Leserbrief

Warum fühlt sich die Zeitung China verpflichtet?

«China ist weder Nutzniesser noch Täter in dieser Krise», Ausgabe vom 2. Juni

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Das schriftlich geführte Interview vom 2. Juni mit dem chinesischen Botschafter in der Schweiz hinterlässt einen äusserst schalen Nachgeschmack. Seine wohl von höherer Instanz abgesegneten Antworten gleichen dem vielseitigen Inserate-Pamphlet, welches im Dezember 2019 in dieser Zeitung veröffentlicht wurde, in auffallender Weise. Damals war natürlich noch nicht von Covid-19 die Rede, obwohl das Virus dannzumal in China schon grassierte und wahrscheinlich politisch totgeschwiegen wurde. In diesem Interview werden erwartungsgemäss keine Fragen zu den grausam unterdrückten und misshandelten Uiguren und Tibetern gestellt, auch nicht zu den Protesten in Hongkong. War dieser redaktionelle Beitrag den Chinesen geschuldet für das sicher einträgliche Inserat vom Dezember? Wieso gibt sich die «Luzerner/Zuger Zeitung» für so etwas her, hat sie das wirklich nötig? Ich bin enttäuscht und beschämt. Aber eben: Pecunia non olet – Geld stinkt nicht.

Hansruedi Friederich, Oberägeri