Kolumne

Wann kommt Stimmung auf?

Während sich die einen früh über Weihnachtsmärkte freuen, brauchen andere noch Zeit.

Rahel Hug und Laura Sibold
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Weihnachtsstimmung, und das schon Ende November? Bei mir weit gefehlt. Ich mag Weihnachten, aber erst dann, wenn das Fest der Liebe auch tatsächlich vor der Tür steht. Um Schaufenster, die schon jetzt weihnachtlich dekoriert sind, mache ich wenn möglich einen grossen Bogen.

Rahel Hug, Redaktorin

Rahel Hug, Redaktorin

Gleich verhält es sich mit den Weihnachtsmärkten. Neulich habe ich mich mit Freunden am Zürcher Hauptbahnhof getroffen und beim Warten das Treiben am Weihnachtsmarkt in der Bahnhofhalle beobachtet. Solche grossen, unüberschaubaren und überfüllten Märkte sind mir ein Graus. Kommt dazu, dass sich die Ware an vielen Ständen oft kaum unterscheidet. Ein gewisser Weihnachtsmarkt-Einheitsbrei sozusagen. Kaum verständlich ist es für mich deshalb auch, wie man für einen Weihnachtsmarkt extra nach Strassburg oder München reisen kann.

Gewiss: Es gibt kleine und feine Märkte, an denen man bestimmt das eine oder andere herzige Geschenk findet. Doch auch an Anlässe dieser Art verschlägt es mich äusserst selten – es sei denn, es gibt einen feinen Glühwein. Meine Weihnachtseinkäufe erledige ich am liebsten für mich alleine und dann, wenn möglichst wenig Rummel herrscht.


Ich brauche keinen Glühwein, um schon Ende November in Weihnachtsstimmung zu kommen. Sobald Detailhändler die ersten Manderindli und spanischen Nüssli verkaufen, komme ich ins Schwärmen. Dann schnabuliere ich abends bei Kerzenschein auf dem Sofa Nüssli für Nüssli, ausgerüstet mit kuschligen Weihnachtssocken. Und – da bin ich ehrlich – ab und zu wird diese idyllische Szenerie bereits im November mit stimmungsvoller Weihnachtsmusik untermalt.

Laura Sibold, Redaktorin Zuger Zeitung

Laura Sibold, Redaktorin Zuger Zeitung 

Wenn dann die ersten Weihnachtsmärkte stattfinden, zieht es mich nach draussen. Schon oft habe ich an kleinen Ständen originelle und praktische Weihnachtsgeschenke gefunden. Besonders an kleineren Märkten findet sich Ware, die in liebevoller Handarbeit hergestellt wird. Der von Kollegin Hug zitierte «Weihnachtsmarkt-Einheitsbrei» begegnet mir nur selten.

Weihnachtsmärkte sind aber nicht nur eine Fundgrube für passende Geschenke: Sie dienen mir auch als Treffpunkt für Freunde und schüren meine Vorfreude auf das grosse Fest. In einem Punkt gehe ich mit Kollegin Hug allerdings einig: Am einen oder anderen Glühwein darf es an Weihnachtsmärkten natürlich nicht fehlen.