Was Stadt und Kanton Zug für ihre Expats tun

Ein internationales Ranking zeigt, dass die Kolinstadt bei Expats sehr beliebt ist. Das kommt nicht von ungefähr.

Laura Sibold
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Sonnenuntergang von der Ägeristrasse aus mit Blick auf die Stadt Zug. Doch nicht nur die hohe Zuger Lebensqualität kommt bei Expats gut an.

Sonnenuntergang von der Ägeristrasse aus mit Blick auf die Stadt Zug. Doch nicht nur die hohe Zuger Lebensqualität kommt bei Expats gut an.

Bild: Maria Schmid (16. September 2019)

Das kürzlich publizierte Expat-City-Ranking, das auf einer Studie mit über 20000 Umfrageteilnehmern in 82 Städten weltweit basiert, vergibt Zug gute Noten: Die Stadt mit 30500 Einwohnern rangiert auf Platz 8 – zwischen Barcelona und Den Haag (Ausgabe vom 4. Dezember). Zug gilt laut Ranking als eine der geeignetsten Städte für einen Umzug ins Ausland 2020 und schneidet von den sieben aufgeführten Schweizer Städten (Basel, Lausanne, Bern, Zürich, Lugano und Genf) am Besten ab. Unter anderem in den Bereichen Lebensqualität und lokale Wirtschaftslage erhält Zug Bestnoten.

Die gute Platzierung auf die moderate Steuerbelastung, die Wohnlage und die Verkehrsinfrastruktur zu reduzieren, greift allerdings zu wenig weit. Denn sowohl Stadt als auch Kanton Zug haben seit Jahren in die Integration von Expats investiert. So hat der Kanton bereits vor 15 Jahren einen Expat-Guide konzipiert, der stetig aktualisiert wird. Die 130-seitige Broschüre sei ein Bestseller und werde oft auch von ausserkantonalen Personen nachgefragt, erklärt Bernhard Neidhart, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. «Ziel war und ist es, die Neuzuziehenden aus dem Ausland über alltägliche Dinge zu informieren und so den Zugang zu unserer Gesellschaft und unseren Sitten zu vereinfachen», so Neidhart.

Ausländische Arbeitskräfte seit Jahrzehnten beraten

Aus demselben Grund wurde vor zehn Jahren die Informationsplattform «The Zug Post» gegründet. Auf der Online-Expatplattform «Zug4You» werden unter «The Zug Post» täglich die interessantesten Artikel der «Zuger Zeitung» für Immigranten auf Englisch publiziert. «Es ist wichtig, dass zuziehende Personen von Beginn weg gut über die lokalen Begebenheiten und Alltägliches informiert sind», sagt die Zuger Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut dazu. Dies sei die Basis für eine Willkommenskultur, welche wiederum der Ausgang für eine gelingende Integration sein könne.

«Eine gute Integration dient allen: Zuziehenden wie auch den schon Ansässigen.»

Diese Haltung ist nicht neu: Bereits in den 1960er-Jahren gründete der Kanton Zug mit den Gemeinden und Arbeitgebern den heutigen Verein zur Beratung von ausländischen Arbeitskräften. Dieser bietet seine Dienstleistungen unter dem Namen Fachstelle Migration Zug (FMZ) an. Ziel dieses Vereins sei es, die ausländischen Immigranten zu befähigen, Behörden, Ämter und Schulen möglichst schnell und eigenständig besuchen zu können, erklärt Silvia Thalmann. Seit jeher gelte der Verein als Dachorganisation der Ausländervereinigungen.

Gezielte Informationen für Neuzuzüger

Seit der Anpassung des Ausländer- und Integrationsgesetzes des Bundes gibt es eine Informationspflicht der Kantone. Seither werden alle Immigranten mit Wohnsitz im Kanton Zug per Brief willkommen geheissen. Gleichzeitig erhalten sie Informationen über die Region, die in rund zehn Sprachen verfügbar sind. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten und Broschüren, welche auch die Gemeinden anbieten. In der Stadt Zug ist dies die 60-seitige Broschüre «Zug entdecken: Lebensraum, Wirtschaftsraum, Kulturraum, Freiraum» mit nützlichen Adressen für Neuzugezogene, die auch bei der Einwohnerkontrolle abgegeben wird. «Die Einwohnerkontrolle der Stadt wurde vor zwei Jahren ausgezeichnet. In einem Test des Schweizer Contact Management Magazins zur Servicequalität und Kundenorientierung aller Einwohnerkontrollen der 26 Kantonshauptorte hat Zug mit Herisau das beste Ergebnis erzielt», sagt der Stadtzuger Kommunikationsleiter Dieter Müller.

In der Stadt Zug werden Neuzugezogene zudem zweimal jährlich zum Neuzuzüger-Apéro eingeladen. Angeschrieben werden laut Müller jeweils 800 bis 900 Personen, davon nehmen 180 bis 200 Leute teil. Das Konzept mit Marktständen zu Themen wie Zusammenleben, Freizeit, Kultur, Nachbarschaften/Quartiervereine, Geschichte/Brauchtum oder Feuerweh finde noch immer guten Anklang.