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Weiche, feine Musik, adäquat kontrastiert

95 Jahre Mandolinenorchester Baar: Am Jubiläumskonzert gab es Verstärkung der besonderen Art.
Emily Sofia Flammer
Das Mandolinenorchester Baar im Gemeindesaal unter der Leitung von Pavel Pozdnyakov. (Bild: Roger Zbinden, 28. September 2019)

Das Mandolinenorchester Baar im Gemeindesaal unter der Leitung von Pavel Pozdnyakov. (Bild: Roger Zbinden, 28. September 2019)

Auf die Frage, ob sie jeweils vor einem Konzert nervös sei, antwortet Agnes Gantenbein, Präsidentin des Mandolinenorchesters Baar und selbst musizierende, ohne zu zögern: «Und ob ich aufgeregt bin! Ich werde immer ziemlich nervös.» Was auch kein Wunder ist, denn der Gemeindesaal Baar ist gut gefüllt; 200 bis 250 Besucherinnen und Besucher kommen jährlich, um das Mandolinenkonzert des Orchesters zu erleben.

Auch am diesjährigen Konzert unter dem Motto «Eine Reise nach Wien» am Samstag erschienen zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer. Abgesehen von ihrem Hauptkonzert, welches meist Ende September stattfindet, begleitet das aus 22 Musikerinnen und Musikern bestehende Orchester auch gelegentlich Gottesdienste oder spielt auf Anfrage an speziellen Anlässen wie etwa an der Generalversammlung des Samaritervereins.

Ein adäquater musikalischer Kontrast

Heuer feiert das Orchester sein 95-Jahr-Jubiläum. Um dieses besondere Ereignis zu unterstreichen, waren mit Louise und Martin Zumbach auch zwei besondere Gäste eingeladen. Sie stellten mit ihrer Drehorgelmusik, die vom traditionellen «Kriminaltango» bis zu Opernklängen von Verdi reicht, einen adäquaten Kontrast dar zur weichen Musik der Mandolinen und Gitarren. Martin Zumbach baut seit Mitte der 1980er-Jahre selber Drehorgeln. Das Gehäuse, die Walzen und Pfeifen sowie die Intarsien, Verzierungen und Metallteile stellt er alle eigenhändig her. Zumbach gehört zu den letzten der Schweiz, die das Handwerk noch beherrschen. Trotz seiner knapp 87 Jahre ist er auch heute noch fast täglich in seiner Werkstatt anzutreffen. «Ich durfte selbst seine Werkstatt besuchen, und es ist unglaublich. Was der Herr Zumbach kann, ist sagenhaft», meint Agnes Gantenbein anerkennend.

Alle zwei bis drei Stücke wurde am Konzert zwischen den zum Motto passenden Mandolinenklängen und den volkstümlichen Liedern der Drehorgel gewechselt, was dem Konzertprogramm eine angenehme Ausgewogenheit verlieh. Während flinke Finger über die Saiten flogen, schuf der Kontrabassist Geni Häusler einen Boden für die Klänge. Die grossen dynamischen Unterschiede gestalteten die Musik lebhaft. «Das besondere an der Mandoline ist für mich die Feinheit der Melodien und Töne», so Agnes Gantenbein. Sie spielt bereits seit 39 Jahren Mandoline und besucht auch selbst sehr gerne Konzerte, wie sie sagt. Sie liebt es, Musiker live spielen zu hören.

Freude, Taktgefühl und Disziplin

«Auf das Konzert hin übe ich meistens eine Stunde täglich», fährt Gantenbein fort. «Zusätzlich kommt als Präsidentin sehr viel Arbeit auf einen zu. Ich konnte das Amt erst übernehmen, als ich aufgehört habe, zu arbeiten, denn besonders so ein Jahreskonzert verlangt viel Organisation.» Überdies habe das Orchester ein Nachwuchsproblem. Junge Musizierende seien deshalb überaus willkommen. «Wichtig für einen guten Musiker sind hauptsächlich die Freude am Spielen, ein gutes Taktgefühl und Disziplin.»

Zum Abschluss des diesjährigen Konzerts wurden das Orchester und das Drehorgel Duo Zumbach mit lange anhaltendem Applaus verabschiedet.

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