Leserbrief
Warum dürfen wir als Eltern nicht selbst entscheiden?

Zum Präsenzunterricht in der Coronazeit

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Im Moment ist die Situation so, dass auf Biegen und Brechen am Präsenzunterricht festgehalten wird. Bildung steht an oberster Stelle und die Gesundheit – unser kostbarstes Gut – muss sich hinten anstellen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass der Lockdown im Frühling für viele Familien eine grosse Herausforderung war. Es gibt aber auch ganz viele Familien, die diese Zeit gut gemeistert haben. Warum dürfen wir als Eltern nicht selbst entscheiden, ob wir unsere Kinder zur Schule schicken und uns diesem gesundheitlichen Risiko aussetzen möchten oder nicht? Wer froh um den Präsenzunterricht ist, schickt seine Kinder zur Schule, wer sie lieber zu Hause behalten möchte, behält sie zu Hause und übernimmt die Verantwortung, dass der Schulstoff erarbeitet wird. Würden sich pro Klasse einige Eltern für letztere Variante entscheiden, so wäre der positive Nebeneffekt, dass es in den Schulzimmern einfacher wäre, Distanz zu halten. Ich persönlich würde unsere Kinder (8 bis 15 Jahre) jetzt lieber ein paar Wochen zu Hause behalten mit der Gewissheit, dass wir täglich nach draussen an die frische Luft dürfen und die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachkommen können. Zehn Tage oder gar mehr in Quarantäne beziehungsweise Isolation zu verbringen, weil es einen nach dem anderen erwischt, stelle ich mir für die ganze Familie viel belastender vor. Schlussendlich wissen wir Eltern wohl am besten, was für unsere Kinder und uns die geeignetere Lösung ist. Niemand kennt die gesundheitlichen Langzeitfolgen dieser Erkrankung. Vielleicht sind wir in ein paar Jahren froh, wenn das einzige Überbleibsel aus der Coronaschulzeit die allenfalls etwas tieferen Noten in den Zeugnissen unserer Kinder sind...

Alexandra Sidler, Oberwil