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WALCHWIL: Mehr Licht: Doch das erhitzt die Gemüter

Zonenkonform will die Gemeinde auf dem Lienisberg den Sportplatz mit mehr Licht ausstatten und um einen Tennisplatz erweitern. Was die Sportler freut, stösst bei Anwohnern auf Widerstand.
Zoe Gwerder
Der Fussballplatz auf dem Lienisberg. (Bild: Gina Böhme/ZZ)

Der Fussballplatz auf dem Lienisberg. (Bild: Gina Böhme/ZZ)

Der Sportplatz Lienisberg soll nicht nur um einen Tennisplatz erweitert werden, sondern auch noch eine Flutlichtanlage erhalten. Dieses Vorhaben der Gemeinde sorgt bei Anwohnern und Umweltschützern für Unmut. Denn dieser Sportplatz ist ein besonderer Platz. Er befindet sich auf über 900 Meter über Meer, mitten in der Natur des Zugerbergs. Er wurde dort angelegt, weil sich dort eine der wenigen Ebenen auf Gemeindeboden befindet. Fussball spielen muss man in Walchwil also quasi auf der Alp.

Und jetzt soll der Berg also noch etwas mehr für den Sport herhalten – indem dieser Teil beleuchtet werden soll. Zwar gibt es jetzt schon Licht auf dem Platz. Dieses reicht gemäss den Fussballspielern jedoch nicht, um richtig zu trainieren, und war auch nie bewilligt worden. Pikant: 1999 wurde der Kredit für den Sportplatz von der Gemeindeversammlung gutgeheissen. Dies jedoch erst, nachdem Kritiker, die Mehrverkehr befürchteten, gerade damit beruhigt wurden, dass der Platz ja keine Lichtanlage habe und daher der Betrieb eingeschränkt sei.

Flutlicht würde einiges erleichtern

Nun soll also doch eine Flutlichtanlage beim Sportplatz entstehen. Das Licht sei wichtig für den Fussballclub, sagt der Walchwiler Bauchef René Loosli. «Nur so kann die erste Mannschaft die Saison von Ende März bis Ende Oktober auch bestreiten, ohne einen Grossteil der Spiele auswärts austragen zu müssen.» Dank des Lichts könnte der Platz während der schneefreien Zeit optimal genutzt werden. Und die neue Anlage generiere deutlich weniger Lichtabstrahlung als die alten Scheinwerfer.

Die Gegner sind da anderer Meinung. Sie bestehen aus dem WWF Schweiz, Pro Natura Zug sowie aus der IG Lienisberg, in welcher sich 15 Anwohner zusammengetan haben. Sie alle reichten gegen das Vorhaben eine Einwendung ein. Da sie sich daraufhin mit dem Gemeinderat nicht einigen konnten, kommt die Vorlage nun vor die Gemeindeversammlung. In einer gemeinsamen Mitteilung schreiben die Gegner, dass sie sich Sorgen um die Natur machen. Wörtlich: «Die IG Lienisberg sorgt sich um die Lichtverschmutzung, unter der nicht nur die Anwohner, sondern auch die Tierwelt zu leiden hätte.» Das Landschaftsbild würde auffallend und nachhaltig verändert. Zusätzlich befürchten die Gegner, dass der tägliche Verkehr wegen des Tennisplatzes zunimmt.

Die Masten sind das Problem

Für die drei Organisationen spricht Thomas Landolt. Er gehört zur IG und wohnt in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes. Er räumt ein, dass nach genauer Betrachtung die Lichtverschmutzung das kleinere Problem sei – der Gemeinderat hatte die Gegner nämlich zu einer Besichtigung einer solchen Anlage eingeladen. Durch die Beleuchtung mit neusten LED-Lampen scheint das Licht nur dorthin, wo es auch gebraucht wird. Wenige Meter neben dem Platz ist praktisch kein Licht mehr messbar. Das Problem sieht Landolt inzwischen eher bei der Installation: Die Masten von bis zu 18 Meter Höhe passten nicht ins Landschaftsbild, nur wenige Meter neben der Naturschutzzone. «Eine solche Beleuchtung mit solchen Masten – da kann ich nur sagen: nein!», so Landolt. Tatsächlich wurde der Platz bei der letzten Zonenänderung inmitten Wald-, Landwirtschafts- und Naturschutzzonen als Freizeit- und Sportzone ausgeschieden. Dies wurde damals von der Stimmbevölkerung angenommen.

Finale an der Gemeindeversammlung

Nun machen sich beide Seiten bereit für die Gemeindeversammlung vom 30. November. Dort wird darüber abgestimmt, ob die Gemeinde den entsprechenden Paragrafen in der Bauordnung ändern darf. Sodass der Tennisplatz wie auch die Flutlichtanlage gebaut werden können.

Obwohl die Gemeindeversammlung im Sommer bereits einen Kredit von 2,5 Millionen Franken für den Ausbau der In­frastruktur gesprochen hatte, erhoffen sich die Gegner eine Änderung der Bauordnung, um auf diese Weise den Tennisplatz und die Flutlichtanlage bachab zu schicken. Bei Bauchef Loosli ist die Anspannung gross: «In Walchwil weiss man schon lange, dass der Fussballclub mehr Licht möchte. Dass dies in einem nächsten Schritt kommen würde, war bereits an der letzten Versammlung bekannt, als der Kredit für den Ausbau der Infrastruktur genehmigt worden war.» Über den Ausgang der Abstimmung wage er jedoch keine Prognose zu stellen.

Zoe Gwerder

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