Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Leserbrief

Warum sind wir so empathisch?

«Wird in Zug bald länger eingekauft?», Ausgabe vom 1. Oktober

Die Jungfreisinnigen, die Jungen Grünliberalen und die Junge SVP haben die Initiative für längere Öffnungszeiten eingereicht. Ich habe dafür auf der Strasse Unterschriften gesammelt. Die Reaktionen waren divers: von «Wieso gäbe es überhaupt jemanden, der das nicht will?», «Warum nicht gleich eine volle Liberalisierung, auch am Sonntag?» zu «Sorry, I can’t vote, but I hope you’ll be successfull!». Der Hauptgrund dagegen war der Einwand, dass das Personal unter längeren Öffnungszeiten leidet. Es hat mich gefreut, so viel Empathie gegenüber dem Verkaufspersonal zu sehen. Denn es zeigt, dass wir für andere in der Gesellschaft mitfühlen. War ich ein Monster, dass ich mich für längere Öffnungszeiten einsetzte? Meiner Meinung nach war es aber nicht nur Empathie, sondern vor allem der Wunsch, alles beim Alten zu belassen. Warum sind wir nicht empathisch gegenüber dem Servicepersonal im Restaurant oder in der Bar, wo wir spätabends Sitzleder haben? Wir geben unsere Kinder bei einer Studentin ab, um einen Abend zu zweit zu verbringen, ohne sie zu bemitleiden. Ich habe auch noch nie dem Buschauffeur Danke gesagt, dass er am Sonntag für mich arbeitet. Darf ich also ohne schlechtes Gewissen nach 19 Uhr einkaufen, wenn ich am Sonntag mit meiner Freundin einen Kaffee bei mir zu Hause trinke?

Tabea Estermann, Zug

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.