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Was macht ein Puppentheater im Ziegeleimuseum Hagendorn?

Pro Natura Schweiz startet im Ziegeleimuseum in Hagendorn eine neue Aktion mit einem Kindertheater.
Dorotea Bitterli
Giuseppe Spina (Schauspiel) und Rahel Wohlgensinger (Puppenspiel) unterhalten die Kinder. (Bild: Stefan Kaiser, Hagendorn, 2. September 2019)

Giuseppe Spina (Schauspiel) und Rahel Wohlgensinger (Puppenspiel) unterhalten die Kinder. (Bild: Stefan Kaiser, Hagendorn, 2. September 2019)

«Unser Stück über den Biber hatte vor etwa eineinhalb Jahren Premiere», erzählt Schauspieler Giuseppe Spina, während er einen altertümlichen Seemannskoffer vor den Eingang des Ziegeleimuseums in Hagendorn hievt. «Wir von der Theaterwerkstatt Gleis 5 haben es selbst erarbeitet und zusammen mit dem Naturmuseum Thurgau produziert. Pro Natura Schweiz wurde darauf aufmerksam, und mit der heutigen Vorstellung feiern wir den Auftakt zu einer landesweiten Zusammenarbeit, die bis ins 2021 geplant ist.» Es ist Montagnachmittag, und schon treffen die ersten Kinder ein, zusammen mit ihren Lehrpersonen. Aus Baar und Holzhäusern sind sie angereist; schlussendlich sind es total etwa 60 Erst- bis Sechstklässler.

«Biber the Kid» kann sich auch wehren

Das Koffer-Ungetüm ist die Kulisse. Die engagierte, aber strenge Rahel Wohlgensinger springt darauf und kündigt eine «Exkursion Lebensraum Zug» an, wird aber unterbrochen, weil ihr Handy klingelt. Während sie das Weite sucht und sich am Telefon lauthals gestikulierend über den Bauer Krummenacher aufregt, der sich beklagt, dass seine Felder offenbar von einem Biber überschwemmt werden, steigt ihr Assistent «Giusi» auf den Koffer. Er hat heute seinen ersten Einsatz und ist sehr unbeholfen, stottert, kratzt sich am Kopf, und schon hat er sein Publikum im Sack. Während er einen ausgestopften Biber hervorholt und den Kindern ebenso liebe- wie mühevoll das ABC über den Nager beizubringen versucht, taucht hinter ihm ein lebendiger Riesenbiber auf – ein Jauchzen fährt durch die Reihen der Kleinsten. Rahel ist jetzt Puppenspielerin, aber das vergisst man sofort wieder, denn der Biber hat eine umwerfende Gestik, Mimik und Sprache und zieht alle in seinen Bann. Er singt sogar – im Duett mit Giusi, zu dessen Ukulele. Die Kinder quittieren es mit begeistertem Klatschen, und als dann Bauer Krummenacher mit seiner Flinte auftaucht, um dem «Problembiber» auf den Pelz zu rücken, fragt einer der Jüngsten entsetzt: «Was mached mer jetzt?» Aber «Biber the Kid» kann sich auch wehren, mit Grips, Gewalt und Güte, keiner macht ihm den Garaus! Die kleinen Zuschauer fiebern mit, und die Grossen sind ebenso verzaubert.

Die junge Biologin Marianne Rutishauser koordiniert, zusammen mit anderen Pro-Natura-Fachleuten, die nationale Tournee von «Gesucht: Biber the Kid».

«Am Mittwoch, 4. September, sind hier zwei weitere Vorstellungen geplant, eine davon öffentlich», erzählt Marianne Rutishauser.

Im nächsten Frühling, Anfang Mai, soll der pelzige Sympathieträger im Luzerner Seetal auftauchen. Auch in den Kantonen Zürich, Aargau und Thurgau werden Aufführungen angeboten. Interessierte Schulen können sich voranmelden.

Lehrerin Edith Iten (Holzhäusern) stellt den grösseren Zusammenhang her: «Der Lehrplan 21 fördert stark das entdeckende Lernen, besonders im Fach Natur-Mensch-Gesellschaft. Die Kinder sollen auch von Fachleuten lernen.» Der siebenjährige Florian Zeder aus Baar aber weiss genau, was ihm am Open-Air-Theater am meisten gefallen hat: «Wo dä Biber dä Baum gfällt hät, und dää uf dä Chrummenacher gheit isch.» Am Ende wurden beide ja doch Freunde.


Weitere Infos finden Sie auf www.pronatura.ch/biber-the-kid

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