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WEIHNACHTEN: Das Business mit den Bäumen

Jetzt haben sie wieder Hochkonjunktur – die Tannen fürs Fest. Wie Experten versichern, stammen unterdessen die meisten Bäume aus der Region.
Mit einer Spezialmaschine schneidet Beni Langenegger in Baar die Christbäume. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Mit einer Spezialmaschine schneidet Beni Langenegger in Baar die Christbäume. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wolfgang Holz

«Bei mir bekommen Kunden schon einen Christbaum für einen Fünfliber.Die teuersten kosten um die 100 Franken und sind dann bis zu zwei Meter fünfzig hoch.» Richard Keiser aus Menzingen weiss, wovon er spricht. Seit etwa 20 Jahren ist der Bauer von der Aufzucht und dem Verkauf der Nadelbäume «angefressen». Rund 400 Tannen verkaufte er letztes Jahr – vor allem Nordmanntannen, die bei Kunden ja so beliebt sind, weil sie buschig aussehen und ihre Nadeln viel länger tragen als heimische Rottannen. Daher seien die aus Georgien, der Türkei und Russland stämmigen Gewächse längst auch in der Schweiz heimisch geworden. «Die Bäume brauchen als Pfahlwurzler allerdings einen guten und tiefgründigen Boden, möglichst ohne Lehmschicht und Staunässe», weiss der Experte.

Das Geschäft mit den Christbäumen scheint so gut zu laufen, dass es in den letzten Jahren offensichtlich zugenommen hat. Das bestätigt Philipp Gut von der IG Suisse-Christbaum, in der auch Zuger Anbieter registriert sind. «Es wird inzwischen mehr landwirtschaftliche Fläche mit Christbäumen angepflanzt, weil dies lukrativ für Bauern im Nebenerwerb ist.» Nicht zuletzt auch, weil in der Forstwirtschaft mit dem Holzverkauf nicht mehr so viel zu verdienen sei. «Und der Ertrag von fünf Hektaren Christbäumen liegt sicher höher als der von fünf Hektaren Getreide.»

24 Hektaren mit Christbäumen

Kein Wunder. Denn im Durchschnitt leisten sich die meisten Weihnachtsfreunde einen Baum zwischen 50 und 60 Franken. Im Kanton Zug werden laut Roger Bisig vom kantonalen Amt für Landwirtschaft derzeit auf 23,65 Hektaren Christbäume angebaut. «Diese Zahl ist seit Jahren stabil. Nicht mitgezählt sind allerdings allfällige Flächen im Waldareal.» Dass es künftig keine Direktzahlungen mehr für Christbaumkulturen gibt, scheint so manchen Zuger Züchter nicht zu stören. Für Beni Langenegger in Baar nämlich macht der Verkauf der an Weihnachten so begehrten Nadelbäume inzwischen 50 Prozent seines Betriebsgeschäfts aus. «Unterm Strich gehen bei uns 2500 Bäume pro Jahr weg», sagt der Baarer Landwirt, der sich daneben noch mit Mutterkühen und Obstanbau beschäftigt. Wobei die Lan­geneggers schon seit fast 50 Jahren Christbäume verkaufen.

Auch für Coop und Migros wichtig

Auch für die Grossverteiler Migros und Coop sind die Nadelbäume – insbesondere Nordmanntannen – ein lukratives Geschäft. «Als erste Zwischenbilanz lässt sich sagen, dass wir in der Zentralschweiz dieses Jahr tatsächlich mehr Bäume verkauft haben als im Vorjahr», sagt Ramón Gander, Coop-Mediensprecher. Coop verkauft schweizweit pro Jahr rund 100 000 Christbäume. Wobei auch Baarer Bäume bei Coop verkauft werden. Gander: «Der Weihnachtsbaumverkauf ist in den letzten Wochen des Jahres wichtig. Dennoch sind im Vergleich dazu die Lebensmittelumsätze vor Weihnachten bedeutender.»

Auch bei Migros nadelt es gewaltig. Die Genossenschaft Migros Luzern verkauft rund 10 000 Bäume pro Jahr. «Der Christbaumverkauf ist für uns wichtig. Wir bieten an zahlreichen Standorten insgesamt fünf verschiedene Christbäume an», sagt Rahel Kissel-Probst, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Dieses Jahr stelle man fest, dass die Tendenz eher wieder zu etwas grösseren Bäumen gehe. «Wir beziehen für die Supermarkt-Filialen die Bäume zu 100 Prozent aus der Zentralschweiz. Sie werden von fünf Produzenten aus der Region kultiviert.» Auch in den «Do-it+Garden»-Migros-Filialen kommen 85 Prozent der Bäume aus der Zentralschweiz. Kissel: «Die Kunden schätzen einen Christbaum aus der Region – und wissen, dass sie diesen bei der Migros Luzern finden.»

«Schädigt die Umwelt nicht»

ÖKOLOGIE wh. Wie umweltfreundlich ist es eigentlich, Christbäume anzupflanzen? Denn, wie Christbaumzüchter aus dem Kanton Zug nicht verhehlen, geht die Aufzucht der Christbäume, die im Schnitt zehn Jahre dauert, bis man die Tannen schneiden kann, nicht ganz ohne Dünger ab. Sprich: Mit Kalium und Magnesium wird beispielsweise gedüngt. Die IG Suisse-Christbaum, die rund 500 Produzenten zählt, argumentiert, dass Christbaumkulturen sogar sehr ökologisch seien. Denn ein Hektar Weihnachtsbäume binde etwa während der Wachstumszeit von über zehn Jahren bis zu 145 Tonnen Kohlendioxid und produziere gleichzeitig bis zu 105 Tonnen Sauerstoff. Zudem würden viele Tierarten gerne die Christbaumkulturen als Rückzugsort nutzen: Singvögel, Feldhasen und Igel etwa. Martin Pfister vom Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum in Cham attestiert Christbaumkulturen zumindest: «Sie schädigen die Umwelt nicht, weil das Düngen reduzierter ist als bei anderen Kulturen.»

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