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WALCHWIL: Theater in Walchwil: Aus dem Spiel wird heiterer Ernst

Am Samstagabend hat die Theatergruppe Walchwil im Gemeindesaal die Premiere ihres neuen Bühnenstücks gespielt. Dieses zeigt, wie man sich am schnellen Geld im Internet ebenso schnell die Finger verbrennen kann.
Lionel Hausheer
Hermann Föhn (Chabi Hürlimann) hat es nicht so mit der digitalen Welt. Seine Tochter Sara (May Iten) hat ein offenes Ohr. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 10. März, 2018))

Hermann Föhn (Chabi Hürlimann) hat es nicht so mit der digitalen Welt. Seine Tochter Sara (May Iten) hat ein offenes Ohr. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 10. März, 2018))

Lionel Hausheer

redaktion@zugerzeitung.ch

«Den Ausschlag, das Stück zu spielen, gab die besondere Aktualität», erzählt Regisseur Othmar Müller. Das Stück «Passwort Figaro» dreht sich um Sicherheit im Netz. Theoretisch ein sehr schwieriges Thema. Praktisch auf der Bühne sieht es erst ganz einfach aus. Doch davon später mehr.

Das Theater in Walchwil zieht ein vielfältiges Publikum an. Der Gemeindesaal in Walchwil ist gut besucht, Pommes- und Schnitzel-Duft hängen in der Luft. Nicht nur die gesetzte Altersklasse der Zuger Gemeinde am See strömt durch die Doppelflügeltür des Eingangs ins Foyer. Ein junger Mann im schwarzen Pulli mit heraushängendem T-Shirt sagt beim Eintreten, sie hätten wohl gerade ein kulturelles Wochenende. «Gestern Kino, heute Theater, fast schon bisschen bünzlig.» Die Frau an seiner Seite lacht. Der Regisseur Othmar Müller meint, solche Theater zögen gerade in Walchwil erstaunlich viele junge Leute an. «Wir haben beispielsweise keine Probleme gehabt, die Rollen mit jungen Schauspielern zu besetzen.» Anders als in anderen Gemeinden. Zum Glück: Alte Rollen jung zu schminken, sei immer sehr schwierig.

Das Licht im Saal geht langsam aus, und das Stück beginnt mit dem ABBA-Hit «Money, Money, Money», was sehr passend ist, denn genau darum und um innovative Wege, dasselbe zu klauen, dreht sich das Stück. Der Sohn Leon studiert irgendwas mit Computern und trägt ein T-Shirt mit dem Schriftzug einer bekannten TV-Show. Leider hat das Schicksal Leon mit einem hoffnungslos analogen Vater geschlagen. Der Vater spricht «gamen» mit einem «a» wie in Aal aus und ist fasziniert, wie ihm Leon seine Hosen im Internet bestellt. Leon kann scheinbar alles. Als die Mutter der Familie sich für drei Wochen nach Italien verabschiedet, stellt Leon das Taxameter des Flughafentaxis mal eben per Laptop zurück. Aber nicht nur das.

Eine Prüfung morgen? Kein Problem: Leon hackt die Uni-Seite. Der Vater hat keine Zeit zum Waschen? Kein Problem: Leon lässt die gefüllte Waschmaschine per Klick zur rechten Zeit anspringen.

Und dann läuft es schief ...

Kein Wunder, ist die Nachbars- tochter vom Grossmaul Leon genervt. Also gibt sie ihm eine Internetadresse, wo sich das neuste Onlinespiel verbergen soll: ein virtueller Bankraub. Natürlich nur ein Spiel. Nun geht aber alles nicht so rund. Die Waschmaschine springt beispielsweise zwar an, leider war der Wasserhahn noch zu. Die ganze Wäsche verbrennt jämmerlich. Mit einem Trick gelingt es Leon, die Sicherheitsschleusen auf der Bankwebseite zu umgehen, und zum Spass überweist er sich einen Scheck über zweihundert Franken. Leon macht grosse Augen, als der Scheck dann wirklich eintrifft. Aus dem Spiel wird Ernst, bleibt zu hoffen, dass sich Leon daran nicht die Finger genauso verbrennt wie an der Waschmaschine.

Hinweis

Weitere Aufführungen: 14., 17., 23. und 24. März. Details: www.theatergruppewalchwil.ch

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