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Jugendverbände im Kanton Zug verzeichnen Zuwachs

Pfadi, Jungwacht und Blauring freuen sich über steigende Mitgliederzahlen. Neben der verstärkten Werbung für die Verbände scheint auch ein gewisses Umdenken der Grund zu sein.
Andreas Faessler
Kinder und Jugendliche zieht’s wieder vermehrt in die Natur. Im Bild die Pfadi Inwil in der Chamau. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 18. Juli 2017))

Kinder und Jugendliche zieht’s wieder vermehrt in die Natur. Im Bild die Pfadi Inwil in der Chamau. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 18. Juli 2017))

Mit dem Aufkommen der Digitalisierung in den 1990er Jahren schaute man zunehmend besorgt auf das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen: Lieber an der Spielkonsole zocken oder vor dem Bildschirm hocken, anstatt draussen herumzutollen, wie es die Generation zuvor noch zu tun pflegte.

Grund zur Sorge hatten folglich auch die Schweizer Pfadfinderabteilungen – die Kinder blieben weg, die Mitgliederzahlen schrumpften zusehends. Nun aber scheint die Tendenz wieder zu kippen – und zwar deutlich. So vermeldet die Pfadibewegung Schweiz einen starken Anstieg der Mitgliederzahlen. Dieser Trend gilt praktisch für sämtliche Pfadiabteilungen der Schweiz.

Anstieg um 60 Prozent

Im Kanton Zug notiert man vor allem für 2018 einen starken Zuwachs: Im Laufe des Jahres sind gemäss Kantonalverband rund 100 neue Mitglieder hinzugekommen, wodurch die Gesamtzahl von Pfaderinnen und Pfadern im Kanton auf ein Total von 1371 gestiegen ist, was einer Veränderung von rund 8 Prozent entspricht. Das verhältnismässig grösste Wachstum gab es in der kleinsten Pfadiabteilung des Kantons, in Allenwinden. Dort beträgt der Anstieg gar 60 Prozent.

Was ist der Grund für diese Entwicklung? Haben die Kinder und Jugendlichen genug vom Stubenhocken in der Freizeit und folgen wieder dem Ruf der Natur? Pascale Koller vom Kantonalverband der Zuger Pfadis sieht eine der Ursachen bei der Einstellung der Eltern: «Viele schicken ihre Kinder in die Pfadi, damit sie wieder vermehrt Zeit in der Natur verbringen – und zwar ohne Handy und andere Technik.»

Ausserdem würden in der Pfadi Werte vermittelt, die für die Entwicklung jeden Kindes von Vorteil seien. «Sie lernen unter anderem, miteinander zu teilen und Verantwortung zu übernehmen für jüngere Mitglieder, für die Natur und ihr Umfeld», führt Pascale Koller aus.

Pfadi Zug feiert ihr 100-Jähriges

Weiter spiele bestimmt auch die aktive Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle für die wieder wachsende Wahrnehmung der Pfadi. Jährlich werden zwei Schnuppertage durchgeführt, einer national und einer kantonal. «Insbesondere im Vorfeld dieser Anlässe machen wir gezielt Werbung in den Medien sowie auch an Schulen und andernorts», sagt Pascale Koller v/o Taifun hierzu. Nicht zu vergessen und besonders vorzuheben seien überdies die unzähligen ehrenamtlichen Stunden, welche die Pfadileiterinnen und -leiter jede Woche leisteten, um die Pfadi zu dem zu machen, was sie ist.

Mit einer weiteren Steigerung des «Bekanntheitsgrades» kann die Pfadi Kanton Zug im kommenden Jahr rechnen, wenn sie ihr 100-jähriges Bestehen feiert und unter dem Motto «Abentüür und Lagerfüür» das ganze Jahr über unterschiedliche Anlässe und Auftritte veranstaltet, bei denen jeweils Natur, Lagerfeuer und der Gedanke der Gemeinsamkeit im Mittelpunkt stehen.

Mehr Werbung

Nicht anders sieht es aus beim Pendant zur Pfadi – der Jungwacht und dem Blauring (Jubla). «Wir haben so viele Mitglieder wie seit 15 Jahren nicht mehr», sagt Corinne Wyder, Kommunikationsverantwortliche Jubla Kanton Zug. Auch sie vermutet einen Grund für das Wachstum in der Werbung für den Verband, welche in den letzten Jahren einen enormen Schub bekommen habe. «Der neue Jubla-Tag im September wirbt in der ganzen Deutschschweiz für Jungwacht und Blauring. Dabei wirbt nicht nur der Verband selber, sondern vor allem die Scharen in ihren Gemeinden», erklärt Corinne Wyder.

Auch sie hebt die gelebten Grundsätze hervor wie beispielsweise das Zusammensein und die Natur, welche wohl an Bedeutung gewinnen würden, was letztendlich zu den steigenden Mitgliederzahlen führt. Überdies spiele wohl auch das allgemeine Bevölkerungswachstum in der Region eine Rolle für die Mitgliederzunahme. Gefragt nach punktuell besonders auffälligen Veränderungen nennt Corinne Wyder die beiden Freiämter Gemeinden Sins und Dietwil, welche zu Jubla Zug gehören, obschon sie jenseits der Kantonsgrenze liegen. «Diese beiden Scharen konnten in den letzten zehn Jahren ihre Mitgliederzahl verdoppeln.»

Zwar habe jede Schar ihre eigenen Ideen und Wege, die Kinder zu beschäftigen und zu animieren. «Was aber allen gemein ist, ist die Begeisterung für die Natur», weiss Corinne Wyder. «Wenn die Kinder erleben, wie die Leitenden sich in der Natur auskennen, sich dafür interessieren und wissen, was man in der Natur alles machen kann, lassen sich die Kinder mitreissen.»

Jubla auch für die Kleinen

Auch die Jubla Zug bleibt aktiv und innovativ, was den Aufwärtstrend weiter befeuert: So haben im Kanton Zug in den vergangenen zwei Jahren gleich zwei Scharen die sogenannten Jublinis gegründet, das sind Jungwacht und Blauring für Fünf- bis Siebenjährige. Die Jublinis sind im Bereich J & S Kindersport angesiedelt. «Das Interesse für dieses Angebot ist gross, was uns auf kantonaler Ebene natürlich umso mehr erfreut», so Corinne Wyder.

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