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Walchwil: Ist der Weg zur Überbauung Grossmatt nun frei?

Nach jahrelanger juristischer Auseinandersetzung liegt derzeit das vielleicht letzte Baugesuch im Zusammenhang mit der Überbauung Grossmatt auf. Die benachbarte Bauernfamilie hält sich bezüglich einer weiteren Einsprache noch bedeckt.
Raphael Biermayr
Auf diesem Gebiet in Walchwil soll die Überbauung Grossmatt entstehen. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 26. November 2018))

Auf diesem Gebiet in Walchwil soll die Überbauung Grossmatt entstehen.
(Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 26. November 2018))

Dass sich Aussicht auszahlt, liegt genauso auf der Hand, wie dass Aussicht ihren Preis hat. Das können auch mal 3,545 Millionen Franken sein. Mit so viel ist die teuerste noch erhältliche Wohnung in den drei Häusern der Überbauung Grossmatt in Walchwil auf der Projekt-Homepage veranschlagt. Gegenwärtig liegt ein Baugesuch der Bauherrin Aula AG auf.

Dieser Satz lässt im Zusammenhang mit dieser Überbauung an ein nächstes Kapitel in dieser vermeintlich unendlichen Geschichte denken. Doch es handelt sich dabei lediglich um eine Änderung der Einmündung in die Vorderbergstrasse, damit die Lastwagen den Transport der Unterflurcontainer problemlos bewerkstelligen können. Dabei werden 18 Wohnungen entstehen, gefolgt von deren elf in zwei weiteren Flachdachhäusern. Die dritte Etappe umfasst schliesslich die Errichtung zweier Gebäude mit Giebeldächern; dies aus Ortsbildgründen, weil sie sich in der Kernzone befinden. In ihnen wird man – im Gegensatz zu den anderen fünf Gebäuden – zur Miete wohnen können. Was das Datum des Baustarts zur ersten Etappe anbelangt, gibt es seitens der Aula AG keine Auskunft.

Ein langer Weg bis zur Umsetzung

Die Überbauung Grossmatt ist für zweierlei ein eindrückliches Beispiel: Für den langen Atem, die mitunter von Bauherren verlangt wird. Und für die Möglichkeiten, die sich Einsprechern bieten. Vor 14 Jahren erwähnte der damalige Walchwiler Bauchef Oskar Feusi die Grossmatt erstmals öffentlich als eines der Walchwiler Wachstumsgebiete. Zwei Jahre später gab die Gemeindeversammlung ihren Segen in Form des neuen Zonenplans dazu. Seither standen mehrmals Profile auf dem Grundstück – und wurden nach gutgeheissenen Einsprachen wieder abgebaut. Im Februar 2013 wurde die dritte Baueingabe gemacht, die – bis auf die jetzt aufliegende erwähnte Änderung – dem aktuellen Projekt entspricht.

Zu den Unterlagen gehörte auch ein detailliertes Lärmgutachten. Darin war gemäss unserer früheren Berichterstattung zu lesen: «Die zukünftigen Bewohner der Überbauung Grossmatt müssen sich bewusst sein, dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft eines Landwirtschaftsbetriebes leben werden, von dem Lärm und andere Emissionen ausgehen. Die Lärmpegel werden bei bestimmten Arbeiten kurzzeitig auf den Terrassen, im Garten und an den offenen Fenstern deutlich hörbar sein.»

Einsprachefrist läuft noch

Dennoch erhob der benachbarte Bauer Josef Hürlimann, der mit seiner Familie in siebter Generation den Hof im Zipfel bewirtschaftet, erneut Einsprache. Die Auseinandersetzung führte bis nach Lausanne. Die Bundesrichter entschieden für die Aula AG. Gegen die folgende Baubewilligung im Februar 2017 zog Hürlimann wieder vor Gericht. Diesmal dauerte der Weg durch die Instanzen «nur» rund ein Jahr: Im vergangenen März teilte das Bundesgericht mit, gar nicht erst auf seine Beschwerde einzutreten. Den Hürlimanns blieben nur die mit 50000 Franken erkaufte Erfahrungen auf dem juristischen Parkett – und die Furcht vor Klagen.

Denn ein Gebäude der Überbauung reicht bis auf wenige Meter an ihren Stall und den Miststock heran. Dem liegt ein behördlicher Fehler bei der Einzonung zugrunde, wie der Regierungsrat, der diese überprüfte, einräumte. Das geht aus den Gerichtsakten hervor. Nun hat das Hin und Her also ein Ende – oder doch nicht? Auf die Frage, ob die Nachbarn auch gegen das aktuelle Baugesuch Einsprache erheben, sagt Martha Hürlimann, dass die Familie noch darüber berate. Die Frist dafür dauert bis zum 5. Dezember Sie wüssten allerdings: «Unser Problem liesse sich dadurch nicht lösen.»

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