WAHLEN: Zuger Regierungsrat: 14 Neue greifen an

Am Wochenende wird im Kanton Zug gewählt: Regierungs- und Stadtrat, Kantons- und Stadtparlament sowie alle Gemeinderäte. Eine der Fragen: Können sich die Regierungsräte halten?

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Der Zuger Regierungsrat in corpore. (Archivbild Neue ZZ)

Der Zuger Regierungsrat in corpore. (Archivbild Neue ZZ)

Alle sieben amtierenden Zuger Regierungsräte stellen sich zur Wiederwahl. Und eigentlich spricht vieles dafür, dass die Wähler sie auch für weitere vier Jahre in die Pflicht nehmen. Skandale um einzelne Mitglieder sind ausgeblieben; und niemand kann Peter Hegglin, Beat Villiger, Joachim Eder, Matthias Michel, Heinz Tännler, Patrick Cotti oder Manuela Weichelt grosse Fehlleistungen vorhalten. Dennoch: Auf sicher hat die Wiederwahl im Siebnergremium (fast) keine(r). Denn gleich 14 weitere Kandidaten kämpfen um einen Sitz in der Zuger Regierung.

FDP-Parteipräsident Andreas Kleeb freute sich schon vor der Nominationsversammlung über die Fünferliste seiner Partei. Eine Liste mit Zündstoff. Und dies nicht nur gegen aussen, sondern auch gegen innen. Klar, die bewährten Matthias Michel und Joachim Eder sind politische Schwergewichte. Aber Urs Hürlimann, der Neueinsteiger, gibt im Wahlkampf kräftig Gas und hat eine sehr aktive Gruppe in seinem Rücken. Die spannende Frage ist, ob der Freisinn sich nach 2006 (28,8 Prozent) nochmals steigern und/oder Hürlimann gar einen Bisherigen in Bedrängnis bringen kann. Nur: Für einen dritten Sitz dürfte es trotzdem kaum reichen.

CVP wird Sitze wohl halten
Landammann Peter Hegglin (CVP) dürfte seinen Sitz auf sicher haben. Er war vor vier Jahren mit 18 851 Stimmen schon der Primus aller Kandidaten und wird es wohl auch diesmal wieder sein. Beat Villiger, eher ein Mann der leisen Töne und nicht unbedingt der beste Kommunikator, muss mehr kämpfen. Aber am Schluss wird wohl auch der Baarer seinen Sitz verteidigen. Auch, weil die interne Konkurrenz nicht gross ist.

Die SVP hat vor vier Jahren zwar leicht an Listenstimmen verloren (von 22,5 auf 20 Prozent), doch die Vorzeichen stehen diesmal anders. Die Partei verfügt mit Baudirektor Tännler über ein Zugpferd, das in allen bürgerlichen Lagern Stimmen holen wird. Einen Sitz hat die SVP also auf sicher – der zweite ist möglich, wäre aber trotzdem überraschend.

3,5 Prozent hat die gemeinsame Liste von SP und Alternativen vor vier Jahren eingebüsst – trotzdem reichte es weiterhin für zwei Sitze. Und nun? Kaum förderlich für die gemeinsame Liste waren die Querelen im Vorfeld. Vieles deutet darauf hin, dass SP und Alternative ihre zwei Sitze holen – ob aber die Regierungsräte erneut Weichelt und Cotti heissen, das ist offen.

Fredy Trütsch