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Der Zuger Weihnachtsmarkt ist gerettet – aber anders als gedacht

Der grosse Markt fällt dieses Jahr aus. Dank privater Initiative soll auf dem oberen Postplatz aber ein kleiner Weihnachtsmarkt stattfinden.
Laura Sibold
Statt einem grossen fünftägigen Weihnachtsmarkt in der ganzen Altstadt gibt es dieses Jahr nur einen kleinen auf dem Postplatz. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 12. Dezember 2018)

Statt einem grossen fünftägigen Weihnachtsmarkt in der ganzen Altstadt gibt es dieses Jahr nur einen kleinen auf dem Postplatz. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 12. Dezember 2018)

Es ist eine Hiobsbotschaft, die der Verein Zuger Weihnachtsmarkt kürzlich auf seiner Website publiziert hat: «Infolge der kürzlich begonnenen und rund anderthalbjährigen SBB-Sanierung Zugersee Ost kann die Zeughausgasse nicht für Veranstaltungen gesperrt werden. Aus diesem Grund hat das OK entschieden, im 2019 keinen Zuger Weihnachtsmarkt durchzuführen.» Gerüchte darüber, dass der Stadtzuger Weihnachtsmarkt gefährdet sei, wurden bereits im Sommer laut. Damals sprachen die Stadt und der Verein aber noch davon, dass man eine Lösung finden werde.

Nun steht fest: Man hat keine Lösung gefunden. Der Verein Zuger Weihnachtsmarkt wird keinen fünftägigen Markt mit über 60 Ständen durchführen. Doch weshalb wird nicht einfach auf dem oberen Postplatz oder entlang der Seepromenade ein Weihnachtsmarkt veranstaltet? Auf Anfrage sagt Fredy Weller vom Weihnachtsmarkt-OK, dass das schönste Ambiente in der Zeughausgasse sei, durch die nun in der Adventszeit der Verkehr rollt. «Zudem war es wegen des Esaf schwierig, genügend Sponsoren zu finden, und wir haben einmal eine Verschnaufpause gebraucht.» Höchstwahrscheinlich werde es 2020 wieder einen grossen Zuger Weihnachtsmarkt geben, so Weller. Man werde die Pause nutzen, um neue Ideen in das seit vier Jahren bewährte Konzept zu bringen.

Zweitägiger Markt mit 25 Ständen geplant

Wer nun befürchtet, in der Weihnachtszeit auf einen Markt in der Stadt Zug verzichten zu müssen, sei beruhigt: «Kein Weihnachtsmarkt ist auch keine Lösung», hat sich Diana Schläpfer gedacht, die am oberen Postplatz die Boutique Inkognito führt. Schläpfer ist gemeinsam mit einigen Läden der Altstadt damit beschäftigt, kurzfristig einen kleinen Zuger Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. Dieser soll am 14. und 15. Dezember mittags bis abends auf dem oberen Postplatz stattfinden. Der 15. Dezember ist der erste verkaufsoffene Sonntag in der Weihnachtszeit, was laut Schläpfer zusätzlich Leute in die Altstadt bringt.

«Wir haben einen grauen oberen Postplatz erhalten, welcher derzeit für nichts steht. Mit unserem kleinen Weihnachtsmarkt möchten wir diesen zentralen Platz beleben.»

Geplant ist ein kleiner Markt mit 25 Ständen, an den meisten davon werden sich Läden der Altstadt präsentieren. Darüber hinaus suche man allerdings noch Personen, die mit einer Idee am Weihnachtsmarkt teilnehmen, so Schläpfer. Das könne ein Risotto- oder Raclettestand, eine Hüttengaudi-Bar oder eine Weihnachtskrippe sein: «Solange die Idee in die Adventszeit passt, sind wir offen dafür.» Diana Schläpfer betont, dass es derzeit schwer sei, genügend Leute für den Weihnachtsmarkt zu finden. Es habe sich bereits rumgesprochen, dass dieses Jahr kein Markt stattfinde, und viele Vereine und Läden seien in der Adventszeit bereits verplant.

Darüber hinaus gestaltet sich auch das Beschaffen der Infrastruktur aufwendiger als geplant. Die Stände der Stadt Zug wurden bereits an andere Organisatoren vermietet, nur eine Handvoll können Schläpfer und Co. noch von der Stadt beziehen. Die restlichen Stände stellt Menzingen zur Verfügung. Ärgerlich für die Zuger: Sie müssen für den Transport der Stände vom Berg bis zum oberen Postplatz selber ein Transportunternehmen engagieren, da die Stadt wegen des Winterdienstes keine Kapazität dafür hat.

Die Bewilligung ist noch bei der Stadt hängig

Erfreulich für Diana Schläpfer: Nach der Umgestaltung wird auf dem oberen Postplatz dieses Jahr wieder ein grosser Weihnachtsbaum aufgestellt. «Das schafft noch mehr weihnächtliche Atmosphäre und freut uns sehr.» Dieser Meinung ist auch Stadtrat Urs Raschle. Er betont, dass der Stadtzuger Weihnachtsmarkt in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen habe. «Es ist schön zu sehen, dass in der Adventszeit wieder etwas mehr Leute in die Altstadt kommen. Und dass auf private Initiative immerhin ein kleiner Weihnachtsmarkt organisiert wird, schätzen wir sehr.» Die Bewilligung für den Markt auf dem oberen Postplatz sei noch nicht gesprochen worden, das Gesuch werde derzeit geprüft.

Organisatorin Diana Schläpfer ist in der Stadt Zug übrigens keine Unbekannte, hat sie doch während fast 20 Jahren den Flohmarkt in der Altstadt organisiert und sass auch im OK des Zuger Märlisunntigs. Sie werde allerdings nur dieses Jahr in die Bresche springen und den Weihnachtsmarkt organisieren, betont die Zugerin. Nächstes Jahr solle der Verein Zuger Weihnachtsmarkt wieder einen grösseren Markt durchführen.

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