WALCHWIL: Neckereien und das Zmittag gibt es hier umsonst

Es ist eng, und es ist gemütlich. Zum ersten Mal nach Jahren hat die Fasnachtsgesellschaft das Dorf wieder in der Garage bewirtet.

Susanne Holz
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Hudivater Beat Hürlimann (rechts) ist bereit für das Fasnachtstreiben. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Hudivater Beat Hürlimann (rechts) ist bereit für das Fasnachtstreiben. (Bild: Christian H. Hildebrand)

«Think pink», so lautet das diesjährige Motto der Walchwiler Fasnachts-Oberhäupter: der Hudiväter und -mütter. Weshalb diese auch schön in Rosa gekleidet am Nachmittag gegen 16 Uhr die Bierbank in der Zugersee-Garage drücken. Doch nicht nur die «Beatles», die zwei Hudiväter mit dem schönen und seltenen Namen Beat Hürlimann sowie ihre weiblichen Pendants lassen es sich in der gemütlich warmen Garage gut gehen, sondern auch sonst allerlei Fasnachtsfans leisten sich hier vergnügliche Gesellschaft.

Auf den Beinen sind die Walchwiler am vergangenen Schiessvereinssamstag, dem offiziellen Fasnachtsbeginn in der Gemeinde am See, schon sehr lange. Gerade die Hudiväter wurden am frühen Morgen durch die Musik geweckt. Und nach einem gut besuchten Gottesdienst gehts mit der Bevölkerung und der Musikgesellschaft zum Restaurant Engel, wo die Guggenmusik Cheschtänärigler aufspielt und für viel gute Laune sorgt.

Tannenspitze fehlen nicht

Den ganzen Tag durchs Dorf ziehen in bewährter Tradition die sechs Röllener, die die sechs Walchwiler Geschlechter verkörpern: Der Schellengurt eines jeden Rölleners ist mit dem Wappen des jeweiligen Geschlechts verziert. Und weil es Traditionen meist in sich haben, dürfen am Samstag auch die Tannenspitze nicht fehlen, mit denen die Röllener so manchen arglosen Passanten oder fröhlichen Fasnächtler zu necken verstehen. Doch Fasnacht ist Fasnacht, und gratis ist gratis: Nicht nur die Neckereien, nein, auch das Zmittag gibts in Walchwil umsonst. In der Zugersee-Garage offeriert die Fasnachtsgesellschaft erstmals ein Pilzrisotto – und gibt somit den traditionellen Älplermakronen den Laufpass. Doch während sich das Volk sofort mit der neuen Lokalität, der kleinen und feinen Garage am See, anfreundet und den Gemeindesaal nicht sonderlich zu vermissen scheint, harzt es noch ein bisschen bei der Nachfrage nach den Pilzen. Dies erzählt am Nachmittag zumindest die Präsidentin der Walchwiler Fasnachtsgesellschaft, Luzia Schmid, und schmunzelt dazu – wie es sich für einen Fasnachtsprofi eben gehört.

Feuerprobe bestanden

Ob es das Pilzrisotto im nächsten Jahr wieder in die Fasnachtstöpfe schafft, darüber muss wahrscheinlich noch beraten werden. Die Zugersee-Garage aber hat ihre Feuerprobe wohl bestanden: «Gerade am Mittag war es sehr voll hier», resümiert Luzia Schmid am Nachmittag, «es ist hier einfach harmonisch, gemütlich, man sitzt enger beieinander und die Stimmung ist besser.»