Leserbrief
Weihnachten mit dem Kirchenratspräsidenten?

Zu einem Interview im Weihnachtsblatt der Reformierten Kirche Zug

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Eigentlich wollte ich meiner Familie und mir zu Weihnachten den Eintritt in die Reformierte Kirche schenken. Früher war ich katholisch, dann nichts und mit der Zeit zog es mich zu den Reformierten. «Weihnachten mit dem Kirchenratspräsidenten», so der Titel des Weihnachtsblattes der Reformierten Zuger, machte mir Hoffnung: Da kommt Substanz – dachte ich. Doch was lese ich? Ein Interview, das mir so vorkommt, als würde ein Militärkumpan den anderen beweihräuchern – so wie ich es von der katholischen Kirche kenne. Dass der Präsident dem elitären Golfsport frönen wird, hat gar nichts mit Weihnachten zu tun.

Ich bin in der Wirtschaft tätig und erlebe täglich, wie Menschen nach Sinn suchen. Gerade die Reformierte Kirche könnte diesen vermitteln. «Ich gehe nach Thailand. Ich werde Golf spielen, ich werde als ehemaliger Offizier durch die Schweiz marschieren» sind keine Weihnachtsbotschaften, die Halt geben.

Die Hoffnung gebe ich noch nicht auf. Unsere Kinder freuen sich jeweils auf die Familiengottesdienste. Ich bekomme manchmal wirklich gute Anregungen in den Gottesdiensten. Immer dann, wenn Sinnfragen lebensnah und inspirierend zum Thema gemacht werden, indem Bibelworte mit zeitgenössischen Texten kombiniert werden. Dank dieser Kraftspender treten wir vielleicht zu Ostern der Reformierten Kirche bei. Den Mitarbeitenden, die uns Suchenden Inspiration geben, sollte ja der Rücken gestärkt werden.

Gabriel Ineichen, Zug