Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WALCHWIL: Tennisclub muss Wohnungen weichen

Die Kündigung traf den Club völlig unerwartet: Nach 40 Jahren müssen die Tennisspieler ihre Plätze in der Dürrenburg räumen.
Andrea Muff
Tennis in traumhafter Atmosphäre wird es in Walchwil bald nicht mehr geben. Die beiden Plätze in der Dürrenburg werden überbaut. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Tennis in traumhafter Atmosphäre wird es in Walchwil bald nicht mehr geben. Die beiden Plätze in der Dürrenburg werden überbaut. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Gerüchte gehen in Walchwil um: Dem Tennisclub in der Dürrenburg sei der Platz gekündigt worden. Er müsse einer neuen Überbauung weichen – 17 Wohnungen sollen dort entstehen. Urs Flury, der Präsident des Tennisclubs, bestätigt die Neuigkeit auf Anfrage: «Nach 40 Jahren wurde uns vor eineinhalb Monaten auf Ende Oktober gekündigt.» Die Hiobsbotschaft traf ihn aus heiterem Himmel, denn er habe sie nicht von der Vermieterin persönlich erfahren, sondern von einem Bekannten aus Zug. Immerhin sei die Frist vergangenen Mittwoch verlängert worden. Am eigens dafür einberufenen Informationsabend habe die Vermieterin bekannt gegeben, dass die 110 Mitglieder und die rund 60 Junioren erst nächstes Jahr im Oktober das Feld räumen müssten. Die Landeigentümerin selber wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zur Sache äussern.

Für die Gemeinde wertvoll

«Wir hatten nie Probleme mit den Anwohnern», betont Flury, der selber im Quartier eine Wohnung besitzt. «Das Einvernehmen war stets hervorragend.» Zudem ist der Präsident des nach eigenen Angaben «schönsten Tennisplatzes der Welt» überzeugt: «Es geht ein Stück Kultur verloren». Der Ort in der Dürrenburg sei einmalig – hoch oben über dem Zugersee. Zudem habe er auch viel mit seinem Club für die Gemeinde getan: «Wir sind für Walchwil sehr wertvoll, denn wir helfen auch den ausländischen Einwohnern bei der Integration. In unserem Verein machen sie rund die Hälfte aus.» Das bestätigt auch Gemeindepräsident Tobias Hürlimann: «Die Gemeinde würde ein Stück an Attraktivität verlieren, wenn es keinen Tennisclub mehr geben würde.»

Deshalb arbeitet Flury an einer Lösung, denn einfach aufgeben möchte er nicht. «Ich bin im Gespräch mit der Gemeindeverwaltung.» Dies bestätigt Gemeindepräsident Hürlimann: «Herr Flury ersuchte den Gemeinderat um Hilfe.» Die Kündigung der Tennisplätze und was man zu unternehmen gedenke, wurde daraufhin im Rat besprochen. Da es beim Fussballplatz auf dem Lienisberg eine ebene Fläche habe, könne der Verein eventuell künftig dort trainieren. Der Haken: Der Lienisberg befindet sich auf rund 1000 Meter über Meer und liegt fernab vom Dorf.

Falls der Tennisclub tatsächlich auf den Berg ziehen soll, muss es schnell gehen. Denn die Korporation Walchwil hat an der Korporationsgemeindeversammlung vom 5. Mai dem Baurechtsvertrag Lienisberg zugestimmt. Demnach räumt sie der Gemeinde Walchwil ein Baurecht auf der Sportplatzparzelle ein. Die öffentliche Urkunde hierzu wurde Mitte Juni unterschrieben. Dies ebnet dem Gemeinderat den Weg, dass der Fussballclub bald eine bessere Infra­struktur erhalten soll.

Gemeinsames Sportzentrum

Der Gedanke einer gemeinsamen Sportanlage stösst bei Clubpräsident Flury auf offene Ohren. «Wir werden darum nun den Tennisplatz in unsere Planung im Lienisberg mit einbeziehen», sagt Gemeindepräsident Hürlimann. Die beiden Baukredite für den Fussballplatz und für den Tennisplatz würden allerdings einzeln vors Volk im nächsten Sommer zur Abstimmung kommen. «Die beiden Clubs könnten Synergien, wie zum Beispiel die Umkleideräume, nutzen – eine ideale Ergänzung also», so Hürlimann weiter. «Wir möchten den Tennisclub nicht verlieren und sind bereit, ihn zu unterstützen und eine Lösung zu finden.»

Bereits seit 40 Jahren trainieren die Tenniscracks in der Dürrenburg. Laut Flury hatte er stets nur eine mündliche Vereinbarung über die Nutzung des Grundstücks. «Dieses Jahr feiern wir Jubiläum, daher ist die Geschichte noch besonders traurig», sagt Flury. Ein grosses Dorffest wollte der Verein organisieren, sogar Schweizer Tennis­-Prominenz hätte man einladen wollen. «Aber jetzt werden wir nur intern feiern, alles andere wäre in dieser Situation nicht angebracht», so der Clubpräsident.

Andrea Muff

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.