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WALCHWIL: Altersheim wird Cafébetreiber

Der Gemeinderat hat sich beeilt, einen neuen Pächter für das gemeindeeigene Lokal auf dem Dorfplatz zu finden. Das Alterswohnheim Mütschi versucht sich an diesem schwierigen Geschäft – vorderhand befristet.
Raphael Biermayr
Das Café auf dem Dorfplatz öffnet am 6. Juni wieder. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. Mai 2017))

Das Café auf dem Dorfplatz öffnet am 6. Juni wieder. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. Mai 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Das Café auf dem Dorfplatz öffnet am 6. Juni wieder. Nach dem Konkurs des vormaligen Betriebs hat das Alterswohnheim Mütschi es übernommen. Gegenwärtig wird das Lokal, das der Einwohnergemeinde gehört, im Innern in den ursprünglichen Zustand versetzt. Das Inventar konnte aus der Konkursmasse des Loris Coffee übernommen werden. Die kürzliche Schliessung des beliebten Treffpunkts mit seinem von vielen geschätzten Pächter Lorenz Trost habe «sehr heftige, meistens einseitige Reaktionen» ausgelöst, sagt der Gemeindepräsident Tobias Hürlimann.

Trost hatte sich öffentlich über den Pachtzins und die Auflagen seitens der Gemeinde beschwert. Hürlimann sagt, dass für das Altersheim dieselben Konditionen gälten wie für Trost. «Das war uns sehr wichtig», sagt der Heimleiter Daniel Dossenbach bestätigend und führt aus: «Wir wollten nichts geschenkt und wollten nicht riskieren, dass es im Dorf heisst, wir würden bevorzugt.» Dieser Verdacht wäre nicht abwegig, schliesslich ist der Gemeindepräsident auch Präsident der Stiftung, die das «Mütschi» trägt.

Keine Mittagsmenüs mehr im Angebot

Daniela Bucher wird für den Betrieb des neuen Lokals mitverantwortlich sein. Das ist ein Glücksfall für den Pächter, hat die ehemalige Köchin des «Mütschis» doch zuletzt im Loris Coffee gearbeitet. Sie kennt damit auch die schwierige wirtschaftliche Situation des Cafés in diesem kleinen und weit verzweigten Dorf. Eine Konsequenz daraus sei gemäss Dossenbach, am Montag geschlossen zu haben. Darüber hinaus sei das Lokal dienstags bis freitags von 8 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Das Konzept sieht vor, anstelle von Mittagsmenüs leichte Kost wie Panini, Salate und Birchermüesli anzubieten. Für Menüs würden die Besucher ins «Mütschi» verwiesen, «wir wollen ja nicht mit uns selbst konkurrieren», sagt Dossenbach.

Das Altersheim, das seit längerem als Caterer an grossen Dorfanlässen sowie der Schule tätig ist, verspricht sich vom Lokal «ein weiteres Fenster, in dem wir uns präsentieren können», wie der Heimleiter etwas blumig sagt. Natürlich geht es ums Geschäft. Dossenbach stuft das wirtschaftliche Risiko als «kalkulierbar» ein. Das hängt damit zusammen, dass der Pachtvertrag vorerst nur während sechs Monaten läuft. Die Gemeinde wird den Betrieb des Lokals vorschriftsgemäss öffentlich ausschreiben. «Wenn es läuft, werden wir uns wieder bewerben», sagt Dossenbach. Er gibt dem Café zwei Monate Anlaufzeit, «ab dem dritten muss es rentieren. Andernfalls steigen wir nach sechs Monaten aus.»

«Das Café wird nicht quersubventioniert»

Die Bewohner des «Mütschis» würden in ihrem Alltag nicht vom neuen Projekt des Heims tangiert werden, hält Dossenbach fest. Gegenwärtig sucht man nach weiteren Angestellten für das Café, «nur im Notfall» wird Personal vom Heim dort eingesetzt. Und die Heimbewohner respektive die Angehörigen müssten sich auch keine Sorgen um ihr Geld machen. «Das Café wird nicht quersubventioniert, es muss allein funktionieren», stellt der Heimleiter klar.

Noch offen ist der neue Name des Cafés. Dieser soll nicht mehr an den Pächter gebunden, sondern neutral gewählt sein, sagt Tobias Hürlimann. Der Gemeinderat werde den Namen festlegen – «ohne Wettbewerb», fügt der Gemeindepräsident augenzwinkernd an. Das ist eine Anspielung auf die umstrittene Benennung der Nordzufahrt, die bekanntlich Oberdorfstrasse und nicht wie ursprünglich vorgesehen Emmuetenstrasse heissen wird.

Was das Lokal auf dem Walchwiler Dorfplatz anbelangt, ist jetzt schon klar: Es wird nicht in Café Emmueten umbenannt.

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