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WEINBAU: Die nächsten Tage sind entscheidend

Bald beginnt im Kanton die Zeit der Lese. Nach dem heissen Sommer wird gute Weinqualität erwartet. Doch noch müssen die Winzer aufmerksam sein.
Präsident Peter Schlumpf, links, und Betriebsleiter Eugen Lang von der Rebbaugenossenschaft Steinhausen: Bald beginnt die strenge Arbeit. (Bild: Christian H. Hildebrand / Neue ZZ)

Präsident Peter Schlumpf, links, und Betriebsleiter Eugen Lang von der Rebbaugenossenschaft Steinhausen: Bald beginnt die strenge Arbeit. (Bild: Christian H. Hildebrand / Neue ZZ)

Der Wein, der aus den Trauben dieses Sommers gewonnen wird, verspricht gut zu werden. Doch nicht nur ein guter Jahrgang wird erwartet, auch könne mit der Ernte zwei bis drei Wochen früher begonnen werden, war zu lesen. Eine kleine Umfrage bei einigen Zuger Winzern zeigt, dass diese tatsächlich guten Wein erwarten. «Das heisse und trockene Wetter hat zu schönen Trauben geführt», erklärt Peter Schlumpf, Präsident der Rebbaugenossenschaft Steinhausen. Diese bewirtschaftet auf dem Rebberg Erli 24 Aren mit total 1150 Rebstöcken. Besonders früh sei die Lesezeit in diesem Jahr bei ihnen aber nicht, so Schlumpf. «Bei den weissen Trauben des Rieslings beginnen wir Ende September mit der Lese, bei den roten Früchten des Pinot Noir etwa Mitte Oktober.» Das sei nur etwa eine Woche früher als sonst.

Sowieso kommt es jetzt aber auf jeden Tag an. «Jeder regenfreie, warme Tag tut den Trauben gut.» Beobachtet werden müssen nicht nur die Trauben, sondern auch drohende Schädlinge. Dazu gehört die Kirschessigfliege. «Der kalte Winter und der heisse Sommer haben ihr aber wohl den Garaus gemacht», meint Schlumpf. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr. Da boten der eher warme Winter und der regnerische Sommer der Fliege beste Bedingungen.

Ein zweiter glücklicher Umstand

«Ein sauberer Rebberg ist sehr wichtig», so Schlumpf. Faulende Beeren würden Wespen anziehen und diese dann auch wieder die Kirschessigfliege. «Dann entsteht der Essigstich im Geschmack», erklärt er und meint weiter: «Bei der Ernte riechen wir an fast jeder Traube. Auf den Geruch wird peinlich genau geachtet.»
Die Steinhauser Trauben werden nach der Lese im Stahlfass gelagert und im April abgefüllt. «Im Mai findet stets die Generalversammlung der Genossenschaft statt, da wird der Wein dann gleich probiert», gibt Schlumpf zu. Sei die Qualität des Weins besonders gut, werde ein Teil noch im Holzfass gelagert. «Dieser Barrique ist dann für das 20-Jahr-Jubiläum der Genossenschaft, das nächstes Jahr stattfindet, vorgesehen.»

Beat Hürlimann und sein Vater Otto sind stolze Besitzer der kleinsten Weinkelterung der Schweiz. Rund 3500 Reben umgeben ihr Hotel Aesch in Walchwil. Beat Hürlimann meint, dass nicht nur der heisse Sommer zum guten Ertrag geführt hat, sondern auch der Umstand, dass Zug von schweren Unwettern verschont geblieben ist. «So konnten die Trauben wachsen, und es gab ein schönes, gutes Traubengut.» Weiter führt er aus: «Man kann sicher von guter bis ausgezeichneter Qualität reden.» Die Lese beginnt in der wohl wärmsten Gemeinde in 10 bis 14 Tagen. «Das ist rund zwei bis drei Wochen früher als im letzten Jahr.» Natürlich werden die Trauben im eigenen Keller gegoren. In etwa einem Jahr kann der diesjährige Wein genossen werden. «Momentan schenken wir in unserem Restaurant die Jahrgänge 2013 und 2014 aus.»

Ein weiterer Zuger Rebberg befindet sich unterhalb der Weinrebenkapelle in Hünenberg. Die idyllische Umgebung wird oft und gerne zum Heiraten genutzt. Doch es wird dort eben auch Wein produziert. Die Chäppeligenossenschaft bewirtschaftet um die Kapelle rund 50 Aren. «Wir werden in gut zwei Wochen mit der Lese beginnen», das sei nicht anders als in anderen Jahren, so Betriebsleiter Louis Suter. «Der Frühling kam spät und war nass, da wuchsen die Trauben nicht besonders schnell.»

Altweiberherbst wäre ideal

Auch Suter erwartete gute Qualität: «Das Säure-Zucker-Verhältnis sollte sehr gut sein.» Was es jetzt noch brauche, seien schöne, warme Tage und kühle Nächte. «Und nicht zu viel Nebel, sonst ist es am Morgen zu lange nass», meint er weiter.

In der Tat sind die nächsten Tage relevant. Gar nicht entgegenkommen würde den Trauben lang anhaltende Nässe. «Zwei bis drei Tage durchgehender Regen würde dazu führen, dass die prallen Trauben platzen», erklärt Beat Hürlimann. Temperaturschwankungen hingegen seien kein Problem. «Entscheidend ist der Herbst», sagt auch Peter Schlumpf und meint weiter: «Es braucht noch ein paar kühle Nächte und sonnige Tage, so ein richtiger Altweibersommer halt.»

Carmen Desax

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