wohl fühlen!» (Bild: PD)

ft. Stefan Moos gehört dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug seit drei Legislaturen an. Jetzt präsidiert er den Rat. Er ist Inhaber eines klassischen KMU-Betriebes.

Stefan Moos, vorausgesetzt Sie werden gewählt: Welche drei Ziele haben Sie sich für die neue Legislatur gesetzt?

Stefan Moos: Meine Vision lautet: «Zug bleibt eine liebens- und lebenswerte Stadt, in welcher sich die Leute wohl fühlen!» Danach werde ich mich langfristig richten. Als erstes Ziel in der Legislatur will ich so schnell wie möglich die Persönlichkeit, die Stärken und Schwächen meiner neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kennen lernen. Denn nur in Zusammenarbeit mit einem starken Team kann man erfolgreich sein. Zweitens will ich Verbesserungspotenzial aufspüren und entsprechend nutzen. Und drittens will ich den jetzigen Steuerfuss beibehalten.

Ein bürgerliches Komitee setzt sich für einen bürgerlich dominierten Stadtrat ein. Braucht es aus Ihrer Sicht diesen Wechsel?

Moos: Ja. Eine bürgerliche Politik setzt die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt und nicht sich selbst. Sie setzt sich für hohe Freiheit und Eigenverantwortung jedes Einzelnen ein. Dadurch können sich die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Vereine besser entfalten. Ein Stadtrat mit bürgerlicher Mehrheit gibt vorsichtiger Geld aus, reguliert weniger und hält die Staatsquote tief. Und das ist eine wichtige Grundlage für das einheimische Gewerbe und die Wirtschaft. Einen rein bürgerlichen Stadtrat will ich jedoch nicht, denn das wäre auch für Zug nicht gut. Da haben die Linken etwas falsch verstehen wollen. Sämtliche Entscheidungen sind fundierter und ausgewogener, wenn man sich auch andere Meinungen anhört.

Die Stadt Zug steckt finanziell in einem strukturellen Defizit. Sind Sie dafür, dass aus diesem Grund die Steuern erhöht werden?

Moos: Nein, ich bin dagegen. Das Stadtzuger Stimmvolk hat vor vier Jahren den jetzt gültigen Steuersatz von 60 Prozent mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 67 Prozent an der Urne bestätigt. Die Politik hat also hier einen Volksauftrag zu erfüllen. Die Stadt Zug braucht eine Entlastung beim ZFA und NFA. Ich bin überzeugt, dass es noch genügend Potenzial gibt, Wünschbares von Notwendigem zu trennen. Wir müssen die Strukturprobleme lösen, sonst müssen die Steuern immer wieder erhöht werden. Eine Steuererhöhung wäre eine Symptombekämpfung, welche nur ganz kurzfristig hilft. Wie wenn ein Arzt die Schmerzmitteldosierung laufend erhöht, anstatt die Ursache der Schmerzen zu behandeln.

Im Frühling 2015 stimmen die Zuger über den Bau des Stadttunnels ab. Sind Sie für oder gegen dieses Projekt?

Moos: Ich bin für den Stadttunnel. Es ist wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, dass die Innenstadt zwischen Bahnhof und Casino vom Verkehr entlastet werden kann. Die Bevölkerung soll sich möglichst ungestört im Stadtzentrum aufhalten können, flanieren, einkaufen und konsumieren. Davon profitieren auch Restaurants, Kaffees, Läden und Gewerbe. Deshalb müssen wir diese Chance packen und den Stadttunnel verwirklichen. Der Preis dafür ist sehr hoch. Aber weil es ein Jahrhundertprojekt ist, von dem mehrere Generationen profitieren, müssen wir uns das leisten. Trotzdem müssen wir die Kosten im Auge behalten und sämtliche Finanzierungsmöglichkeiten prüfen. Wir dürfen den kommenden Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen, welcher nicht abgebaut werden kann.

 

Persönlich

Stefan Moos (46) ist in Zug geboren und aufgewachsen. Er lebt in Partnerschaft und ist Vater von drei Kindern. Er ist Ingenieur HTL. Seit 2007 ist er Inhaber der Moos Bauingenieure AG in Zug. Seit 2003 gehört er dem Grossen Gemeinderat an. Acht Jahre war er Mitglied der Bau- und Planungskommission. Seit 2013 ist er Präsident des Grossen Gemeinderates.