Walchwilerberg: Neue Pächter im «Pfaffenboden»

Der «Pfaffenboden» auf dem Walchwilerberg hat wieder geöffnet. Die neuen Pächter wollen keine rauchenden Köpfe – in mehrfacher Hinsicht.

Raphael Biermayr
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Markus und Pia Infanger setzen auf gutbürgerliche Küche.

Markus und Pia Infanger setzen auf gutbürgerliche Küche.

Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 14. Februar 2020)

Im «Pfaffenboden» herrscht wieder Betrieb. Pia (46) und Markus (52) Infanger heisst das Wirtepaar, das seit dem 5. Februar die Gäste in diesem – für Zuger Verhältnisse – Bergrestaurant auf 1020 Metern Höhe verwöhnt. Die Schwyzer haben einen Dreijahresvertrag mit der Eigentümerin, der Korporation Walchwil, unterschrieben. «Mit einer Option auf weitere drei Jahre», sagt Markus Infanger. Sie kannten das Lokal zuvor nicht, hätten aber Bekannte in der Zugerseegemeinde, die sie darauf aufmerksam gemacht hätten.

Verpflegung ist das Metier der beiden: Pia Infanger ist seit 30 Jahren in der Gastronomie tätig, Markus ist Bäcker-Konditor. Ab April wird auch die 24-jährige Tochter Marlen im Betrieb mithelfen. Dann soll die Angewöhnungszeit beendet sein und ein zusätzlicher Koch den erhofften Ansturm von Wanderern und Bikern im «Pfaffenboden» auffangen. Bis zum April gibt es eine kleine Karte, danach eine grosse. Ausserdem wird das Restaurant von diesem Zeitpunkt an nur montags Ruhetag haben, gegenwärtig hat es auch dienstags geschlossen. Was das Speise- und Getränkeangebot anbelangt, bleibt vieles gleich und somit gutbürgerlich. Markus Infanger erwähnt den hausgemachten Käsekuchen und das Augenmerk auf regionale und frische Produkte. Er ist noch auf der Suche nach Servicepersonal, das infolge der Wetterabhängigkeit auch kurzfristig aufgeboten werden kann.

Ab dem Frühling soll der neue Aussenbereich zur Verfügung stehen. Die Korporation saniert und erweitert die Spielplatzanlage. Der Innenbereich des Restaurants hat auf den ersten Blick nur leichte Änderungen erfahren. Die Korporation legt Wert darauf, den Charme des «Pfaffenboden» zu erhalten. Dass es nach frischer Farbe riecht, erstaunt nicht. Möglicherweise aber, wie lange es das tun wird. Denn im Lokal darf nirgends mehr geraucht werden – auch nicht im Stübli, wo zuvor ein zweiter Stammtisch gestanden hatte. Hier haben die Infangers ein «Holzerstubli» eingerichtet, das 20 Personen Platz bietet und auch für Sitzungen gemietet werden kann. Dass – nach der 13 Jahre währenden Qualm-Ära seiner Vorgängerinnen – das Rauchverbot bei manchen Stammgästen nicht gut ankommt, nimmt Infanger in Kauf. «Heutzutage ist es üblich, nach draussen rauchen zu gehen. Und sobald es wärmer ist und gutes Wetter, ist die Terrasse offen. Dort bleibt das Rauchen natürlich erlaubt.»

Rauchende Köpfe soll es bei Einkehrfreudigen auf dem Walchwiler- respektive Zugerberg nicht geben, wenn es um die Öffnungszeiten der verschiedenen Lokale geht. «Es wäre deprimierend, wenn alle Restaurants gleichzeitig geschlossen hätten», weiss Markus Infanger. Deshalb hätten sich die Infangers diesbezüglich mit den Betreibern des rund drei Kilometer entfernten «Hintergeissboden» abgesprochen.