Kommentar

Wasser aus dem Hahn kostet: Es ist ein Sturm im Zuger Wasserglas

In immer mehr Gasthäusern im Kanton Zug muss ein Glas Wasser vom Hahn bezahlt werden. Richtigerweise, findet Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung». 

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Früher hiess es: «Das Amtsblatt und ein Glas Wasser, das muss dir der Beizer gratis geben.» Tempi passati. Heute verlangen zahlreiche Wirte einen Beitrag für das Glas Hahnenwasser. Und das Amtsblatt kann man auch digital lesen. Richtigerweise wird Geld für Hahnenwasser verlangt. Schliesslich muss jemand das Glas in die Hand nehmen, füllen, servieren, wieder abräumen, abwaschen. Da entstehen Kosten – und wenn man sieht, wie reihum Gastrobetriebe wie Pilze aus dem Boden schiessen und nach kurzer Zeit wieder eingehen, dann macht auch Kleinvieh Mist.

Man kann der Zahlungsbereitschaft der Kunden für Hahnenwasser auch nachhelfen, wie das einige innovative Wirte im Kanton Zug tun. Sie haben sich der Initiative Wasser für Wasser (www.wfw.ch) angeschlossen und spenden einen Teil der Einnahmen, die sie für ein Glas Wasser erhalten. So muss der Wirt nicht erklären, weshalb eine Dienstleistung, die früher gratis war, dies nun nicht mehr ist – und er kann gleichzeitig eine gute Tat vollbringen.

Und dass es nötig ist, dem Wasser Sorge zu tragen und anderen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, zeigen die Dürren, die Wasserknappheit und Hungersnöte relativ klar. Deshalb wäre es nichts als richtig, wenn sich alle Gast­häuser im Kanton der Initiative Wasser für Wasser anschlössen. Denn dieser für Zug kleine Sturm im Wasserglas hätte andernorts eine ziemlich grosse Wirkung.

Wenn Wasser aus dem Hahn kostet

In vielen Zuger Gastrobetrieben zahlt man für Leitungswasser eine Gebühr – meist für den Service, teils aber auch für eine Spende.
Laura Sibold