Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WALCHWIL: Neue Zunft feiert 111-Jahr-Jubiläum

Am letzten Martinitag wurde die Zunft zur Walachei gegründet. Deren Mitglieder treffen sich am Schmutzigen Donnerstag zur Tafelrunde und haben guten Grund, um anzustossen.
Charly Keiser
Zunftmeister Franz Hürlimann stellt die Zunft vor. (Bild: Daniel Frischherz (Zug, 20. Februar 2017))

Zunftmeister Franz Hürlimann stellt die Zunft vor. (Bild: Daniel Frischherz (Zug, 20. Februar 2017))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Still und heimlich ist am 11. November 2016 in Walchwil die Zunft zur Walachei aus der Taufe gehoben worden. Zunftmeister Franz Hürlimann lächelt verschmitzt und sagt: «Und jetzt ist es Zeit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.» Denn Morgen, am Schmutzigen Donnerstag, würden sich die Mitglieder der Zunft zur Walachei zur Tafelrunde treffen.

Die Zunft sei die Institutionalisierung der losen Gruppe der Althudiväter, führt alt Kantonsrat Hürlimann aus. Diese hätten sich in der Vergangenheit ohne fixe Regeln einmal jährlich zusammen mit den Partnerinnen zu einem ausgedehnten Abendmahl getroffen. Neu träfen sich nun aber die Mitglieder der Zunft beim Hauptbot am 11. 11. und zur Tafelrunde am Schmutzigen Donnerstag zusammen mit den Partnerinnen.

Hudiväter fast komplett vertreten

19 der 20 noch lebenden Hudi­väter sind Mitglied der Zunft zur Walachei, als deren Zunftmeister Franz Hürlimann amtet. Seppi «Rosso» Roth ist der Münzer und ist damit für die Eintreibung des Tributs verantwortlich, dessen Höhe jeweils am Hauptbot beschlossen wird. Alois Rust, besser bekannt als «Pfaffenboden Wisel», ist der Berichter, Vitus Hürlimann amtet als Zunftweibel, und Beat Hürlimann ist als Wagner für den Umzugswagen verantwortlich. Am Schmutzigen oder Feissen Donnerstag, wie er im Aargau auch genannt werde, «noch einmal richtig gut zu essen und zu trinken», das sei das Ziel der Tafelrunde, sagt Hürlimann.

Weil man Zunft zum Cheschtänäigel nicht lesen und «an- ständig» in den neuen Medien darstellen könne, sei an der Gründungsversammlung nach längerer Diskussion der Name Zunft zur Walachei gewählt worden, erzählt der 62-Jährige. Schon 1906 in der Gründungsurkunde der Walchwiler Fasnachtsgesellschaft sei die Walachei erwähnt, was die Versammlung letztlich überzeugt habe.

Zünfterinnen sind nicht erwünscht

Die Zunft habe nach aussen nur eine einzige Pflicht, erklärt Hürlimann. «Sie hilft der Fasnachtsgesellschaft wenn nötig, einen Hudivater zu finden.» Und in diesem Zusammenhang lege man Wert darauf, dass die Zunft auch in Zukunft ausnahmslos aus Zünftlern bestehe, ergänzt Hürlimann. Und er fügt an: «Für Zünftlerinnen ist sie nicht vorbereitet.» Dies sei nicht gegen Frauen gemünzt, betont er. «Aber es gibt schon Hudimütter, die nicht die gleiche Funktion haben wie die Hudiväter. Da müsste man zuerst etwas anpassen.» Die Suche nach einem Hudivater passiere auf ausdrücklichen Wunsch der Fasnachtsgesellschaft, da die Zünftler für sich in Anspruch nähmen, alleine zu wissen, mit welchen Kriterien sich ein künftiger Hudivater auseinanderzusetzen habe.

Bei der Gründung sei zudem das Alter der neuen Zunft zum Thema geworden, erzählt Hürlimann. «Da die Walchwiler Fasnachtsgesellschaft 111 Jahre alt ist und schon von Anfang an Hudiväter hat, sind auch wir 111 Jahre alt. Darum feiern wir am morgigen Schmutzigen Donnerstag als neu gegründete Zunft im Gasthaus Engel unser 111-Jahr-Jubiläum.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.