WALCHWIL: Der Igel schläft nicht und gibt viel Anlass zu schmunzeln

Die 110 Jahre alte Fasnachtszeitung «Cheschtänä-Igel» hat sich auch letztes Jahr umgehört und Anekdoten zusammengetragen.

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Der neue «Cheschtänä-Igel» berichtet über Walchwil. (Bild: pd)

Der neue «Cheschtänä-Igel» berichtet über Walchwil. (Bild: pd)

Trotz Regen hat man gute Laune. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
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Und deftige Bässe gibt es sowieso! (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Biene Maia war auch dabei. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Umzug Walchwil (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)

Trotz Regen hat man gute Laune. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)

bier. Es soll Menschen geben, die Walchwil für ein Schlafdorf halten. Wer den neuesten «Cheschtänä-Igel» liest, ertappt sich bei ähnlichen Gedanken. Klassiker wie das Erwachen im Busdepot nach plötzlicher Schlaftrunkenheit werden ebenso behandelt wie eine neumodische Erscheinung: Ein vermeintlicher Poltergeist, der «d Theres im Schwyzerhüsli» vom Schlafen abhält. «Ei Tritt, no eine, me ghörts no immer, d Angst, wo sie hed, wird immer schlimmer», spielt der Autor gekonnt auf der Klaviatur der Dramatik. Des Rätsels Lösung: «De Staubsuger isch es, de vollautomatisch!»

Der Name des Anstosses

Der «Igel» setzt sich natürlich auch mit wirklich brisanten Themen auseinander, zum Beispiel mit dem «Unwort des Jahres», wie er findet: «Emmueten­strasse». Die Bezeichnung des Prestigeprojekts sorgt bei manchem für Unverständnis, einige Anwohner der Nordzufahrt (Projektname) beschreiten sogar den Rechtsweg dagegen. Der «Igel» ist auf ihrer Seite: «Willst du unnütz deine Zeit vertreiben, versuch mal dieses Wort zu schreiben», heisst es da beispielsweise. «Darum unsere Bitte an den Gemeinderat, mit diesem Namen zurück an den Start», denn: «Ihr kreativen Köpfe im Gemeindezimmer, nicht mal Millionenloch wäre schlimmer.» Ein Stammgast im Blatt ist auch Garagist Chabi Hürlimann. Er erhält für seine Rolle als Stammgast in «fast jeder Beiz in der ganzen Innerschweiz» die Ehre auf einen Stammplatz im «Igel» – Chabi ist gleich zweimal vertreten.

Um Gäste geht es auch beim Beitrag zur Loris Coffee Bar auf dem Dorfplatz. Der Autor lobt das Angebot und die Kreativität des Wirts, jener sei ein Gewinn für Walchwil. Einmal hat er es aber übertrieben, als er dem Kir­chenchor Suppe auftischte: «Doch, oh Schreck, mit dem ersten Schluck, geht durch die Esser ein jäher Ruck! So viel Pfeffer, lieber Koch, ist zu viel des Guten doch!» Auch das Fonduehüttli hat dem «Igel» missfallen: «Stellst hin da für 1 Monat eine winzige Baracke, sitzen 8 Leute, klemmts unten an der Backe.»

Das Hudivater-Duo Ueli und Pädel mag mit dem Motto «Mafia-Staffia» einen auf dicke Hose machen. An der Inthronisation zeigte sich aber, wer in «la Famiglia» – wie sonst? – Hürlimann die Hosen anhat: Mutter Monika hat ihre öffentlich Zigarre rauchenden Söhne anscheinend zur Rede gestellt. Diese melden sich über den «Igel» bei ihr zu Wort: «Das ist doch halb so schlimm, wissen täten wir schon wie’s ging.»

Schlimme Erinnerung an 2015

Kinderstube hin oder her: Mit den Hürlimanns gibt es dieses Jahr wenigstens wieder Hudiväter. Im letzten Jahr war das noch anders, das traditionsbewusste Dorf stand ohne Fasnachtsoberhaupt da. Der «Igel» erinnert daran, indem er ein Graffito von der Holz­brücke oberhalb der Bahnunterführung zeigt: «Üsi Fasnacht läbt! Frage vom Igel wo?!?». Nun kann der 110 Jahre alte «Cheschtänä-Igel» aufatmen, indem er auf dem Titelblatt vermeldet: «Üsi Fasnacht läbt (wider)!»