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Wann ist ein Sportverein «zugerisch»?

Weil ein Hünenberger Segelverein auf dem Urnersee trainiert, erhält er vom Kanton vorläufig keine finanzielle Unterstützung.
Fabian Gubser

Alberto Cascos grosse Leidenschaft ist das Segeln. Der Zuger Architekt war lange Zeit Teamleader beim Segelclub Cham. Das heisst, dass er für die Logistik zuständig ist und sich beispielsweise um die Trainingspläne kümmert. Letztes Jahr war für ihn das Trainieren auf dem Zugersee, auf dem laut ihm relativ wenig Wind weht, aber «nicht mehr zufriedenstellend».

Casco wollte seine leistungsorientierten Mitglieder auf dem Vierwaldstättersee trainieren lassen. Dort, wo gemäss ihm alle segeln, die sich ambitioniert auf Regatten vorbereiten. Darum gründete Casco in Hünenberg mit weiteren Interessierten einen eigenen Verein: «Dirt Sailing». Seit einem Jahr trainiert der Verein 31 Junioren und 26 Erwachsene aus dem Kanton Zug und der Region. Ziel sei es, auf nationalem und internationalen Niveau an Regatten teilzunehmen. Trainiert wird «mehrheitlich» in Sisikon auf dem Urnersee.

Bekanntlich ist das Material für einen solchen Verein teuer. Casco investierte für Anhänger-, Begleit- und Segelboote einen sechsstelligen Betrag. Deshalb beantragte er Anfang dieses Jahres Unterstützungsbeiträge als lokaler Verein beim Kanton Zug. Er erwartete einen raschen Bescheid – vergeblich.

Der Sekretär des Vereins zeigt sich enttäuscht

Weil der Verein noch nicht von Swiss Olympic als «Trägerschaft der Nachwuchsförderung» gelistet sei, habe er kein Anrecht auf finanzielle Unterstützung, heisst es beim kantonalen Amt für Sport. Casco ist vom Amt für Sport enttäuscht und bedauert, dass das Gesuch noch nicht gutgeheissen worden ist. Seiner Meinung nach zieht es sich deswegen in die Länge, weil der Verein nicht in Zug selbst trainiere und auch überregionale Mitglieder habe. «Wir wurden vom Amt für Sport nicht gerade freundlich empfangen.» Und Casco, der als Sekretär und Kassier beim Verein tätig ist, fügt hinzu:

«Wir müssen uns für eine ehrenamtliche Arbeit sogar noch rechtfertigen, obwohl viele Vereine solche Unterstützungsbeiträge erhalten.»

Ganz anders klingt es beim Amt für Sport: «Grundsätzlich ist unsere Absicht, den Sport zu unterstützen», sagt Amtsleiter Felix Jaray. Dabei müsse sich sein Amt an gesetzliche Rahmenbedingungen halten und alle gleich behandeln. Sobald Dirt Sailing offiziell bei Swiss Olympic als sogenanntes «regionales Leistungszentrum» gelistet sei, habe der Verein von den Zentralschweizer Kantonen Anrecht auf Gelder, die via den Regionalverband ausbezahlt werden. Nachdem unsere Zeitung bei den Sportverbänden nachgefragt hatte, erschien kürzlich der besagte Eintrag auf der offiziellen Liste.

Das Sportamt spricht von zwei Gesuchen

Felix Jaray habe Dirt Sailing auch als lokalen Verein unterstützen wollen. Jedoch sagt er: «Der Trainingsort in Sisikon wirft die Frage auf, ob Dirt Sailing überhaupt beitragsberechtigt ist.» Sprich: Ob der Club «zugerisch» genug sei. Dies sei eine heikle juristische Frage, die er gerade abklären lasse. Da man während der Sommermonate nicht voll besetzt sei, dauere das noch eine Weile. Die Situation sei ein Novum und in dieser Form bisher noch nie vorgekommen. Jaray betont, dass er die Arbeit von Dirt Sailing wertschätze.

Es geht somit um zwei verschiedene Formen von Unterstützung: Einerseits subventionieren die Zentralschweizer Kantone sogenannte Leistungszentren, die wie erwähnt bei Swiss Olympic gelistet sind, wie beispielsweise der EVZ. Andererseits unterstützt der Kanton Zug lokale Vereine. Während Casco betont, dass er sich nur um letzteres beworben habe, spricht Jaray von zwei verschiedenen Gesuchen. Offenbar sprechen die beiden Parteien, der Segelverein Dirt Sailing und das Amt für Sport, aneinander vorbei. Ihr Ziel, die Förderung des Sports, ist aber wohl identisch.

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