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WASSERBALL: «Frösche»-Spielertrainer Gergely Fülöp: Das Wasser ist sein zweites Zuhause

Der SC Frosch Ägeri hat den Aufstieg in die NLB geschafft. Grossen Anteil am Erfolg hat der bald 39-jährige ungarische Spielertrainer Gergely Fülöp, der eine neue Aufgabe übernehmen wird.
Gergely Fülöp wird künftig im Nachwuchs tätig sein.

Gergely Fülöp wird künftig im Nachwuchs tätig sein.

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Ein Vereinswechsel stand für mich nie zur Diskussion. Ich fühlte mich sehr wohl hier, und den SC Frosch Ägeri erlebte ich in den letzten zehn Jahren immer sehr familiär», sagt Gergely Fülöp. Der in Budapest aufgewachsene Wasserballer, der Ende Juli 39-jährig wird, hatte vor der laufenden Saison lukrative Angebote von den Topvereinen Lugano, Kreuzlingen und Horgen aus der NLA erhalten – und zu Gunsten des Erstligisten Ägeri ausgeschlagen. Warum? «Eine Anfrage kam sogar aus Italien. Ich hätte bei diesen Vereinen vielleicht wieder eine Profikarriere führen können, doch das Herz entschied für Frosch Ägeri. Hier stimmte die Chemie von Anfang an, und ich wollte gar nicht weg.»

Die Freude zum Wasserball entdeckte der in Unterägeri wohnhafte Familienvater von Alex (6), Vince (4) und Christopher (15 Monate) beim BVSC Budapest. «Ich war sechs Jahre alt, als ich Schwimmunterricht nahm. So war der Weg zum Wasserball, der nebst Handball und Fussball zu den beliebtesten Sportarten in meiner Heimat gehörte, geebnet.» Er war während acht Jahren (im Alter von 17 bis 25) in Ungarn Profi. Seine grössten Highlights waren zwei Meistertitel und drei Cupsiege mit dem BVSC Budapest, wie auch die Spiele in der Champions League mit dem 3. Rang im Jahr 2000. «In der nationalen Meisterschaft bei den Derbys in Budapest kamen jeweils gegen 1500 Fans an unsere Spiele. Das sind so Momente, die du dein ganzes Leben lang nicht mehr vergisst», schildert er. In die Nationalmannschaft hatte er es nie geschafft. «Ich war vielleicht zu wenig ehrgeizig oder einfach zufrieden mit dem, was ich auf Klubebene erreichte.»

Beeindruckende Bilanz der Ägerer

Ungarn war einst führende Nation weltweit im Wasserball: Im Jahr 1932 (Los Angeles) wurde das Land Olympiasieger. Weitere Olympia-Goldmedaillen folgten 1936 (Berlin), 1952 (Helsinki), 1956 (Melbourne), 1964 Tokio, 1976 (Montreal), 2000 (Sydney), 2004 (Athen) und 2008 (Peking). Ungarn ist mit 15 Medaillen an Olympischen Spielen weltweit führende Nation (9-mal Gold, je 3-mal Silber und Bronze). «Ich habe die Olympischen Spiele immer am TV mitverfolgt. Ich spielte während meiner Zeit beim BVSC Budapest mit vielen Nationalspielern zusammen», sagt Fülöp, der sich als Allrounder bezeichnet, was seine Spielposition betrifft.

Kleinere «Brötchen» backt der Ungar im SC Frosch Ägeri als Spielertrainer. Nach dem freiwilligen Abstieg aus der Nationalliga A vor zwei Jahren wegen personeller Gründe und fehlender Trainingsmöglichkeiten startete das Fanionteam in der 1. Liga. Mit Erfolg. Nach dem freiwilligen Verzicht auf die Promotion im vergangenen Jahr hat Ägeri letzte Woche erneut den Aufstieg in die Nationalliga B geschafft und diesen angenommen. Fülöp sagt: «Ich bin stolz auf meine Spieler. Wir haben die Meisterschaft einmal mehr klar dominiert und bis jetzt alle Partien gewonnen. Das ist beeindruckend. Den Aufstieg haben wir uns verdient und hart erarbeitet.» Bis dreimal in der Woche trainiert das Team – die Spieler kommen aus der ganzen Zentralschweiz – im Schwimmbad Lättich in Baar, wo auch die meisten Heimspiele stattfinden.

Heute Abend steigt die Aufstiegsparty

Das letzte Qualifikationsspiel findet heute Abend im Birkewäldli in Unterägeri statt (ab 20 Uhr). Zu Gast im Ägerisee ist der SV Basel U20. Anschliessend findet im Clubhaus, das übrigens Fülöps Ehefrau Krisztina führt, die Aufstiegsfeier statt. «Wir wollen natürlich ohne Niederlage aus der Meisterschaft gehen. Der zwölfte Sieg in Serie wird angestrebt. Ohne Punktverlust zu bleiben, ist unsere ganz grosse Motivation für den letzten Auftritt», weiss der Ägerer Torhüter Michael Besmer (19) aus Morgarten. Und Flügelspieler Gian Valentin (17), der aus Unterägeri stammt, sagt zu den Erfolgsgründen: «Wir sind eine verschworene Einheit, die aus Indianern besteht und eine Winnermentalität entwickelt hat. Jeder kämpft für den anderen. Der Teamgeist ist super.» Beide entdeckten die Freude zum Wasserball im SC Frosch Ägeri: Besmer ist seit elf Jahren im Verein, Valentin seit acht. In der NLB wird Fülöp sein Traineramt an Nikolaos Kotsidis (32) abtreten, der auch im Team spielt. «Ich werde mich in Zukunft auf den Nachwuchs konzentrieren und die U17 und U20 trainieren. Die jungen Spieler in ihrer Entwicklung weiterzubringen und an das Fanionteam heranzuführen, ist eine grosse Herausforderung.»

Die Nachwuchsabteilung des SC Frosch Ägeri, die sich 2016 mit dem Schwimmclub Zug zu einer Spielgemeinschaft zusammenschloss, feierte in diesen Tagen einen grossen Erfolg: Die U15-Mannschaft (Mädchen und Knaben gemischt) feierte in der Meisterschaft den Gewinn der Bronzemedaille. Frosch-Ägeri-Vorstandsmitglied Thomas Iten (41) sagt: «Das ist sensationell, sehr motivierend und beste Werbung für die Vereine. Es zeigt uns aber auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Spielgemeinschaft ist ein Entscheid für die Zukunft gewesen, zu Gunsten unseres Nachwuchses.»

Wie steht es um die Sportart Wasserball in der Schweiz? Gergely Fülöp, der seinen Lebensunterhalt in einem Elektrounternehmen verdient, sagt: «Wir haben immer wieder Eltern interessierter Kinder, die sich bei uns melden und über die Möglichkeiten erkundigen.» Auch Fülöps Kinder Alex und Vince sind auf bestem Weg, Wasserballer zu werden. Sie besuchen derzeit Schwimmunterricht. Wer weiss, vielleicht treten sie eines Tages in die Fussstapfen ihres Vaters. «Das wäre schön. Sie sollen aber ihren eigenen Weg machen und das tun, was ihnen gefällt. Es ist aber wertvoll, dass ich beim Wasserball immer auf meine Familie zählen kann. Meine Frau war all die Jahre eine grosse Stütze für mich. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.»

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