WALCHWIL: Hudiväter schwingen das Lasso

Am Hudivaterball gings hoch zu und her. Dabei trafen Rothäute auf Bleichgesichter - trotzdem blieb es friedlich.

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Wie im Wilden Westen: die beiden Hudiväter Vitus Hürlimann (links) und Martin Rust im Saloon. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Wie im Wilden Westen: die beiden Hudiväter Vitus Hürlimann (links) und Martin Rust im Saloon. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Offiziell ist Vitus Hürlimann der Hudivater und Julia Dvanajscak die amtierende Hudimutter der Walachei. Martin Rust und Kathrin Schmid sind ihre Vizes. Doch Vitus Hürlimann lässt dies so nicht gelten.

«Wir sind gleichberechtigte Hudiväter und Hudimütter, die mit der Unterstützung der Fasnachtsgesellschaft und des Komitees etwas zur Dorfkultur beitragen wollen. Wir haben ?Yes we can? gesagt, als wir vier Tage nach der Wahl von Barack Obama in unser Amt berufen wurden. Und dieser Berufung wollen wir gerecht werden.»

Elegante Saloondamen
Dass sie ihrer Berufung gerecht werden, bewiesen die beiden Hudipaare am Samstag am Hudivaterball unter dem Motto «Im Wilden Westen» im Restaurant Bahnhöfli und in der Kaffeestube, wo Richi Rogenmoser, Wendel Hürlimann und Franz Portmann mit urchiger Ländlermusik gute Laune verbreiteten.

Die mit schwarzen Fräcken, weissen Hemden und einer roten Fliege bekleideten Hudiväter und die als elegante Saloondamen erschienenen Hudimütter erwiesen sich als ebenso trinkfest wie die unzähligen schwer bewaffneten Cowboys und Indianer, die für eine frohe, ausgelassene Stimmung sorgten.

Mit einem Kuss belohnt
Die beiden Hudimütter sagten ganz spontan: «Vitus und Martin sind tolle Hudiväter. Es macht Spass, mit ihnen Fasnacht zu feiern.» Martin Rust belohnte seine Hudimutter für diese Aussage mit einem Kuss, ehe er augenzwinkernd zu verstehen gab: «Das wird ja wohl erlaubt sein, Kathrin Schmid ist ja schliesslich meine Freundin.»

Hudivater Vitus Hürlimann schmunzelte verschmitzt lächelnd und genehmigte sich einen schmackhaften Hudivater-Teller mit Speck, Walchwiler Greyerzerkäse und Appenzeller Alpenbitter, um die lange Nacht unter der ohrenbetäubenden Kakofonie der Walchwiler Cheschtänärigler, der «besten Guggenmusig der Alpennordseite», so Kathrin Schmid, unbeschadet überstehen zu können.

Martin Mühlebach