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In Zug werden die Wasserreserven knapper

Das erlebt man selten: Viele können den Regen kaum erwarten. Dieser ist dringend nötig. Die Wasserreserven werden immer knapper, die Brandgefahr höher. Die Gemeinden helfen sich bei der Wasserversorgung mittlerweile gegenseitig aus.
Carmen Rogenmoser
Die Reuss bei der Zollbrücke zwischen Hünenberg und Sins führt deutlich weniger Wasser. (Bild: Stefan Kaiser (31. Juli 2018))
In Steinhausen wurden die Brunnen abgestellt. (Bild: Stefan Kaiser (7. August 2018))
Zu warm für die Fische: der Lissibach in Deinikon. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 20. Juli 2018))
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In Zug werden die Wasserreserven knapper

Endlich ist etwas Abkühlung in Sicht: für Ende Woche sagen die Meteorologen tiefere Temperaturen und Regen voraus. Es ist eine willkommene und dringend notwendige Abwechslung zum heiss-trockenen Wetter der letzten Wochen. Doch das wird kaum reichen, der Trockenheit entgegenzuwirken. Darum hat der Kanton Zug, gemeinsam mit anderen Zentralschweizer Kantonen, erst gestern darüber informiert, dass die Gefahrenstufe für Waldbrände auf «sehr gross» erhöht worden ist. Das bedeute Stufe 5 von 5. «Grossflächige Wald- und Flurbrände mit erheblichem Schadenpotenzial sind möglich», heisst es in der Mitteilung, die die Gebäudeversicherung Zug und das Amt für Wald und Wild gemeinsam verfasst haben. «Jeglicher Umgang mit Feuer im Freien ist zwingend zu ver­meiden.» Neben dem Grillieren an Feuerstellen, Feuerschalen und auf Einweggrills und dem Abbrennen von Feuerwerken ist auch das Steigenlassen von Heissluftballons und Himmelslaternen verboten. Untersagt ist es, zudem, brennende Zigaretten, andere Rauchwaren oder Streichhölzer wegzuwerfen. Ausgenommen vom Verbot ist das beaufsichtigte Grillieren auf der Terrasse oder auf Balkonen mit Gasgrills. Die Gefahrenstufe gilt bis auf Weiteres.

Grossflächige Brände sind allerdings nur eine Gefahr der Hitze. Wassermangel, Seepegel, die massiv zurückgehen, Umsiedlung von Fischen, Brunnen, die abgestellt werden und Notschlachtungen von Kühen: Der scheinbar nicht endenwollende Sommer sorgt für so manche Sorgen. Alle Hände voll zu tun haben derzeit auch die Mitarbeiter der Abteilung Wasser des kantonalen Amts für Umweltschutz. Hier liegt die Koordinationsfunktion bezüglich Massnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Notlagen. Momentan allerdings können sich die Gemeinden noch selber mit Wasser versorgen, gibt Peter Keller, Leiter der Abteilung, Auskunft. Neben einer Vielzahl von kleinen gibt es im Kanton 14 grosse und grössere Wasserversorger. «Das sind öffentliche und halböffentliche Körperschaften oder private Unternehmen. Sie wurden von den Gemeinden mit der öffentlichen Wasserversorgung betraut», so Keller. Sie haben auch die Möglichkeit, sich mit regulären Verbindungsleitungen oder Notverbindungen gegenseitig Trinkwasser abzugeben. «Wasserversorgungen mit derzeit trockenheitsbedingten Engpässen – Neuheim, Menzingen, Allenwinden und Steinhausen – werden zurzeit von Nachbarversorgungen beliefert.»

Tiefststände werden erst in Monaten erreicht

In Regionen allerdings, die ein grosses Einzugsgebiet für die Grundwasserneubildung und eine lange Neubildungszeit haben, seien die Auswirkungen der Trockenheit noch kaum feststellbar, erklärt Peter Keller. «Diese Grundwasservorkommen werden die Tiefststände erst in einigen Monaten erreichen.» Dazu gehören etwa die Vorkommen im Lorzentobel und Sihltal. Anders sieht die Situation bei den oberflächennahen Grundwasservorkommen und jenen, die direkt von Fliessgewässern gespiesen werden, aus – wie im Reusstal oder in Baarerbecken. «Sie zeigen deutliche Auswirkungen.» Noch stärker betroffen seien die kleinen oberflächennahen Grundwasservorkommen im Berggebiet. Hier sind die Quellenerträge und Grundwasserstände stark zurückgegangen. «Generell kann derzeit mit den Grundwasserbrunnen, Quellen und dem Seewasserwerk am Ägerisee, die Trinkwasserversorgung kantonsweit sichergestellt werden», sagt Keller.

