WALCHWIL: Zu weit weg mit dem Dreck?

Lastwagenweise wurde Aushub von der grössten Baustelle nach Brunnen und ins Muotathal gefahren. Zum Leidwesen von Anwohnern.

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Jetzt sind die Aushubarbeiten beendet: Die Baustelle «Dorfblick» in der Haltenstrasse. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Jetzt sind die Aushubarbeiten beendet: Die Baustelle «Dorfblick» in der Haltenstrasse. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Karl Hürlimann wohnt seit über 30 Jahren an der Artherstrasse in Walchwil. «Den ganzen Sommer durch donnerten Lastwagen an unserm Haus vorbei. Für uns war das unzumutbar», beschwert er sich kürzlich in einem Leserbrief. Seine Beobachtung: Viele der Lastwagen fahren mit Aushubmaterial von Walchwil ins Muotatal.

24'000 Kubikmeter Aushub in 1600 Lastwagenfahrten
Im Sommer sei es besonders schlimm gewesen; jetzt, seit zwei Wochen, habe sich die Situation mit den LKW beruhigt. Der Aushub stamme wohl vor allem von der Baustelle in der Haltenstrasse. Der zuständige Architekt der Überbauung «Dorfblick» gibt Auskunft. An der Haltenstrasse entstehen vier Terrassenhäuser mit 14 Wohneinheiten. Der Aushub sei nun fertig, gedauert habe er von Mitte Mai bis vor rund zwei Wochen.

24'000 Kubikmeter Aushub wurden wegtransportiert; insgesamt seien 1600 Lastwagenfahrten dafür nötig gewesen. Mehr als 90 Prozent des Materials wurde auf eine Deponie in Brunnen gefahren, ein Kleinstteil ins Muotatal. Der Aushub ist Sache des Bauherrs: Der Abtransport wird ausgeschrieben, eine Firma aus dem Muotatal hat aufgrund wirtschaftlicher Kriterien den Zuschlag bekommen. Und der Architekt weiter: Es habe im Sommer noch andere Baustellen gegeben, nicht alle LKW stammten von der Baustelle Haltenstrasse.

Prüfenswerte Idee: Das Rägetentobel aufschütten
Statt das Material rumzufahren, solle damit das Rägetentobel aufgeschüttet werden, so die Idee von Karl Hürlimann. Hier ist im Zusammenhang mit der Grossbaustelle Nordumfahrung der Bau einer Brücke geplant. «Das Flüsschen, das hier momentan fliesst, könnte man zuschütten und später wieder oberirdisch durchführen», so der Vorschlag von Hürlimann.

«Die Idee mit der Aufschüttung des Rägetentobles ist überprüfenswert. Ich werde sie im Gemeinderat aufwerfen», so Gemeinderat Guido Suter, Vorsteher Bau und Planung. Eine Zufahrtsstrasse bestehe aber jetzt noch gar nicht, um Aushub abzuladen.

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.