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WALCHWIL: Ein Pionierprojekt steht in den Startlöchern

Der Spatenstich zum 10-Millionen-Franken-Projekt ist erfolgt. Das Zentrum Elisabeth realisiert einen Erweiterungsbau für Langzeitaufenthalte. Damit wird einem langersehnten Bedürfnis Rechnung getragen.
Andrea Muff
So soll der Erweiterungsbau an der Walchwiler Hinterbergstrasse dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung/PD)

So soll der Erweiterungsbau an der Walchwiler Hinterbergstrasse dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung/PD)

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Eigentlich hat man vom Zentrum Elisabeth an der Hinterbergstrasse in Walchwil einen wunderbaren Blick auf den Zugersee und die Rigi, doch am Montag lagen die Wolken tief und versperrten die Sicht. Nichtsdestotrotz sprach Peter Bieri, Präsident des Vorstandes des Zentrums Elisabeth und alt Ständerat, von einem «Freudentag». Der Verein hat nämlich zum Spatenstich des Neubauprojekts «Solaris» geladen. Neben dem Haupthaus soll ein Erweiterungsbau für Langzeitaufenthalte realisiert werden.

Das Zentrum Elisabeth ist speziell auf chronisch-neurologisch Erkrankte, insbesondere Multiple-Sklerose-(MS)-Betroffene, ausgerichtet. Heute verbringen die Gäste ihre Ferien in den 39 Zimmern. Die 15 neuen Räume im Erweiterungsbau werden daher speziell für Langzeitgäste gebaut. Der Bau kostet 10 Millionen Franken. Die Finanzierung sei weitgehend gesichert – 30 Prozent durch Eigenfinanzierung und 70 Prozent durch Spenden –, erklärte Alex Waltenspühl, Vizepräsident des Vorstandes.

«Ein Jubiläumsgeschenk zur Volljährigkeit»

Der Neubau wurde von Peter Bieri als Meilenstein bezeichnet, als er sich bei der Begrüssung an die zahlreich erschienenen Sponsoren, Gäste, Medienschaffenden und Vertreter von Kanton und Gemeinde wendete. Vor 20 Jahren wurde das Zentrum Elisabeth eröffnet. «Der Erweiterungsbau ist somit ein Jubiläumsgeschenk zur Volljährigkeit», erklärte Bieri mit einem Schmunzeln. Der Beschluss zum Bau der Räume für Langzeitaufenthalte liegt bereits sieben Jahre zurück. Zwei Hürden hat das Projekt genommen: 2013 und 2015 sprach sich die Gemeindeversammlung zum einen für die Umzonung und zum anderen für den Bebauungsplan aus.

Dass die Idee, Langzeitaufenthalte anzubieten, nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigte Patri­cia Monin, Direktorin der Schweizerischen MS-Gesellschaft: «Es ist ein grosses Bedürfnis, das tagtäglich an uns herangetragen wird.» Solche Einrichtungen seien selten, und oft bleibe auch für junge MS-Betroffene nur das Alters- und Pflegeheim für einen längeren Aufenthalt. «Das ist ein Pionierprojekt, und ich freue mich sehr darüber», so Monin.

Peter Keller hat sich bereits für ein Zimmer im Neubau angemeldet. «Wir haben eigentlich keine Erwartungen, denn diese werden sowieso alle erfüllt», ist sich der MS-Betroffene sicher. Als häufiger Gast möchte er stellvertretend für alle Gäste ein grosses Lob an die Mitarbeiter aussprechen, aufgeteilt in drei Stichworte: Empathie, Hierarchie und Frauenquote. Letztere habe das Zentrum Elisabeth mit 90 Prozent erfüllt. «Als männlicher Gast kann ich nur sagen: ‹Ach, wie herrlich!›», sagte er mit einem breiten Lächeln. Besonders schätze er aber die «grossartigen Menschen», die im Zentrum arbeiten, und die flachen Strukturen: «Seit 20 Jahren ist Hierarchie hier ein Fremdwort», erklärte er den Anwesenden.

Bereits jetzt sind die Bagger am Hang über Walchwil aufgefahren. In den nächsten Monaten werde hauptsächlich gegraben, erklärte Urs Bernet, Geschäftsleitungsmitglied der Jego AG, die für den Bau verantwortlich ist. Denn der Erweiterungsbau soll mit einer Tiefgarage erschlossen werden. Bis im Juli 2019 soll der Neubau stehen, damit danach mit den Arbeiten an der Küche und dem Speisesaal im Haupthaus begonnen werden kann. Bis im Oktober 2019 sollten auch diese Arbeiten abgeschlossen sein. Während des Baus soll der Betrieb des Zentrums Elisabeth stets aufrechterhalten bleiben, versichert Bernet.

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