Kommentar

Weisse Weihnacht

Aus einer weissen Weihnacht dürfte dieses Jahr nichts werden. Wieder einmal. Die Häufigkeit von ungewöhnlichen Wetterphänomenen macht Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» Sorgen.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler

PD

Hört her, werden die Klimawandelskeptiker sagen: Schon in den 1940er-Jahren sang Bing Crosby von «White Christmas» und wie er davon träume. Also auch damals schon wurde offenbar nichts mit weisser Weihnacht. Also, kein Klimawandel, sondern Normalität.

Gestern, Freitag, 20. Dezember, Walchwil, 8.23 Uhr, 18 Grad. Föhn, Kopfschmerzen. Eine ungewöhnliche Wetter­lage herrsche vor, erklären Wetterfachleute. Natürlich seien solche Wetterphänomene auch in früheren Jahrhunderten zu verzeichnen gewesen und alle wissen, dass häufig um die Weihnachtszeit das sogenannte «Weihnachts-Sümmerli» mit wärmeren Temperaturen herrscht. Nur ist es die Häufigkeit der Wärmeeinbrüche in dieser Jahreszeit, die eigentlich kalt zu sein hätte, die den Klimaforschern Sorge bereitet.

Immerhin herrscht überall Einigkeit: Es muss etwas gegen den offensichtlich menschengemachten Wandel getan werden. Am Wie und Womit scheiden sich die Geister. Lenkungsabgaben seien das Wundermittel, tönen die einen. Eben gerade nicht, diese seien Teufelswerk, heisst es andernorts. Und in der Zwischenzeit beschleunigen sich die Wetterkapriolen.

Klar ist also kaum, womit diesem Wandel nachhaltig Einhalt geboten werden kann. Klar ist hingegen, dass es wohl dieses Jahr unterhalb von 800 Metern keine weisse Weihnacht geben dürfte. Schade. Dennoch wünsche ich Ihnen ein besinnliches, ruhiges und auch nachdenkliches Fest.