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Leserbrief

Wann haben Sie das letzte Mal jemanden gelobt?

Antwort auf den Leserbrief von Tony Stocklin «Eine Gesellschaft ganz ohne Herz», Ausgabe vom 8. August

Wenn jemand seine Beobachtungsfähigkeiten schulen will, leben wir in einer interessanten Zeit. Geographisch leben wir in einer als christlich geltenden Gegend, aber christliche Herzkultur wird nicht gelebt. Heute hat das Christentum in der Welt keinen Raum mehr. Dafür gibt es viele Beispiele. Es ist auch ein Beweis dafür, dass die seinerzeitige Christusmission immer noch nicht verstanden ist. Ist das nicht erstaunlich? Ja und nein. Der Kopf kann es nicht. Er ist überfordert. Das ist keine Polemik. Es ist einfach so. Es muss über das Herz geschehen. Unser Verstand ist sich gewohnt, Vergleiche anzustellen. So arbeitet die Wissenschaft. Daraus resultiert die Aussage: «Das Bessere ist der Feind des Guten». Die Christusmission ist unvergleichlich und einzigartig. Hier liegt die Ursache. Der Wohnsitz von Christus in uns ist das Herz. Also müssen wir ihm dort Platz schaffen. Die Christuskraft können wir auch über das Unschuldig-Kindliche, das jeder Mensch hat in uns aufnehmen. Auch darauf weist Jesus Christus hin mit seiner Aussage: «lasset die Kinder zu mir kommen». Auch als Erwachsener ist es noch möglich. Wenn wir es tun, zieht die himmlische Liebe in uns ein. Nur wenn sie selbstlos und uneigennützig ist, hat sie himmlischen Ursprung. Und mit dieser himmlischen Liebe können wir dann handeln. Egoismus aller Art wird dann unmöglich. Politiker und Beamte sollten dienen und nicht herrschen wollen: «das Obere dient dem Unteren», so wie es im und vom Himmel seit jeher geschieht.

Dann will der Kanton Zug mit Unterstützung durch den Gemeinderat Hünenberg nicht in Hünenberg See eine Überbauung durchdrücken, die von den dort Ansässigen abgelehnt wird. Und der Gemeinderat Hünenberg will nicht eben dort eine ausgezeichnete Sammelstelle schliessen, die von den dortigen Bewohnern sehr geschätzt wird, auch weil sie ohne Auto, also für Rentner, gut erreichbar ist. Dann gibt es auch keinen ausgelebten Egoismus mehr, beispielsweise durch Lärmterror teilweise bis tief in die Nacht hinein, wo Veranstalter überrascht sind, wenn man sich dagegen zur Wehr setzt und einer, der das dann macht, gar an den Pranger gestellt wird.

Frage an die Leser: wann haben Sie das letzte Mal jemanden gelobt für seine gute Arbeitsleistung, wenn sie Lob verdient hat? In einer Zeit, wo der Mensch eine namenlose Quantität geworden ist, statt der Qualität, die er in den Augen des Himmels ist, ist Lob und nicht Tadel wichtig, damit der einzelne Mensch immer wieder die Kraft findet, sich den Anforderungen des Lebens zu stellen. Wann haben Sie also beispielsweise Mitglieder des Redaktionsteams dieser Zeitung gelobt für einen «Seitenblick», eine «Pro und Kontra»-Kolumne, einen «Mein Lieblings-Gegenstand»- oder «Hingeschaut»-Artikel. Oder wenn Sie einen Spital- oder Klinik-Aufenthalt hatten, haben Sie da dem Pflegepersonal für seine Arbeit gedankt, den Namen der Personen, die Sie betreut haben, behalten und die Betreffenden mit Namen begrüsst? Ich habe erlebt, wie erstaunt Menschen sind, wenn man versucht, Herzkultur zu leben und ihnen mit uneigennütziger und selbstloser Liebe zu begegnen. Sie sind es nicht gewohnt, und das ist eigentlich traurig. Es müsste hier Standard sein.

Standard ist aber, dass man sich noch fast entschuldigen muss, bei denen, die es erleben, weil es ihnen fremd ist und sie im besten Fall eine Liebe erwarten, die berechnend ist und Forderungen stellt. Also: wehret dem menschenfeindlichen Zeitgeist – lebt Herzkultur – seid echte Christen!

Gotthard Ritter, Hünenberg See

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