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WALD: «Wir müssen trotzdem weiter holzen»

Der Sinkflug des Euros hat auch Konsequenzen für die lokale Holzindustrie. Obwohl der Rohstoff in der Region verarbeitet wird.
Samantha Taylor
Rund 30 000 Kubikmeter Sägerundholz werden pro Jahr im Kanton produziert. (Archivbild Stefan Kaiser)

Rund 30 000 Kubikmeter Sägerundholz werden pro Jahr im Kanton produziert. (Archivbild Stefan Kaiser)

Ausbleibende Feriengäste in den Tourismusregionen, Kurzarbeit, Einkaufstourismus, eine 45-Stunden-Woche: Der Sinkflug des Euros hat bereits diversen Branchen einiges abverlangt und gleichzeitig so manchen Schweizer Konsumenten erfreut. Dass der Euro an Wert verloren hat, hat allerdings auch eine Branche zu spüren bekommen, an die man womöglich nicht als Erstes denkt. Erst vor wenigen Tagen haben mehrere Branchenverbände davor gewarnt, dass Arbeitsplätze im ganzen Land gefährdet seien. Die Verbände stellen darum diverse Forderungen an die Politik (Ausgabe vom Freitag).

20 Prozent weniger

Auch auf lokaler Ebene beobachtet man die Entwicklung mit Sorge. Zwar wird das Holz aus den Zuger Wäldern praktisch ausnahmslos in der Region von Sägereien sowie von der Platten- und Papierindustrie verarbeitet. Trotzdem habe die Aufgabe des Franken-Mindestkurses starke Auswirkungen auf die Zuger Waldbesitzer, wie Ruedi Bachmann, Geschäftsführer des Waldwirtschaftsverbands Zug und Betriebsleiter Forst bei der Korporation Zug, erklärt. «Die Erstverarbeitung findet im Inland statt. Einiges wird aber ins Ausland exportiert.» Die Abnehmer der Holzproduzenten – also die Sägereien und Papierfabriken – würden seit dem besagten 15. Januar zwischen 10 bis 20 Prozent weniger für ihre Exportgüter erhalten. «Und das wiederum wirkt sich auf unsere Produkte aus. Wir bringen sie nur zu viel schlechteren Preisen sprich mit tieferen Margen los», so Bachmann weiter. Die aktuell geltenden Preise würden nicht einmal mehr die Produktionskosten der Zuger Waldbesitzer decken. Konkret beläuft sich der Holzpreis derzeit für einen Kubikmeter Fichten-Sägeholz auf rund 85 Franken. Vor der Aufhebung des Mindestkurses hätten Produzenten noch rund 100 Franken für die gleiche Menge erhalten. Beim Papierholz sie dieser Preiszerfall noch massiver, weiss der Geschäftsführer des Waldwirtschaftsverbandes. «Hier reden wir teilweise von fast 25 Prozent.»

Gleichwohl betont Bachmann, dass derzeit alle im gleichen Boot sässen. «Der schwache Euro verbilligt grundsätzlich auch die ausländischen Produkte. Das erzeugt auch für die Schweizer Sägereien einen zusätzlichen Druck.»

Öffentlicher Auftrag

Im Kanton Zug werden pro Jahr rund 30 000 Kubikmeter Sägerundholz produziert. «Dies entspricht etwa 1500 LKW-Ladungen. Das ist durchaus eine beachtliche Menge», sagt Bachmann. Die grössten Produzenten seien dabei die Korporationen. Aber warum lassen diese die Bäume in der aktuellen Situation nicht einfach stehen? Immerhin sind die Erträge aus dem Holzverkauf gerade für die grossen Korporationen eher Nebeneinkünfte nebst ihren Immobilien oder Ähnlichem. «Es ist schon richtig, dass der Holzmarkt für einige eher ein Nebengeschäft ist», räumt Ruedi Bachmann ein. Aber: «Es geht bei der Holzproduktion um mehr.» Denn einerseits verfügten die Korporationen über zahlreiche Angestellte, die man nicht einfach nach Hause schicken könne. Die Forstabteilung sei die personalintensivste Abteilung. «Andererseits hat unsere Arbeit auch mit Waldpflege zu tun. Wir müssen also trotz dieser Bedingungen weiter holzen. Wir haben einen öffentlichen Auftrag.»

Hoffen auf Besserung

Der Waldwirtschaftsverband Zug hofft nun, dass sich der Euro wieder etwas erholt und sich die Situation dadurch entschärft. Man habe bisher noch das Glück, dass man noch immer genügend Abnehmer für den Rohstoff habe. Im Gegensatz zu anderen Regionen in der Schweiz. Denn in Bern beispielsweise blieben die Holzproduzenten teilweise bereits auf ihren Produkten sitzen. Bachmann: «Wir arbeiten jetzt einfach weiter und hoffen, dass wir die Durststrecke dann bald überstanden haben.»

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