WALCHWIL: Fetzen fliegen, Kinderherzen schlagen höher

Eine schöne Bescherung. Das dürfte sich am Dienstag-Nachmittag mancher Walchwiler gedacht haben. Es ist Kinderbescherung – und das im doppelten Sinn.

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Kinderbescherung in Walchwil: Kinder bekommen einen Papiersack mit Geschenken vom Hudivater. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Kinderbescherung in Walchwil: Kinder bekommen einen Papiersack mit Geschenken vom Hudivater. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Da sind die Gaben: Jedes Kind erhält am Eingang zum Gemeindesaal ein Säckli, gefüllt mit Mutschli und Orangen, Chips, Gummibärli und allerlei Naschereien. Der Hudivater Vitus Hürlimann und sein Vize Martin Rust sowie die Hudimutter Julia Dvanajscak und ihre Stellvertreterin Katrin Schmid reichen Tüte um Tüte in die kleinen Kinderhände, ernten schüchterne Dankesworte und leuchtende Augen. Rund 250 Knöpfe haben sie beschenkt, schätzt Hudivater Vitus Hürlimann später. Das seien relativ wenige, was die Fasnachtsgesellschaft wegen der Ferien aber erwartet habe.

Käferfest mit Konfetti
Für eine ebenso schöne Bescherung sorgen indes die Kinder selbst; auf der Bühne steigt die Konfettischlacht, hier fliegen die Fetzen. Da wirft Prinzessin Nummer eins (mit rosa Flügeln auf dem Rücken) Prinzessin Nummer zwei (ganz in Pastell) eine volle Ladung Papierfötzeli ins Gesicht, wofür sich Letztere beherzt mit einer Handvoll vom Boden zusammengekratzter Konfetti revanchiert. «Die Konfettischlacht ist das Beste», sagt das neunjährige Cowgirl Flavia Zimmermann, das einen Sack gelber Papierfetzen bereithält. Sie ist mit ihren Schwestern hier, Diana (7), ihres Zeichens Pippi Langstrumpf und mit rosa Konfetti bewaffnet, und Fiona (5), Löwin, mit einem Säckli lila Konfetti in der Hand. Für lange Worte bleibt kaum Zeit; die drei Mädchen ziehen von dannen und mischen sich unters Kindervolk, das da wirft und schmeisst. Mittendrin im Käferfest steht auch das dreieinhalbjährige Prinzesschen Vanessa, begleitet von Mami Doris Meier. Nebenan liefert sich Sohn Elia (5), Cowboy in voller Montur, genüsslich eine Schlacht. Vier Säcke Konfetti hat die Mutter mitgebracht. «Es ist toll hier», sagt sie. «Weil die Kinder einfach machen dürfen.»

Gummibärli sind top
Nicht ganz überzeugt scheint Ella Andermatt (4), die als Pippi unterwegs ist und die tobende Konfettimeute vom Bühnenrand aus beäugt. Sie ist aus Baar zu Besuch bei Grossmutter Irma Bissig, die die Kinderbescherung schon mit ihren Kindern besuchte. Ella mit den aufgemalten roten Bäckchen, den Sommersprossen und den blonden Zöpfen bleibt erst skeptisch angesichts der Fötzel, die in hohem Bogen durch die Luft fliegen. Was für sie denn besonders lässig sei an der Kinderbescherung? «Dass ich hier bin», sagt sie und strahlt. «Und die Gummibärli.» Schliesslich zottelt auch sie davon und wagt sich ins Getümmel. Eine schöne Bescherung.

Sarah Kohler