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WARUM FAHREN WENIGER IM ZENTRUM?: In den Zentren nimmt der Verkehr ab

Die Baudirektion präsentiert die Zahlen der jüngsten Verkehrserhebung. Vor allem ein Bereich der Resultate vermag dabei zu überraschen.
Samantha Taylor
Zu Stosszeiten gibt es in der Innenstadt zwar nach wie vor viel Verkehr, wie das Bild der Neugasse zeigt. Tendenziell sinkt das Verkehrsaufkommen aber. (Archivbild Stefan Kaiser)

Zu Stosszeiten gibt es in der Innenstadt zwar nach wie vor viel Verkehr, wie das Bild der Neugasse zeigt. Tendenziell sinkt das Verkehrsaufkommen aber. (Archivbild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Der Verkehr nimmt zwar zu, aber nicht überall: So lässt sich die Mitteilung, die die Baudirektion des Kantons Zug gestern verschickt hat, kurz und bündig zusammenfassen. Gemäss den jüngsten Erhebungen sei eine Verkehrszunahme vor allem an den Einfallsachsen und auf den Autobahnen zu verzeichnen. Die zweite Feststellung kommt jedoch ziemlich überraschend: In den Zentren, beispielsweise in der Stadt Zug oder in Baar, hat der Verkehr abgenommen.

Die vorliegenden Zahlen sind die Ergebnisse aus einer neueren Erhebungsmethode. So werden laut der Baudirektion die Motorfahrzeuge seit 2010 an den Lichtsignalanlagen rund um die Uhr erfasst. Dies zusätzlich zu den Verkehrserhebungen, die im Kanton jährlich während einer oder zwei Wochen stichprobenartig durchgeführt werden. Das Zählen an den Lichtsignalanlagen erlaube es nun erstmals, präzise Aussagen zur Verkehrsentwicklung über fünf Jahre an ausgewählten Standorten zu machen.

A 4 hat Auswirkungen

Grundsätzlich sei die weiterhin anhaltende Zunahme der Verkehrsmenge zu einem Grossteil auf die ebenfalls weiterhin steigenden interkantonalen Pendlerzahlen zurückzuführen, schreibt die Baudirektion und führt dabei aus, dass sich diese Pendlerzahlen in den letzten 20 Jahren verdreifacht haben. Das beliebteste Verkehrsmittel ist dabei – sowohl bei den Zu- wie auch bei den Wegpendlern – das Auto (siehe Grafik).

Die grösste absolute Verkehrsmenge wurde im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 87 100 Fahrzeugen pro Tag (durchschnittlicher täglicher Verkehr abgekürzt mit DTV) auf der Autobahn zwischen der Verzweigung Blegi und dem Autobahnanschluss Lindencham gezählt. Der Abschnitt zählt allerdings bereits seit einiger Zeit zu den meistbefahrenen Strecken im Kanton. So wurden in diesem Bereich schon im Jahr 2014 an Spitzentagen über 100 000 Fahrzeuge registriert. Deutlich zu erkennen sind laut der Baudirektion auch die Auswirkungen der Eröffnung der Autobahn A 4 Ende 2009 im Knonauer Amt. An der bisherigen Autobahn-Zählstelle zwischen Baar und Sihlbrugg zeigt sich nämlich aufgrund des neuen Anschlusses ein Rückgang der Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr lag dort das tägliche Verkehrsaufkommen bei rund 21 000 Fahrzeugen. 2008, also vor der Eröffnung der neuen Autobahn, wurden an dieser Stelle noch rund 30 000 Autos gezählt.

24 000 Autos auf Chamerstrasse

Im Bereich der Hauptstrassen ist die Chamerstrasse weitaus am meisten befahren. Rund 24 000 Fahrzeuge verkehren dort jeden Tag im Bereich der Zählstelle, die sich östlich der Lichtsignalanlage Chamer-/Steinhauser­strasse befindet. «Stabile Zahlen auf hohem Niveau» weise die Nordstrasse aus. Gemäss Erhebungen beläuft sich die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge auf etwas mehr als 17 000 Fahrzeuge. Der Unterschied zwischen Werktagen und Wochenenden ist dabei laut der Baudirektion jedoch klar auszumachen. Zwischen Montag und Freitag fahren gegen 2000 Autos mehr (also etwa 19 000) auf der Nordstrasse als an den Wochenenden. Zu Spitzenzeiten geht man beim Kanton auf der Strecke sogar von über 20 000 Fahrzeugen aus.

Rückgang von 13 Prozent

Die interessantesten Erkenntnisse aus den jüngsten Verkehrserhebungen des Kantons sind jedoch die Zahlen, die in den Zentren des Kantons erhoben wurden. Denn dort verzeichnet man in den letzten fünf Jahren einen konstanten leichten Rückgang des Verkehrs. Am markantesten zeigt sich dieser in der Stadt Zug. Zwischen der Metalli und dem Bahnhof Zug verkehrten 2015 auf der Kantonsstrasse täglich rund 1400 Fahrzeuge weniger als noch im Jahr 2010. Das entspricht laut der Baudirektion einem Rückgang von 13 Prozent. Im Bereich des Bundesplatzes sind es pro Tag immerhin noch rund 800 Fahrzeuge weniger, was einem Minus von 7 Prozent entspricht. Diese Rückgänge hängen laut Baudirektor Urs Hürlimann mit verschiedenen Punkten zusammen. «Wir gehen unter anderem davon aus, dass sich die ausgewiesenen Zunahmen im öffentlichen Verkehr mindestens teilweise auch durch Verzicht auf gewisse Autofahrten ausdrücken», so der Baudirektor (siehe «Nachgefragt»).

Es ist aber nicht nur die Stadt Zug, in der weniger gefahren wird. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Baar auszumachen. So würden die Marktgasse und die Dorfstrasse ebenfalls tendenziell eine Abnahme des Verkehrs aufweisen. Allerdings in weit geringerem Mass als die Stadt Zug. Verantwortlich hierfür dürften in erster Linie die Eröffnungen der Autobahn A 4 und der Nordzufahrt sein. Das habe zu «grossräumigen Verkehrsumlagerungen» geführt, heisst es seitens der Baudirektion.

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