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WALCHWIL: Ist «Emmueten» zu umständlich?

Emmetten, Emmueten oder doch Hörndli? Das Megaprojekt im Dorf macht mehr wegen seines Namens als wegen der Baustelle von sich reden.
Wird aus der Emmueten- die Hörndlistrasse? An der betroffenen Strasse wird allerdings erst gebaut. (Archivbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wird aus der Emmueten- die Hörndlistrasse? An der betroffenen Strasse wird allerdings erst gebaut. (Archivbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Carmen Desax

Eine Namensgebung oder ein Namenswechsel ist im Kanton Zug anscheinend keine einfache Sache. In allzu guter Erinnerung ist der lange Streit um den Kirschtortenplatz in Zug. Verhindert hingegen wurde, dass es in Risch-Rotkreuz heute einen «Porscheplatz» gibt (wir berichteten).

Nun kann diesem Thema ein weiteres Kapitel gewidmet werden. Diesmal ist eine Strasse in Walchwil betroffen. ­Diese befindet sich momentan im Bau und soll künftig die «Emmuetenstrasse» werden. Dass dieser Name nicht bei allen gut ankommt, ist nichts Neues. Doch es regt sich konkreter Widerstand. Eine Gruppe von Bewohnern des Quartiers Hörndlirain hat bei der Regierung Einsprache eingereicht. «Wir wehren uns gegen diesen Namen», erklärt Christian Gut, ein Exponent dieser Gruppe. «Emmueten ist in Walchwil vor 400 Jahren ausgestorben, niemand hat noch eine Verbindung dazu», meint er weiter. Grundsätzlich sei das nichts Verwerfliches, es gebe sogar schöne Beispiele von einer solchen Reaktivierung. Doch in diesem Fall sei man einfach über das Ziel hinausgeschossen. Mit «man» meint er den Gemeinderat Walchwil. Dieser ist für die Namensgebung verantwortlich. «Viel besser wäre es, den Namen Hörndli zu verwenden», immerhin gebe es eine gleich heissende SBB- und Bushaltestelle, und es entspricht mit seiner Form der Topografie.

Bewohner wehren sich

Emmueten hingegen sei ungewohnt. Weder könne man den Namen gut schreiben noch aussprechen, begründet der Walchwiler den Protest. Besonders die Anwohner der künftigen Strasse, die dereinst eine Adresse dort hätten, seien von der unglücklichen Namenswahl betroffen. «Deshalb haben wir uns entschieden, den Rechtsweg zu gehen.» Nun liege es am Regierungsrat, wie es weitergehe. Die Initianten berufen sich unter anderem auf eine Empfehlung auf Bundesebene, die besagt, dass ein Strassenname gut aussprechbar und gut schreibbar sein muss. «Nun wird das der Regierungsrat beurteilen. Wir hoffen auf ein Einsehen, denn Hörndli soll nicht einfach liquidiert werden.»

Ein laufendes Verfahren

Auch im Wettbewerb, der anlässlich einer Namensfindung im Sommer 2014 durchgeführt wurde, sei das Hörndli schon der grösste gemeinsame Nenner gewesen, weiss Gut. «Emmueten hingegen wurde nur zwei Mal genannt.» Der Gemeinderat sei wohl auf diese Idee eingeschossen gewesen. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, kann und will sich Gemeindepräsident ­Tobias Hürlimann zu diesem Zwist nicht äussern. Dass es mit der Benennung der Strasse ein langes Hin und Her ist, wird aber auch er nicht anzweifeln können: Nordzufahrt hiess sie zuerst, das war aber lediglich der Projektname. Dann wurde im Sommer 2014 der Name Emmettenstrasse beschlossen, bloss um diesen kurz darauf in Emmuetenstrasse abzuändern.

«Tatsächlich war vielen Leuten der Name nicht bekannt», erklärt der Zuger Ortsnamenforscher Beat Dittli. Er ist Mitglied der kantonalen Nomenklaturkommission. Die Gemeinde hat den Namen daraufhin ebendieser Kommission zur Überprüfung vorgelegt. «Emmueten war bis um 1500 der Name des oberen Dorfteils. Es besteht also eine gewisse Tradition, eine historische Überlieferung.» Schliesslich habe man dem Gemeinderat empfohlen, den Namen in die mittelalterliche Form umzuändern. Auch um eine Verwechslung mit dem nidwaldnerischen Emmetten zu verhindern.

Weitere unaussprechliche Namen

«Strassennamen sind aber ganz klar in der Kompetenz der Gemeinden», betont Dittli. Die Kommission könne höchstens beratend helfen. Wie das auch bei der Benennung des Kirschtortenplatzes der Fall war. «Zwischen den zwei Prozessen gibt es tatsächlich Parallelen.» Der Fall liegt nun wieder beim Zuger Regierungsrat. Was das allerdings für den Ausgang des Streits heisst, kann noch nicht gesagt werden. «Hörndli­strasse wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Die Entscheidung des Gemeinderates war eben eine andere.» Er persönlich fände es schade, wenn der Name wieder geändert würde. Das Argument der Gegner, dass man den Namen weder gut schreiben noch aussprechen kann, lässt Dittli nicht gelten. «Da kommen mir auch andere Beispiele in den Sinn, wie die Buonaserstrasse in Rotkreuz, der Hänibüel in Zug oder die Luegetenstrasse in Menzigen.»

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