WAHLEN: Zuger FDP steigt mit zwei Männern ins Rennen um die Regierungssitze

Die FDP des Kantons Zug hat am Donnerstag entschieden, mit welchen zwei Kandidaten sie in die Regierungsratswahlen gehen will: Es sind Parteipräsident und Kantonsrat Andreas Hostettler sowie Kantonsrat und Fraktionschef Florian Weber.

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Sie steigen für die FDP ins Rennen: Andreas Hostettler, Baarer Kantonsrat (links) und Florian Weber, Walchwiler Kantonsrat. (Bilder: PD)

Sie steigen für die FDP ins Rennen: Andreas Hostettler, Baarer Kantonsrat (links) und Florian Weber, Walchwiler Kantonsrat. (Bilder: PD)

Die FDP des Kantons Zug will am 7. Oktober ihre beiden Sitze im Regierungsrat verteidigen. Die nicht wieder kandidierenden Regierungsräte Matthias Michel und Urs Hürlimann sollen durch Florian Weber und Andreas Ho­stettler ersetzt werden. Das beschlossen die 183 stimmberechtigten FDP-Mitglieder an der Generalversammlung vom Donnerstag im Casino Zug.Die FDP-Geschäftsleitung hatte der Generalversammlung eine Auswahl zwischen einer Kandidatin und drei Kandidaten für die beiden frei werdenden Sitze in der Kantonsregierung gegeben. Neben den beiden Nominierten waren dies Carina Brüngger und Roger Bosshart. Die Geschäftsleitung hatte mit Erfolg beantragt, mit einem Zweierticket ins Rennen zu gehen.

FDP-Wahlkampfleiter Simon Rohrer stellte die vier Kandidierenden kurz vor. Die Kandidaten stellten sich im Anschluss an das Verlesen eines kurzen Lebenslaufes selber vor. Roger Bosshart (54, Gemeindepräsident Neuheim) stellte seine zehn Jahre Exekutiverfahrung in der Gemeinde Neuheim ins Zentrum. «Mich motiviert es, einen eigenen Beitrag zum Prosperieren des Kantons Zug zu leisten.» In Steinhausen aufgewachsen und seit 1999 in Neuheim wohnhaft, biete er die Chance, ihn als Brückenbauer zu nominieren. Wie die übrigen Kandidaten betonte Bosshart die liberale Gesinnung und die politische Grundhaltung. Carina Brüngger, Gemeinderätin aus Steinhausen, führt dort das Ressort Finanzen und Volkswirtschaft. Die 52-Jährige stellte die Eigenverantwortung ins Zentrum ihrer Vorstellung. Ohne Eigenverantwortung sei beispielsweise kaum Wohlstand möglich. Um dies zu erreichen, gehören für sie neben der Eigenverantwortung auch die Bildung oder die Sicherheit, aber auch eine straffe Führung der kantonalen Finanzen dazu. «Meine Familie steht hinter meinen Plänen, auch wenn ich persönlich angegriffen wurde und werde.»

Der 50-jährige Baarer Kantonsrat und FDP-Parteipräsident Andreas Hostettler habe als Unternehmer gelernt, mit Menschen umzugehen. Unternehmer müssten mit Druck umgehen können. «Ich bin aber auch Politiker, und dazu gehört es, ein Teamplayer zu sein.» Ausserdem reize ihn die Herausforderung, Regierungsrat zu sein, gestand er. Ihm liege daran, den Kanton Zug auf allen Ebenen weiterzubringen. FDP-Fraktionschef im Kantonsrat, Florian Weber (37, Walchwil), beschreibt sich als bürgernah, politisch berechenbar und durch und durch bürgerlich. Auch er setzt auf Eigenverantwortung des einzelnen Bürgers, wobei der Staat die Voraussetzungen für die Wahrnehmung dieser Eigenverantwortung zu gewährleisten habe. «Es gilt, das Zusammenleben im internationalen Dorf Zug zu schützen.»

Andrea Hager soll Oberrichterin werden

Nach der Kandidatenvorstellung hatten die anwesenden Stimmberechtigten die Möglichkeit, den Kandidaten Fragen zu stellen. Gefragt wurde unter anderem nach dem militärischen Rang des Fraktionschefs Florian Weber (Oberleutnant) oder danach, was bei einer allfälligen Wahl in die Regierung mit den verschiedenen Geschäften der Unternehmer geschieht. Alle würden sich weitgehend entweder von der Firma trennen oder sie Nachfolgern übergeben. Nominiert wurden auch die FDP-Kandidatinnen und -Kandidaten für die Richterwahlen vom 24. Juni. Die aktuell als Gerichtsschreiberin am Verwaltungsgericht Zug tätige Andrea Hager wurde als Richterin am Obergericht im Hauptamt nominiert. Sie soll die Nachfolge von Oberrichter Stephan Dalcher antreten, der zur Wahl als Richter im Hauptamt nicht mehr antritt, aber neu als Oberrichter im Nebenamt kandidiert.(haz)