Trotzdem sei im Hinblick auf die eventuell noch länger andauernde Trockenheit ein sparsamer Umgang mit Trink- und Brauchwasser angezeigt. Auch Gemeinden und Wasserversorgungen sind diesbezüglich aktiv geworden: «Die Situation ist aussergewöhnlich», schreibt die Gemeinde Steinhausen in einer Mitteilung. Diverse Brunnen wurden vorübergehend ausser Betrieb genommen. Zudem werde die Bewässerung der Grünanlagen auf das Notwendigste reduziert. Die Korporation Unterägeri empfiehlt der Bevölkerung einen «umsichtigen Umgang» mit dem Trinkwasser. Und auch in Menzingen wird auf die Ausnahmesituation aufmerksam gemacht: «Achtung: Wasser sparen!», heisst es. Mit einem bewussten Wasserkonsum könne Wasser gespart werden, ohne dass auf den gewohnten Komfort verzichtet werden müsse. Die Wasserwerke Zug (WWZ) bitten, um einen sparsamen Umgang mit dem Trinkwasser. Tatsächlich können einige Handgriffe bereits einen grossen Einfluss auf den privaten Wasserkonsum haben.

So lässt sich zu Hause Wasser sparen

140 bis 170 Liter: Das ist unser durchschnittlicher täglicher Wasserverbrauch. Mit den Temperaturen steigt auch der Verbrauch. Über die Hälfte kommt durch Dusche, Bad und Toilette zusammen. Ebenfalls viel verbraucht wird in Küche und Garten. Wasser sparen lässt sich mit folgenden Tipps:

– Duschen statt Baden. Ein Vollbad benötigt rund viermal mehr Wasser.
– Tropfende Wasserhähne und lecke WC-Spülungen reparieren. Durch undichte Spülkästen werden jährlich Wassermengen von 100 Vollbädern verschwendet.
– Grundsätzlich sollte das Wasser nicht ungenutzt den Abfluss runterlaufen, etwa beim Zähneputzen, Duschen oder Rasieren.
– Obst und Gemüse nicht unter fliessendem Wasser waschen, sondern in einer Schüssel. Das Wasser kann anschliessend zum Blumengiessen verwendet werden.
– Die «Kleine Toilettenspülung» betätigen. Diese braucht mit rund drei bis fünf Litern die Hälfte einer Vollspülung.
– Waschmaschinen wie Geschirrspüler sollten nur voll beladen benutzt werden.
– Wassersparen lässt sich mit dem Sparprogramm der Waschmaschine, zudem kann auf Vorwaschprogramme verzichtet werden.
– Autos sollten nicht mehr gewaschen werden, und wenn doch, dann mit Eimer und Schwamm.
– Der Rasen muss nicht jede Woche gemäht werden. Er wird widerstandsfähiger gegen Trockenheit, wenn er etwas länger ist.
– Auf das Bewässern des Rasens sowie das Füllen von Schwimmbädern sollte gänzlich verzichtet werden. (red)

Ausnahmesituation oder Zukunft?

Die grössten Probleme liegen derzeit nicht im privaten Bereich, sondern bei den ausgetrockneten landwirtschaftlichen Flächen, beim Wassermangel in den Oberflächengewässern sowie bei der Erwärmung der Fliessgewässer, die noch Wasser führen, sagt Peter Keller. Für die landwirtschaftliche Bewässerung sei die Wasserentnahme nur noch aus wenigen grossen Gewässern möglich, dazu gehören der Zugersee, der Ägerisee, die Reuss und die Untere Lorze. «Wenn die Trockenheit noch längere Zeit anhält, können die Gemeinden Rationierungsmassnahmen, wie etwa als Erstes, ein Bewässerungsverbot mit Trinkwasser erlassen.» Künftig werden Wetterlagen mit anhaltender Trockenheit oder mit intensiven Niederschlagsereignissen häufiger auftreten, prognostiziert Keller. Deshalb stehe die eidgenössische Verordnung zur Trinkwasserversorgung in Notlagen (NTV) zurzeit in Revision. Diese Thematik beschäftigt auch die Alternativen – die Grünen des Kantons. Sie haben beim Regierungsrat einen Vorstoss eingereicht zum Thema: aktuelle Hitzewelle und Trockenphase: Wie reagiert der Kanton Zug künftig?

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